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| 01:04 Uhr

Schönheitswettbewerb im Hühnerhaus

Gräfendorf.. Mit Gegacker und Geschnatter wurden bereits am Samstag mehr als 400 Gäste des Rassegeflügelzuchtvereins Gräfendorf herzlich begrüßt. Die 15 Mitglieder hatten zur 26. Ausstellung eingeladen. Aus Platzgründen wechselten sie übrigens von der heimischen Gastwirtschaft, dem „Ponyhof“, zum Gräfendorfer „Hühnerhaus“. Von Serena Nittmann

„Zum zweiten Mal haben wir hier eingeräumt und bekommen so die Möglichkeit, über 600 Tiere in den verschiedensten Rassen und Farbschlägen zu präsentieren“ , betonte der Vereinsvorsitzende Reinhard Arandt, der 1978 mit weiteren zwölf Züchtern den Gräfendorfer Verband gründete. Viele von ihnen hatten vorher schon in Herzberg Erfahrungen gesammelt. Zwischenzeitlich zählte der Verein sogar schon einmal 21 Rassegeflügelzüchter. Doch leider fehlt heute der Nachwuchs, Interessenten wären also herzlich willkommen.
Doch was die 15 Mitglieder in den letzten Monaten und vor allem Tagen leisteten, kann sich durchaus sehen lassen. Der Besucher bekam eine Ausstellung vom Feinsten präsentiert. Zu sehen waren Groß- und Wassergeflügel wie Enten, Gänse, Perlhühner und Puten sowie Hühner, Zwerghühner und Tauben. Von den Stückzahlen her belegten die Tauben den ersten Platz. Sie waren so zahlreich vertreten, dass die Besucher ins Staunen gerieten. Da die Gräfendorfer von benachbarten Vereinen aus Annaburg, Herzberg, Schlieben, Falkenberg, Finsterwalde und Doberlug -Kirchhain unterstützt wurden, gelang es ihnen, die Vielfältigkeit der Rassen und so eine große Farbpalette zu zeigen. Die Vorbereitung dafür begann natürlich schon 2004. Irma und Siegmund Quick stellten die Kataloge zusammen, sorgten für Genehmigungen und vieles andere. Zwischen Weihnachten und Neujahr begann man bereits die K äfige aufzustellen. Klaus Gemeinhardt war übrigens für die wunderschöne Dekoration zuständig. Und am Freitag traten die sieben Preisrichter an, die alle Tiere begutachteten und ihre Beurteilungen vergaben. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Viele Tiere räumten vorher sogar schon bei Bundesschauen Preise ab", so Reinhard Arandt erfreut. Er betonte aber auch, dass man sehr für die Unterstützung der Sponsoren dankbar sei. "Nur so war es uns möglich, wieder so viele Preise und Pokale zu vergeben", fügte der Gräfendorfer hinzu. Dies sei eine Motivation für die Züchter, ihre guten Ergebnisse auch zu halten. "Die Rassegeflügelzucht ist ein fairer Wettstreit. Man muss aber auch anderen den Erfolg gönnen", meinte Siegmund Quick und fuhr fort: "Die Ausstellung ist ein Schönheitswettbewerb. Die Tiere m üssen bei der Bewertung in Form sein, da ist das Fingerspitzengefühl des Züchters gefragt." Für eine Ausstellung müsse man die Tiere unter anderem an den Käfig gewöhnen, so dass sie nicht scheu sind und sich auch mal vorher waschen. Für den Hobbyzüchter spielt aber auch die Haltung, Fütterung sowie das Stallklima eine große Rolle. Das A und O sei allerdings die Liebe zum Tier.
Wer sich über die Ideale jeder Rasse informieren wollte, konnte dies an einer großen Wand voller Bilder tun. Diese Fotos erschienen in der "Kleintierzüchter"-Zeitung und sorgten an beiden Tagen für ausreichend Gesprächsstoff. Ins Auge fiel den vielen Besuchern aber auch die dekorative Aufstellung der vielen Pokale und Preise. So gab es zwei Landesverbandsehrenpreise, die Matthias Böhme und Klaus Graßmann erhielten. Auch zwei Kreisverbandsehrenpreise und drei Ehrenpreise des Bürgermeisters Michael Oecknigk wurden vergeben. Die Wanderpokale vom Verein nahmen Siegmund Quick für die Tauben und Klaus Gemeinhard für die Hühner mit nach Hause. Franziska Heinze aus Rehfeld freute sich ebenfalls als beste jugendliche Ausstellerin über einen gesonderten Ehrenpreis. Und Olaf Schüler, der nun seit zwei Jahren Vereinsmitglied ist, erhielt für die Kingtauben in blau seinen erst en Pokal. Er zeigte zwölf Tiere bei der Ausstellung. Und auch Roland Schulze, der seit Anfang der 80-er Jahre Tauben züchtet, freute sich über die Bewertung seiner Schlesischen Kröpfer. Sie erhielten ein "Vorzüglich". "So hat jede Rasse ihren Reiz. Vom Schnabel, über die Augenfarbe bis hin zur Krallenfarbe gibt es da Standards oder Musterbeschreibungen, die festgelegt sind und der Beurteilung zugrunde liegen", erklärte Reinhard Arandt. Als Vorsitzender hält er dem Verein schon über 25 Jahre die Treue. Er setzte zwar zwischenzeitlich mit der Züchtung aus, will sich aber mit dem Eintritt ins Rentenalter in diesem Jahr wieder voll den Tieren widmen.