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Schulden drücken auf den morschen Balken

Die Mitglieder der Gruppe sahen sich in Löhsten das Gebäude von innen und außen an.
Die Mitglieder der Gruppe sahen sich in Löhsten das Gebäude von innen und außen an. FOTO: Sven Gückel/svg1
Löhsten. Die Löhstener hatten kürzlich Besuch. Vertreter des Landes, auch Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB/ Freie Wähler), Vertreter des Landkreises, der Stadt Herzberg und des HWAZ sahen sich in dem Herzberger Ortsteil um. Sven Gückel / svg1

Es geht um die leer stehenden Gebäude (die RUNDSCHAU berichtete). Die herrenlose Häuser, die schon seit langer Zeit nicht mehr bewohnt werden und deren schlechter Zustand von außen nicht zu übersehen ist, verschandeln das Bild.

Eines dieser Gebäude ist die ehemalige Gaststätte des Dorfes, unmittelbar an der Bundesstraße gelegen. Dass eine Erbengemeinschaft das Erbe ausschlug, lag vielleicht auch an den 80 000 Euro Schulden, die auf dem Gelände lasten. Da keine Privatperson bereit war, sich des Hauses anzunehmen, sprang zwangsläufig das Land ein, das dazu verpflichtet ist. Ihm obliegt nun die Verwaltung des Objektes, einschließlich aller Verkehrssicherungsmaßnahmen. Denen sei man nachgekommen, stellte Sven Handreka vom Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften klar. Damit reagierte er auf Hinweise des Ortschaftsrates Löhsten, der auf den Abriss eines Nebengebäudes drängt und dabei lose Dachziegel ins Spiel bringt. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit will Handreka aber nicht erkennen, zumal die Scheune inmitten des Grundstücks steht.

Dennoch, passieren muss etwas, sagt Bernhard Richter, der Initiator der Besichtigung. "Uns liegt es am Herzen, hier Ordnung zu schaffen", betont er. Auch Ortsvorsteherin Annelies Meißner pflichtet ihm bei. "Es wird Zeit, dass endlich jemand Verantwortung übernimmt und hier die richtigen Wege einleitet", fügt sie an. Immerhin habe das Land ihr bereits schriftlich signalisiert, sich mit den Gläubigern in Verbindung zu setzen. Sollte es geschafft werden und das Objekt wird schuldenfrei, so Bernhard Richter, gebe es sogar schon einen Interessenten, der hier wieder einen Gaststättenbetrieb aufbauen würde.

Bis das aber soweit ist, dürfte noch reichlich Zeit vergehen. "Das ist eine ziemlich verfahrene Sache mit komplizierten Verwaltungsverfahren”, verdeutlicht Iris Schülzke. Lösungsansätze seien bereits vorhanden, nun gelte es, diese in geordnete Bahnen zu bringen. Ein erster Schritt allerdings muss sein, dass alle beteiligten Parteien zu Kompromissen bereit sind, so Schülzke