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| 10:38 Uhr

LR vor Ort
Sind das die Europameister in spé?

In Schönewalde wird jeden Montag fleißig geübt. In nächster Zeit kann es sein, dass noch weitere Tage in der Woche dazukommen. Schließlich wollen die Gastgeber im europäischen Wettstreit keine Misstöne aufkommen lassen.
In Schönewalde wird jeden Montag fleißig geübt. In nächster Zeit kann es sein, dass noch weitere Tage in der Woche dazukommen. Schließlich wollen die Gastgeber im europäischen Wettstreit keine Misstöne aufkommen lassen. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Schönewalde/Ahlsdorf. Am dritten Augustwochenende wird der Schlosspark Ahlsdorf nicht wiederzuerkennen sein. Jagdhornbläser aus mehreren Ländern geben sich dort ein Stelldichein. Darum herum rankt sich ein buntes Programm. Von Sylvia Kunze

Maik Pergens, den Organisator der Kultur-Natur-Erlebnistage vom 17. bis 19. August im Ahlsdorfer Schlosspark, muss man nicht lange suchen, wenn man zu ihm will. Immer den Ohren nach, heißt die Devise. Denn im Hause Pergens wird in diesen Tagen emsig geprobt. Jagdhornbläser gehen ein und aus und wetteifern um saubere Töne und abgestimmten Klang. Schließlich bleibt bis zum 2. Europäischen Jagdhornbläserwettbewerb für Erwachsene nicht mehr viel Zeit. Er wird genau so an dem besagten Wochenende in Ahlsdorf ausgetragen wie die 1. Europameisterschaft im Jagdhornblasen für Kinder und Jugendliche. Und da ist Pergens ganz heiß. Natürlich möchte er mit seinen Schülern bestmöglich abschneiden.

Drängt sich also die Frage auf, ob man womöglich zukünftigen Europameistern zuhört, wenn die Mädchen und Jungen ihre Jagdhörner ansetzen und fleißig proben. Immer montags ist in dem kleinen Anbau auf dem Hof bei Maik Pergens in Schönewalde ein stetes Kommen und Gehen. Der Lehrer will hören, was seine Schüler drauf haben. Mal als Solo zum intensiveren Üben, dann wieder in der Gruppe. Mal abgesehen davon, dass es dabei ganz schön laut wird, können sich die kurzen und prägnanten Signale hören lassen.

Es ist beachtlich, was insbesondere die Knirpse aus dem Instrument herausposaunen. Kinder und Jugendliche sind gemeinsam voll bei der Sache. Janine und Maxim Nicklisch haben zu Hause fleißig geübt. „Die CD mit den Titeln läuft im Auto hoch und runter, damit sich die Kinder die Melodie einprägen können“, berichtet ihre Mutter. An die Lautstärke, die mit dem Üben auf den Hörnern einhergeht, hat sie sich längst gewöhnt - und auch mit der Nachbarschaft gibt es keine Probleme, denn nicht selten wird gleich draußen auf dem Hof musiziert.

Als sie mit ihrem Mann als Treiber bei einer Jagd geholfen und die Kinder mitgenommen habe, seien sie von den Jagdklängen ganz begeistert gewesen und hätten unbedingt auch Jagdhorn spielen lernen wollen. Die Begeisterung halte sich bis heute, freut sich die Mutter über das nicht alltägliche Hobby ihrer Sprösslinge.

Maik Pergens weiß, dass das keine seltene Jagdhornbläser“karriere“ ist. Und er weiß auch: Nicht alle Kinder und Jugendlichen halten lange durch. Aktuell unterrichtet er zehn solcher Nachwuchsbläser. Einige von ihnen mit richtigem Talent. Wie sie letztlich die Jury bei der Meisterschaft überzeugen, bleibt noch abzuwarten.

Klar ist jetzt inzwischen, was abverlangt wird. Am Samstag gehören die Titel „Aufbruch zur Jagd“, „Muffel tot“, „Fuchs tot“ und „Jägermarsch Nr. 3“ zum Pflichtprogramm. Sonntag sind zu spielen: „Aufbruch zur Jagd“, „Sammeln der Jäger“, „Hase tot“, „Kaninchen tot“. Pergens zählt an, und der nächste Titel wird geschmettert.

Und auch die Erwachsenen wollen in ihrer Wertung natürlich gut abschneiden. Immerhin haben die Schönewalder Jagdhornbläser erst kürzlich den Landeswettbewerb gewonnen, berichtet Pergens stolz. Ob sie sich auch auf der höheren Ebene derart beweisen können?

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR