Der SV Herzberg hat gerade einen großen Zulauf von Handball-Anfängern zu verzeichnen. "Wir mussten weitere Hallenzeiten in Anspruch nehmen, weil die Gruppen bei den Kleinsten aus den Nähten geplatzt sind und wir die Gruppen teilen mussten", sagt Karl-Heinz Zeidler. Seit etwa eineinhalb Jahren arbeiten er und seine Lebensgefährtin Conny Knape als Übungsleiter bei der Abteilung Handball des SV Herzberg und haben die Nachwuchsarbeit wieder etwas aufgeweckt, erzählt Karl-Heinz Zeidler.

Beharrliche Arbeit

Dass sich jetzt etwa 30 Bambinis im Alter von drei bis sechs Jahren einmal in der Woche in der Sporthalle tummeln und der Verein wieder in verschiedenen Altersklassen Mannschaften trainieren kann, sei aber nicht das Ergebnis der erfolgreichen Europameisterschaft, so Zeidler, sondern einer beharrlichen Arbeit. Die Übungsleiter halten engen Kontakt zu Kitas und Grundschulen. "Dort werben wir für den Handballsport. Das spricht sich dann rum", sagt Karl-Heinz Zeidler. Und damit die Kleinen und ihre Eltern eine erste Ahnung vom Handball bekommen, erhalten sie einen Zettel. Mit dem können sie an acht Übungseinheiten teilnehmen, und sich dann entschließen, ob sie dem Verein beitreten oder nicht.

Mittlerweile hat der SV Herzberg wieder sechs Nachwuchsmannschaften und die Bambinis. Insgesamt kommen mehr als 100 Kinder und Jugendliche regelmäßig zum Training. Wobei bei den Kleinsten Ballübungen, Gewandtheit und Beweglichkeit im Mittelpunkt stehen. "In der Masse stimmt es wieder bei den Handballern des SV Herzberg. Bei der Klasse hapert es noch. Aber wir wollen wieder ein leistungsstarker Handballverein werden", so Karl-Heinz Zeidler.

Werbung betreiben

Beim BSV Grün-Weiß Finsterwalde sind die jüngsten Handball-Kinder etwa fünf Jahre alt. "Mit Beginn des Jahres haben wir gerade erst eine neue Trainingsgruppe aufgemacht. Das war also noch vor der EM", sagt der Abteilungsleiter Handball beim BSV Lutz Gerndt. Im Verein sei man begeistert von der gestiegenen Medienpräsenz des Handballsports durch die Europameisterschaft und den Titelgewinn des deutschen Teams. Mit konkreter Handballwerbung in Finsterwalde in den nächsten Wochen sollte sich diese Welle hoffentlich auch positiv auf den eigenen Verein auswirken, hofft Gerndt. Genauere Aussagen ließen sich aus seiner Sicht aber frühestens in etwa drei Monaten machen.

Neue Gruppe

Auch der TSV Germania Massen hat in diesen Tagen eine neue Trainingsgruppe mit drei- bis vierjährigen Kindern an den Start gebracht. "Das ist nicht zuletzt der Begeisterung der Eltern in unserer Gemeinde geschuldet, die durch den EM-Erfolg sicher noch zugenommen hat", sagt der Vereinsvorsitzende Roland Richter. Auch die Massener Handballer haben mit der Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Polen mitgefiebert. Während des Endspiels gegen Titelverteidiger Spanien fand gleichzeitig der Seniorenkarneval statt. Doch der Saal war fast leer, weil sich alle im Vorraum vor dem Fernseher eingefunden hatten, erzählt der Vorsitzende.

Große Euphorie

Beim HC Bad Liebenwerda trainieren aktuell etwa 80 bis 90 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren. "Die Euphorie während und nach der EM war überall groß, nicht nur unter uns Handballern. Ob diese Begeisterung jetzt auch einen Effekt auf den Nachwuchs hat, müssen wir abwarten", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Thomas Bölk. Generell habe der Verein Kooperationen mit Grundschulen und gehe schon in die 1. und 2. Klasse, um Kinder für den Handball zu begeistern. Teilweise biete er sogar schon im Kindergarten Arbeitsgemeinschaften an, so Thomas Bölk.

Kein Zulauf erwartet

Der Vereinsvorsitzende des Elsterwerdaer SV Knut Fechner kann bis jetzt in seinem Verein durch die EM keinen vermehrten Zulauf feststellen und er erwartet auch keinen. "Kinder werden durch unsere Aktionen in den Schulen auf den Sport aufmerksam und weniger, weil sie Handball im Fernsehen gesehen haben", sagt er. In der jüngsten Mannschaft des ESV spielen Mädchen und Jungen von vier bis neun Jahren. Training ist immer am Montag von 16.30 bis 18 Uhr in der Halle Elsterstraße.

Chance nutzen

Beim HV Plessa spielen etwa 30 Kinder im Alter zwischen zehn und 17 Jahren. Zwei Mannschaften stehen im Wettkampfbetrieb und fahren für Spiele in der Kreisliga bis nach Peitz. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Frank Wude ist der Meinung, dass der Handball jetzt im Aufwind ist und die Sportart mehr Anerkennung erfährt. "Durch die Erfolge bei der EM gibt es eine Euphoriewelle, die wir jetzt nutzen müssen. Nach dem WM-Titel 2007 ist es dem Sport leider nicht gelungen", meint er. Da bisher noch Ferien waren, könne er aber noch nicht sagen, ob die EM einen Effekt auf den HVP hat.

Verstärktes Interesse

Thomas Boxhorn, Präsident des VfB Doberlug-Kirchhain, spürt in seinem Verein nach Deutschlands EM-Titel-Gewinn ein verstärktes Interesse am Handballsport. "Durch die Handballspiele, die im Fernsehen übertragen wurden, ist das Interesse von Kindern am Handballsport gestiegen. Es kommen Jungen, Mädchen sowie Eltern mit ihren Kindern", sagt er.

Beim VfB Doberlug-Kirchhain kann man im Alter ab drei Jahren das Handballspielen erlernen. In dieser Saison hat der Verein sieben Jugendmannschaften und eine Erwachsenenmannschaft im Spielbetrieb. Sie werden von sieben Übungsleitern trainiert.