Auch ein Schulkind will noch spielen, toben und sich bewegen. „Leider kommt das im vollgestopften Alltag oftmals viel zu kurz. Das freie Spiel wird immer weniger“, weiß die Leiterin des städtischen Hortes in Falkenberg, Kathleen Roch. Sie hat deshalb mit ihren Kollegen bewusst die „Bremse“ gezogen und nach einem Angebot für die Mädchen und Jungen gesucht, das diesem Defizit entgegenwirkt. Und ist bei einem Projekt hängengeblieben, das die Unfallkasse anbietet und Spiel und Bewegung gleichsam vereint.

Besonderer Spielenachmittag in Finsterwalder Kita Über Leitern und Vierkanthölzer

Finsterwalde

„Bewegung a la Hengstenberg“ nennt sich das neue Angebot für die Falkenberger Hortkinder. Es wird in der Region übrigens auch in anderen Kindereinrichtungen etabliert. Was man sich konkret vor Ort davon verspricht? „Das spielerische Bewegung im heutigen vertechnisierten und motorisierten Alltag der Kinder ein wichtiger Bestandteil ist, um Bewegungseinschränkungen zu minimieren und Unfälle vorzubeugen, freuen wir uns sehr, dass wir unseren Hortkindern eine neue Möglichkeit der spielerischen Bewegung im Hort anbieten können“, sagt Kathleen Roch.

Die Spielgeräte der Elfriede Hengstenberg, einer deutschen Pädagogin, die von 1892 bis 1992 lebte, sind einfach gehalten. Stangen, Hocker, Kippelhölzer und Hühnerleitern sollen eine den kindlichen Eroberungs- und Forschungsdrang behutsam unterstützen sowie die Kinder animieren, sich selbstständig auszuprobieren. Sie sollen dabei selbstständig erkennen, zu welchen Bewegungen der eigene Körper fähig ist und dabei Raum- und Körpergrenzen fühlen. Die Kinder werden nicht zur Nachahmung vorgefertigter Turnübungen animiert, sondern sollen spielerisch eigene Ideen entwickeln und umsetzen.

In zwei festen Gruppen des Falkenberger Hortes, die jeweils aus zehn Kindern aus den Klassen 1 bis 4 bestehen, soll dieses Bewegungsangebot jetzt erst einmal ein Jahr lang getestet werden. Die Erzieher, die das Projekt begleiten, sind dabei in erster Linie Beobachter. Sie werden dokumentieren, ob und wie sich das Bewegungsvermögen und das Verhalten der Kinder im Laufe der Zeit im Spiel verändert. „Wir sind sehr gespannt, ob mehr und andere Bewegung auch Einfluss auf die Leistung der Mädchen und Jungen hat oder ob sich ihr emotionales und soziales Verhalten verändert“, benennt Kathleen Roch erhoffte Effekte.