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| 02:37 Uhr

Schüler verpassen neuem Haus jetzt eigenes Gesicht

Im Schulgebäude wurden neue Chemie- und Biologiekabinette eingerichtet. Die 10c hatte mit Klassenlehrerin und Chemie-Bio-Fachlehrerin Ines Haase hier gestern ihre erste Unterrichtsstunde.
Im Schulgebäude wurden neue Chemie- und Biologiekabinette eingerichtet. Die 10c hatte mit Klassenlehrerin und Chemie-Bio-Fachlehrerin Ines Haase hier gestern ihre erste Unterrichtsstunde. FOTO: B. Rudow
Herzberg. Gestern war der erste Schultag des Herzberger Gymnasium in seinem neuen Schulgebäude. Der Umzug von der Innenstadt in das ehemalige Oberstufenzentrum ist vollzogen. 359 Schüler und 35 Lehrkräfte haben ein neues Zuhause. Den meisten gefällt es. Birgit Rudow

"Ups, falsche Richtung." Schnell bemerkt eine Schülerin ihren Irrtum und macht kehrt. So wie ihr wird es in den nächsten Tagen noch vielen Gymnasiasten gehen, ehe sie sich im neuen Schulgebäude zurechtfinden. Zur besseren Orientierung hat Schulleiterin Dr. Barbara Pietzonka im neuen Haus gestern für jede Klasse eine Klassenleiterstunde angeordnet. Und so führt Daniela Uhlig gegen halb zehn die 29 Schülerinnen und Schüler ihrer 8 b durch das gesamte Haus. Hier Informatik, da Musik, dort Physik …

Vor fünf Jahren hatten Streit und Diskussionen um den Gymnasiumsstandort in Herzberg begonnen. Jetzt ist er endgültig beendet. Statt in zwei historischen aber engen Gebäuden in der Innenstadt lernen die Schüler jetzt in einem modernen Schulkomplex. Die Mädchen aus der 8 b finden das gut. "Natürlich haben wir die alten Gebäude mit ihrem geschichtlichen Hintergrund traurig verlassen. Aber hier haben wir viel bessere Möglichkeiten, gut zu lernen. Was nutzt die ganze Geschichte, wenn die Bildung auf der Strecke bleibt", sagt Nele. Sie ist Mitglied der Schülervertretung und hat sich von Beginn an für den Umzug eingesetzt. Auch Leyla und Jennifer finden es im neuen Haus besser. "Es ist viel größer, moderner und heller. Und wir müssen nicht mehr zwischen zwei Häusern pendeln", sagen sie. Die Jungs stimmen ihnen zu. Nur Christian kann sich noch nicht mit dem Gebäude anfreunden. Und die Mädchen bedauern, dass sie nicht mehr mal schnell zum Bäcker gehen können. Musiklehrerin Daniela Uhlig steht dem neuen Haus mittlerweile ebenfalls aufgeschlossen gegenüber. Lange hatte sie sich gegen einen Umzug gewehrt. "Ich habe das alte Gebäude mit Wehmut verlassen", sagt sie. "25 Jahre habe ich darin unterrichtet, da hängt meine Seele dran."

Barbara Pietzonka ist froh, dass der Umzug gut gelaufen ist. Auch dank aller Kollegen, der Schulsekretärin und der Mitarbeiter vom Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. Das sieht deren Chef Ciro Scherff genauso. Einige Dinge fehlen noch, wie Tische für den Orchesterraum oder die Verdunkelung für den Physikraum. Die Schulleiterin hofft, dass das noch angeschafft wird. Erst einmal ist aber Kreativität gefragt. "Die Wände im Haus sind noch kahl. Jetzt müssen die Schüler der Schule ein Gesicht verpassen", so Barbara Pietzonka. Wie sie damit vorangekommen sind, kann man sich am 21. Januar beim Tag der offenen Schultür ansehen.