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Schnelles Internet
Schnelles Internet für alle Klassen

Foto: goodluz/Fotolia
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Elbe-Elster. Elbe-Elster für Bundesprogramm in drei Lose aufgeteilt. Schulen mit mehr Datenmenge. Von Birgit Rudow

Nach Abschluss des Förderprogramms „Glasfaser 2020“ liegt der Ausbaugrad mit schnellem Internet laut Bundesnetzagentur im Elbe-Elster-Kreis bei etwa 66­Prozent. 6,34 MillionenEuro stehen dem Landkreis jetzt zur Verfügung, die noch vorhandenen weißen Flecken bei der Versorgung mit schnellem Internet (mindestens 30­Mbit/s) im Kreisgebiet zu tilgen. Die 6,34 Millionen Euro sind genau die Summe, die die Wirtschaftlichkeitslücke für eine flächendeckende Versorgung schließt. Die meisten weißen Flecken gibt es dort, wo sich eine Anbindung für private Anbieter wirtschaftlich nicht rechnet.

Der Bund unterstützt den Breitbandausbau mit einem Förderprogramm, in dem auch Elbe-Elster vertreten ist. Eine Ingenieurgesellschaft hat 2016 die noch nicht versorgten Flecken im Landkreis aufgelistet und mit Hilfe eines Markterkundungsverfahrens ermittelt, wo kein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch ein Unternehmen vorgesehen ist. Der wird nämlich nicht gefördert, sondern nur die Gebiete, für die sich bisher kein Versorger gefunden hat.

Die RUNDSCHAU hat im April darüber berichtet. Doch wie sieht der Stand zur Umsetzung des Förderprogramms des Bundes heute, ein halbes Jahr später aus? Das möchte zum Beispiel auch RUNDSCHAU-Leserin Susi Kunze aus Knippelsdorf-Siedlung wissen. Der Ort ist nicht ausreichend versorgt. „Diese weißen Flecken sind über den gesamten Landkreis verstreut. Es handelt sich auch nicht um gesamte Orte, sondern zumeist nur um einzelne Häuser in Randgebieten, die mit dem Programm GF2020 nicht erreicht wurden. Sie sollen jetzt an die bestehende Infrastruktur angeschlossen werden“, sagt Antje Lehmann, zuständige Sachbearbeiterin in der Stabsstelle Kreisentwicklung Elbe-Elster. Knippelsdorf Siedlung gehört übrigens dazu. Die Bürgermeister und Amtsdirektoren wurden darüber informiert, welche Bereiche in ihrer Kommune zur Ausschreibung gebracht werden.

Die Kreisverwaltung hat für diese Orte mittlerweile einen Teilnehmerwettbewerb vorbereitet und ausgeschrieben, so Stabsstellenleiter Matthias Schneller. Damit die Umsetzung nicht so lange dauert, wurde der Landkreis in drei Lose aufgeteilt. Los eins umfasst den nördlichen Landkreis. Das zweite Los betrifft den südlichen Landkreis und die Gewerbegebiete sind im dritten Los zusammengefasst. Das Land hat angeboten, in Gewerbegebieten mit weniger als 30 Mbit/s einen Ausbau auf symmetrisch 1 GB zu begleiten.

Im Rahmen der Interessenbekundung hat es mehrere Anbieter gegeben, so Matthias Schneller. Sie hätten die entsprechenden Unterlagen bekommen. Die Angebotsfrist ende in der 43. Kalenderwoche. „Anschließend beginnt das Verhandlungsverfahren. Hier wird geklärt, in welchem Umfang ausgebaut wird. Die Erschließung muss in dem maximalen Kostenrahmen von 6,34 Millionen Euro bleiben. Wenn die Ausbauverträge unterschrieben sind, geht es an die Feinplanung und die tatsächliche Kostenermittlung“, sagt der Stabsstellenleiter. In der Richtlinie des Bundesprogramms wird von einem Abschluss der Erschließung im Jahr 2018 ausgegangen. „Realistisch ist aber 2019“, so Schneller.Bei den Schulen gab es noch eine Änderung der Förderrichtlinien des Bundes. „Bezugspunkt für die Feststellung eines weißen Flecks ist der Endnutzer. Das heißt, eine Schule gilt nur dann als versorgt, wenn neben der Schulverwaltung auch jede Klasse dauerhaft über eine Datenversorgungsrate von mindestens 30­Mbit/s verfügt“, erklärt Schneller.

Als Beispiel führt er die Herzberger Elsterlandgrundschule mit sechs Klassen und der Schulverwaltung an. An dem Schulgebäude müssten also 210Mbit/s anliegen. Beim Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde mit 29 Klassen müssten es 900 Mbit/s sein. Hier sind es derzeit 30Mbit/s. Elf Schulen wurden über das GF 2020-Programm bisher erschlossen. Für 40 Schulstandorte wurden Eigenausbaumeldungen abgegeben. „Die neuen Anforderungen erfüllt bei uns im Landkreis nicht eine Schule“, so Schneller. Für die Verwaltung bedeutet dies, noch einmal den Markt zu erkunden und die dann noch unterversorgten Schulen in das Verhandlungspaket mit aufzunehmen. „Wir gehen davon aus, dass der Bund für die Schulen zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt“, sagt der Stabsstellenleiter.