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Sehr wechselhafter Frühlingsmonat März

Dieses Foto vom Sturmtief "Niklas" am Dienstag am Herzberger Stadtrand schickte Carsten Heinert der Rundschau.
Dieses Foto vom Sturmtief "Niklas" am Dienstag am Herzberger Stadtrand schickte Carsten Heinert der Rundschau. FOTO: Leserfoto
Herzberg. Wettertechnisch war der März abwechslungs- und facettenreich. Er war relativ warm und trocken. RUNDSCHAU-Wettermann Klaus Schmidt schaut zurück auf das Wetter im ersten Frühlingsmonat. ksi9

Der März als erster Frühlingsmonat begann stürmisch und feucht. Von Island zog Tief "Zacharias" mit großer Geschwindigkeit über Nordeuropa hinweg. Dabei streifte es zum Glück unser Gebiet nur mit 13,9m/s und lieferte 5,1 L/qm Regen. Unmittelbar danach zog ebenso rasch auf etwas südlicherer Bahn Tief "Winfried" mit lockeren Wolkenfeldern und geringem Regen durch. Zeitgleich war über dem Ostatlantik Hoch "Karin" entstanden. Es wanderte langsam ostwärts. Sein Kern überquerte am 7. März Mitteleuropa. Mit ihm vollzog sich bei uns spürbare Erwärmung bis 16°C bei schwachem W/SW-Wind und längeren Sonnenphasen.

Erste Frühlingszeichen

Am 10. März beendete eine Regenfront aus Richtung Großbritannien diesen ersten Vorfrühling. Unter geschlossener Wolkendecke sanken die Tageswerte auf 4 bis 6°C und nachts trat wieder leichter Frost auf. Ab dem 12. März gestaltete das nordosteuropäische Hoch "Luisa" unser Wetter. Es lieferte mit NO-Wind kalte Luft und zog aus dem südosteuropäischen Tief "Günter" entgegen dem Uhrzeigersinn Wolkenfelder mit etwas Regen in unser Gebiet. So blieb es bis Mitte des Monats kalt (4 bis 7°C). Als Tief "Günter" nach Vorderasien verschwand und sich das neue Hoch "Natascha" über Osteuropa ausgebreitet hatte, bekamen wir mit O/NO-Wind trockenere Festlandsluft. Dadurch stiegen bei viel Sonne die Tagestemperaturen bis 17,5°C (17. 3). Doch nachts gab es wieder Fröste bis minus 5°C. Diese stabile Wetterlage hielt bis zu ihrem Höhepunkt am 25. März an (mit 18,5 °C). Doch tags darauf begann sich aus Richtung NW das Tief "Lousian" über Mitteleuropa auszubreiten. Die Tageswerte sanken auf 8 bis 12 °C. Jedoch blieb es nachts frostfrei. Zum Monatsende mussten wir dann - wie Anfang März - sehr stürmische Tage mit kräftigen Schnee- und Regenschauern sowie kurzen Sonnenphasen bei nur noch 8 bis 11°C ertragen, verursacht durch die Sturmtiefs "Mike" und "Niklas".

"Niklas" mit 103 kmh

Die Fronten von "Mike" rasten bei extrem niedrigem Luftdruck von nur 739 mm (990 mb) mit 19 bis 21 m/s und die von "Niklas" bei sogar bei nur 735 mm (985 mb) mit 28,6 m/s (103 kmh) über unser Gebiet hinweg (Stärke 11). Insgesamt haben wir aufregendes Märzwetter erlebt. An 17 Tagen hat es zwar geregnet, aber oft nur in geringer Menge. Doch durch die hohen Summen der beiden letzten Tage stieg das Monatsergebnis noch auf 39,9 L/qm, was etwa dem Herzberger Langzeitmittel entspricht. Die höchste Tagesmenge wurde am 31. März mit 11,8 L/qm gemessen.

Trotz größerer Niederschläge an den zwei letzten Tagen war der März zu trocken. Die zwischen 4,5°C und 18,5°C sehr schwankenden Tagesmaxima sowie die nur leichten neun Nachtfröste ergaben ein relativ hohes Monatsmittel von 5,75°C, das noch um 1,8°C über dem Herzberger Langzeitmittel für März liegt. Der wechselhafte Sonnenschein betrug im Mittel 38 Prozent des Möglichen (142 Stunden).

Chance auf Ostersonne

Welche Wetterentwicklungen sind zu erwarten? Aprilwetter war und ist schwer vorherzusagen. Ursache hierfür ist der häufige Wechsel der Wind- und Drucklagen in Europa um diese Zeit. West- oder Nordwestströmungen, wie gegenwärtig durch Sturmtief "Niclas", und folgende Fronten bringen stürmische Winde mit Regen- und Graupelschauern im Wechsel mit kurzen Sonnenabschnitten bei nur 1 bis 9°C und Nachtfrösten. Diese Wetterlage wird bis Ostern bestehen bleiben. Sie gibt einer alten Bauernregel Recht, die besagt, dass bei Vollmond Anfang April - wie in diesem Jahr am 3. April gegeben - Stürme und Regen auftreten. Eine andere Regel vermittelt tröstend, dass es nach zeitigen Frühjahrsstürmen freundlich und mild wird. Dies behauptet auch die Aussage zum wichtigsten Lostag des Monats: "Bringt Rosilinde (3. April) Sturm, Regen und Wind, so ist uns 'Sibylla' (29. April) gelind."