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Schülerakademie punktet mit Windmesser und Windbeutel

Peter Feller von der Schülerakademie erklärte unter anderem die physikalischen Einflussfaktoren bei der Windenergiegewinnung.
Peter Feller von der Schülerakademie erklärte unter anderem die physikalischen Einflussfaktoren bei der Windenergiegewinnung. FOTO: rmr1
Domsdorf/Cottbus. Die zehnte "Nacht der kreativen Köpfe" in Cottbus hat in diesem Jahr erstmals auch Unterstützung aus dem Elbe-Elster-Land bekommen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen) Cottbus informierte die Schülerakademie Elbe-Elster vor dem Audimax der BTU über Wissenswertes rund um die Energiegewinnung aus Wind. Rico Meißner/rmr1

Was sich im Laufe des Abends als Highlight des Standes entpuppte, führte "Wind" allerdings nur im Namen. Es gab nämlich eine Experimentierstrecke. Dort konnten die zahlreichen Besucher Einflussfaktoren auf die Stromerzeugung eines Windrades, etwa Flügelanzahl-, -form und -ausrichtung testen. Es gab drei unscheinbar wirkende Anemometer, also "Windmesser". Und es gab da noch die Windbeutel. Sie entwickelten sich zum Standmagneten und sorgten für viel Belustigung. Umsonst waren sie nicht zu haben. Zuvor galt es zu testen, welche Windstärke man mit eigenem Pusten produzieren kann.

Orkanstärke gepustet

Nahezu alle Besucher lagen mit ihren Schätzungen anhand einer Tabelle vor dem Pusten daneben. Joachim Kärgel, aus der Nähe von Peitz beispielsweise. "Ich dachte, ich bringe eine frische Brise zustande", staunte er, nachdem er das Anemometer wieder auf den Tisch zurückgestellt hatte. "Es ist aber tatsächlich Orkanstärke geworden." Solche hohen Geschwindigkeiten wurden dann auch mit dem flugs umgetauften, großen "Sturmbeutel" belohnt. Ebenso Michael Herzog aus Cottbus, der sich seinen "Gewinn" mit der Familie teilte. "Ich hatte keine Ahnung, dass man so hohe Werte erreichen kann." Er lag bei 162 km/h.

Neben dem Spaß standen aber auch die physikalischen Eigenheiten von Windenergieproduktion bei den Besuchern hoch im Kurs. Bis Mitternacht wurde Peter Feller, ehrenamtliches Mitglied der Schülerakademie und pensionierter Lehrer, nicht müde, den Interessierten die Zusammenhänge anhand der Versuchsstrecke zu erklären. Hier ließ sich die Beeinflussung durch variierte Faktoren, aber unter stets gleichen Bedingungen, nachvollziehbar anhand des Ablesens der produzierten Stromstärke- und Spannung deutlich erkennen. Gleich nebenbei warben sowohl er, als auch seine Ehefrau Ursula für den Elbe-Elster Landkreis. Etwa für die Brikettfabrik "Louise" als lohnenswertes Ausflugs ziel.

Und als kurz vor Mitternacht unter Applaus und viel Gelächter der letzte "Sturmbeutel" über den Standtisch ging, hatten viele gestandene (Ehe)Männer die leidvolle Erfahrung machen müssen, dass Statur und Stärke nicht zwangsläufig die Kraft der Lungen beeinflussen.