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| 17:06 Uhr

Elbe-Elster
Seniorenarbeit ist Herzenssache

Diese Seniorinnen und Senioren bekamen für ihr Engagement am Donnerstag ein besonderes Dankeschön.
Diese Seniorinnen und Senioren bekamen für ihr Engagement am Donnerstag ein besonderes Dankeschön. FOTO: LR / Rudow
Falkenberg. Die 25. Seniorenwoche wurde in Falkenberg eröffnet. In den kommenden Tagen gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Von Birgit Rudow

Im Haus des Gastes in Falkenberg wurde am Donnerstag offiziell die 25. Brandenburgische Seniorenwoche in Elbe-Elster eröffnet. Etwa 130 Seniorinnen und Senioren sind dazu nach Falkenberg gekommen. Bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken, kleinen Dankesreden, Auszeichnungen und einem Programm mit Beppo Küster ließen es sich die Senioren im klimaanlagen-gekühlten Saal an diesem Nachmittag gut gehen.

Das hatten sie auch durchgehend verdient. Denn sie alle setzen sich ehrenamtlich in ihren Gemeinden und in den Seniorenbeiräten für die gemeinsame Freizeitgestaltung und ein aktives Miteinander der Generationen ein. Die Senioren von heute sind viel fitter als ihre Generation vor 30 Jahren, meinte Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick bei der Begrüßung. Darauf müssten sich die Kommunen einstellen. Allein in Falkenberg werde es in zehn Jahren 800 Bürger mehr im Seniorenalter geben, die Beschäftigung brauchen und sich engagieren wollen. Die Strukturen müssten zugunsten der älteren Menschen angepasst werden, so der Bürgermeister.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski bedankte sich für das Engagement der älteren Menschen. „Das sind Stunden, die für unseren Landkreis unbezahlbar sind“, sagte er. Ist heute jeder fünfte Einwohner im Elbe-Elster-Kreis älter als 65 Jahre, so wird es 2030 jeder vierte sein, so der Landrat. Die Brandenburger Seniorenwoche sei eine gute Gelegenheit, auf das Engagement der älteren Generation hinzuweisen. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Kreisseniorenbeirates Petra Hollstein zeichnete er zwölf aktive Seniorinnen und Senioren und zwei Seniorengruppen für deren Arbeit in ihren Kommunen und Beiräten aus.

Im Elbe-Elster-Kreis gibt es neben dem Kreisseniorenbeirat weitere zwölf Seniorenbeiräte in den Städten und Ämtern sowie zahlreiche Seniorengruppen. Überall finden in den kommenden Tagen Veranstaltungen zur Seniorenwoche statt. Mühlberg hat sie in Koßdorf bereits durchgeführt. In der Stadt Bad Liebenwerda gibt es sogar zwei Veranstaltungen.

„Die Arbeit in den Seniorenbeiräten im Elbe-Elster-Kreis ist vorbildlich. Es gibt so viele ältere Damen und Herren, die sich engagieren“, sagt Petra Hollstein. Wichtig seien auch gute Partner in der Region. Dabei hebt sie die Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt Elbe-Elster hervor. „Wir werden immer auf dem neuesten Stand gehalten, auch was Gesetzlichkeiten betrifft. Erst kürzlich hat uns der Stützpunkt über die Koordinierungsstelle zur Entwicklung altersfreundlicher Gemeinden und über die Wohnberatung für ältere Menschen informiert. Das Material dazu kommt auch in den Seniorengruppen an“, so Petra Hollstein.

Einziges Sorgenkind ist die Stadt Herzberg. Hier gibt es immer noch keinen Seniorenbeirat und es wird auch keine Veranstaltung zur Seniorenwoche organisiert. „In Herzberg sind es Einzelkämpfer wie Elisabeth Zetzmann in der Selbsthilfegruppe nach Krebs, Christine Kanter mit den ‚Dienstagsfrauen’ oder Christa Seidlitz beim ASB, die in ihren Gruppen aktive Seniorenarbeit betreiben“, so Petra Hollstein. Für einen Seniorenbeirat aber finde sich niemand, bedauert sie. „Dafür muss man Leute haben, die das aus Überzeugung und mit dem Herzen gern machen“, sagt sie.

Und deshalb gefällt Petra Hollstein auch nicht, dass Seniorenbeiräte (wie andere Interessenvertretungen auch) in Brandenburg durch die Gemeindevertretung gewählt bzw. benannt werden müssen. Sie würde es lieber sehen, wenn in die überarbeitete Brandenburgische Kommunalverfassung aufgenommen wird, dass die Beiräte direkt gewählt werden können, wenn die Kommunen das so festlegen.