| 02:38 Uhr

September: extrem trocken und warm

Morgenstimmung in den Falkenberger Kiebitzer Bruchwiesen.
Morgenstimmung in den Falkenberger Kiebitzer Bruchwiesen. FOTO: dlh
Elbe-Elster. Natur- und Klimaschützer Dieter Lehmann aus Falkenberg blickt auf das Septemberwetter zurück. Dabei greift er auf seine Erfahrungen, unter anderem im Naturschutzverein "Elsteraue", zurück. dlh1

Wetterextreme hat es auf der Erde schon immer gegeben. Doch gegenwärtig gibt es sie immer häufiger, mit oft schrecklichen Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Ländern und Regionen - Stürme, Hochwasserfluten, Dürren! Die Ursachen dafür sind im beginnenden globalen Klimawandel zu suchen, der von uns Menschen verursacht wird.

Eine beängstigende Dürre haben wir im Monat September auch hierzulande über uns ergehen lassen müssen. Durch anhaltenden Hochdruckeinfluss wurden die nördlich ziehenden Tiefdruckgebiete von Mitteleuropa ferngehalten, was zu einer extrem trockenen, warmen und auch sonnenscheinreichen Wetterperiode führte. Damit erlebten wir einen der wärmsten Septembermonate seit Aufzeichnungsbeginn. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

In Deutschland lag die Durchschnittstemperatur mit 16,8 Grad Celsius um 3,5 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Damit gehörte dieser Monat neben 1947, 1999 und 2006 zu den vier wärmsten Septembermonaten seit Beginn der Temperaturmessungen im Jahr 1881. Die Hochdruckgebiete - in diesem Jahr mit männlichen Vornamen - hießen "Johannes", "Karl" und "Lukas". Sie brachten uns in der ersten Monatshälfte eine ungewöhnliche Hitzewelle. In Falkenberg war es am 12. September mit 32 °C am wärmsten; an den beiden folgenden Tagen lag die höchste Tagestemperatur mit jeweils 31 °C ebenfalls über der 30-Grad-Grenze. Tropentage werden solche Tage genannt, an denen die Tageshöchsttemperatur 30 °C erreicht oder übersteigt.

Doch schlimmer als die Hitze wirkten sich die seit Anfang August ausbleibenden Niederschläge aus. In Falkenberg hatte es am 4. August zum letzten Mal ergiebig geregnet, als gegen 18 Uhr ein Starkregen herab prasselte. Ich war gerade mit dem Fahrrad unterwegs und wurde innerhalb von wenigen Minuten pitschnass. Danach gab es bis Ende September nur noch vereinzelte Regenfälle, die jedoch für die ausgetrocknete Vegetation keinerlei Entspannung brachten. Als Dürre wird aus meteorologischer Sicht ein Zustand bezeichnet, in welchem über einen längeren Zeitraum zu wenig Wasser oder Niederschlag verfügbar ist, als erforderlich. Die Folgen kann jeder selbst erkennen, der jetzt mit offenen Augen durch unsere Landschaften pilgert: fahle, durch die Trockenheit gestresste Fluren und Felder, in den Wäldern frühzeitig einsetzende Laubverfärbung, absterbende Bäume.

Bleibt nur zu hoffen, dass der beginnende Herbst uns reichlich die langersehnten Regenfälle bringt. Dann könnten wir singen: "Am Tag, als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht. Auf die glühenden Felder, auf die durstigen Wälder."