Dagegen hatte sich über Nordost-Europa das Kältehoch "Christine" ausgebreitet. Dies setzte sich ab 3. Januar in der Region mit eisigem Ostwind durch. Wir erlebten bis 7. Januar Dauerfrost mit Nachttemperaturen bis minus zehn Grad. Als am 5./6. Januar ein Tiefausläufer von Großbritannien unser Gebiet streifte, fielen auch die ersten fünf Zentimeter Schnee im neuen Jahr.

Ab 8. Januar verdrängte Tief "Daniella" - 2016 tragen die Tiefs wieder weibliche Namen - die Kälte; es gab nur noch schwache Nachtfröste. Ihm folgte ab 11. Januar das nächste Tief "Carolina". So blieben wir in einer milden Strömung unter geschlossener Wolkendecke mit viel Regen (19 Liter pro Quadratmeter) bis zum 14. Januar frostfrei.

Anschließend trieb der Jetstream (Höhenluftströmung über der Nordhalbkugel) das Sturmtief "Emma" nach Nordeuropa, das uns erneut vier Zentimeter Neuschnee lieferte. Ab 18. Januar leitete das Kältehoch "Benno" die zweite echte Winterphase ein. Es traten Nachtfröste bis minus 15 Grad auf, es herrschte überall Schnee- und Eisglätte. Von einem kleinen Tief "Hanne" über dem Baltikum erhielten wir fast täglich weiteren Schnee, dessen Höhe am 23. Januar zehn Zentimeter erreicht hatte. Doch tags darauf beendete das schnell heranziehende Tief "Iris" auch diese zweite Winterphase. In kurzen Abständen zogen die nächsten Tiefs "Katrin" und "Leonie" heran, die uns wechselhaftes Wetter bescherten.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Zwei mehrtägige Kälteperioden sowie mehrere Ketten atlantischer Tiefs dominierten im Januar. Die große Spanne der Temperaturen zwischen plus 14 Grad und minus 15 Grad belegen das. Der überwiegend bedeckte Himmel ließ nur eine Sonnenscheindauer von 27 Prozent des Möglichen (72 Stunden) zu. Dennoch ergab sich ein Temperaturmittel von plus 1,5 Grad - um 1,48 Grad höher als der Herzberger Langzeitwert für Januar. An 20 Tagen fielen als Regen und Schnee 57,5 Liter pro Quadratmeter Niederschlag - das sind etwa 40 Prozent über dem Monatsmittel.

Was für ein Wetter wird uns nun der letzte meteorologische Wintermonat liefern? Es werden zunächst weiter atlantische Luftmassen mit vorfrühlingshaften Temperaturen dominieren. Leichte Nachtfröste sind möglich. Seit Jahrhunderten genießt der 2. Februar - "Lichtmess", der in der Kirche den Weihnachtskreis beschießt - für die Wetterprognose besondere Aufmerksamkeit. Um diese Zeit gab es häufig wegweisende Wetterwechsel, zum Beispiel folgte bald der Frühling, wenn es um Lichtmess trüb und kalt war; schien jedoch die Sonne, folgten noch viel Schnee und Eis. Die Wetterstatistik zeigt an, dass im Februar immer noch eine Kälteperiode kommen wird.

Der 100-jährige Kalender prophezeit für die erste Februarwoche Vorfrühling, für die zweite dagegen Sturm und Kälte und gegen Monatsende seien die schönsten Tage zu erwarten.