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| 16:00 Uhr

Lärm und Verkehr
Schliebenern platzt der Kragen

 Ob Auto, Kleintransporter oder Lkw – irgendwas rollt immer über die Bundesstraße. Die Schliebener Anwohner sind davon genervt. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet.
Ob Auto, Kleintransporter oder Lkw – irgendwas rollt immer über die Bundesstraße. Die Schliebener Anwohner sind davon genervt. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Schlieben. Unterschriftensammlung, die jetzt in der Stadt gestartet wurde, zielt auf die Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der B 87 in der Ortslage ab. Von Sylvia Kunze

Die Anlieger der Herzberger und Luckauer Straße in Schlieben wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Stunde um Stunde die Verkehrslawine über die Bundesstraße 87 an ihren Häusern vorbeirollt. Nahezu allgegenwärtiger Verkehrslärm und jährlich steigende Belastung durch zunehmendes Fahrzeugaufkommen, insbesondere beim Lkw-Verkehr, stinken ihnen schon seit längerer Zeit. Und längst nicht nur denen in direkter erster Reihe.

In einer Anwohnerversammlung haben sie sich gemeinsam mit der Amtsverwaltung darauf verständigt, eine Unterschriftensammlung durchzuführen, um das öffentliche Interesse an der Lösung des Problems zum Ausdruck zu bringen.

Es werden mehrere Möglichkeiten vorgeschlagen, das Verkehrsaufkommen und die Geräuschkulisse durch vorbeifahrende Fahrzeuge in der Ortslage zu senken: Eine Idee seitens der Bürger ist eine bereits in den 1990er-Jahren diskutierte Umfahrung der Ortslage Schlieben mit Beginn am Bahnübergang (Kreuzung Weißenburg) und der Auffahrt zur B 87 im Fichtwald-Ortsteil Naundorf im Bereich des ehemaligen Chausseehauses.

Eine weitere Variante ist die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h für den gesamten Straßenzug im innerstädtischen Bereich. Um auch die Sicherheit der Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu gewährleisten, wird zudem eine Radwegmarkierung vorgeschlagen.

Die drei Vorschläge stehen nun zur Diskussion. Bürger, die ihre Meinung zum Problem kundtun wollen, können auf den Listen ankreuzen, welche der drei Varianten sie einfordern. Die Unterschriftenlisten liegen im Bürgerbüro des Amtes Schlieben (Zimmer 119) aus.

Das Thema des steigenden Verkehrs auf der Bundesstraße ist in Schlieben kein neues, sondern es wird schon seit Jahren diskutiert. Im Amt ist man deshalb nicht untätig geblieben. Erst im vorigen Jahr war die Ortsdurchfahrt über einige Wochen gesperrt. Grund waren umfangreiche Schachtsanierungen, um den Geräuschpegel zu senken, der entsteht, wenn Fahrzeuge über abgesackte Gullis fahren. Sowohl Landesstraßenbetrieb als Baulastträger der Straße als auch Wasserverband brachten die in ihrem Verantwortungsbereich liegenden „Störenfriede“ in Ordnung.

Zwar durchqueren die PS-starken Karossen die Ortslage nun störungsfreier, die enorme Belastung, die der stetige Verkehrsstrom aber mit sich bringt, ist deshalb kaum kleiner geworden. In mehreren Vor-Ort-Terminen habe man mit dem Straßenverkehrsamt bereits nach Lösungen gesucht. Selbst Messungen des Verkehrsaufkommens seien schon erfolgt, ist aus dem Amt Schlieben zu erfahren.

Änderungen vor Ort hat es bisher aber keine gegeben. Bürgerbeschwerden reißen deshalb nicht ab. Das Amt hatte deshalb letztlich zur bereits erwähnten Anwohnerversammlung eingeladen und ist angesichts der großen Resonanz darin bestätigt worden, die Bundesstraße noch deutlicher und intensiver ins Blickfeld der künftigen Aktivitäten zu rücken.

Erst einmal wolle man nun sehen, wie sich die Bürger positionieren und dann entsprechend ihres per Unterschrift erteilten „Auftrages“ reagieren und an die verantwortlichen, sprich genehmigenden Stellen herantreten, stellt Andy Müller, Leiter der Stabsstelle des Amtes Schlieben, in Aussicht. Die Umfahrung, sollte sie mehrheitlich gefordert sein, dürfte dabei die anspruchsvollste Aufgabenstellung sein und sicher mehrerer Anläufe und Gespräche bei verschiedenen Ämtern und Behörden bedürfen. Tempo 30 und Radwegmarkierung erfordern sicher einen deutlich kleineren Dienstweg. Diesbezüglich würde man beim Straßenverkehrsamt des Landkreises vorsprechen und auf ein Einlenken hoffen.

Öffnungszeiten des Bürgerbüros: Montag, Mittwoch 8 bis 16 Uhr, Dienstag, Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr