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| 13:55 Uhr

Ideenschmiede
Viele Zukunftspläne für den Drandorfhof

 Blumenpflege im Drandorfhof in Schlieben ist für Angestellte Angelika Quaschning selbstverständlich. Aber die schönsten Blumen können nicht vergessen lassen, dass im und am Drandorfhof Hand angelegt werden muss, damit er ansprechend bleibt.
Blumenpflege im Drandorfhof in Schlieben ist für Angestellte Angelika Quaschning selbstverständlich. Aber die schönsten Blumen können nicht vergessen lassen, dass im und am Drandorfhof Hand angelegt werden muss, damit er ansprechend bleibt. FOTO: Dieter Müller
Schlieben. Das Ziel ist klar umrissen: Im Rahmen von fälligen Reparaturen und Sanierungen muss das Schliebener Bauensemble gleich für die Zukunft gut aufgestellt werden. Für die Stadt ist das ein Großprojekt mit noch ungewissem Ausgang. Von Sylvia Kunze

Die Zahlen sehen gar nicht so schlecht aus. Der Drandorfhof ist immer besser ausgelastet. 89 Veranstaltungen im Schafstall in Vorjahr (2017: 75), 53 in der Backstube (41) sowie 157 Übernachtungen in den Ferienwohnungen (138). Und dennoch: Der Schliebener Drandorfhof in Hand der Stadt schreibt bei Weitem keine schwarzen Zahlen. Allein die Unterhaltung hat im Vorjahr an die 20 000 Euro gekostet.

Wie kann das Areal rentabler geführt werden? Was ist zu tun, um den zur Jahrtausendwende sanierten und noch schon wieder in die Jahre kommenden Hof bei anstehenden Sanierungen und Reparaturen gleich fit für die Zukunft zu machen? Die Schliebener Stadtverantwortlichen beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit mit diesen Fragen und entwickeln erste Ideen. Inwieweit die sich umsetzen lassen, ist und bleibt alles Sache der finanziellen Situation der Stadt, um die es seit einigen Jahren schon leider nicht mehr so gut bestellt ist, und dem Erfolg beim Einsammeln von Fördermitteln geschuldet.

Erste Veränderungen sind im Gange

Im Speicher vollziehen sich bereits die ersten Veränderungen. Dort ist Eckhard Krähe aus Lebusa „eingezogen“. Nicht er selbst, aber seine Märchenfiguren, die Jahr für Jahr zum Lebusaer Weihnachtsmarkt zahlreiche Besucher eigens nur deshalb anlocken. „Mit genau so viel Herz und Liebe, wie er die Figuren selbst erstellt hat, richtet er auch die Ausstellung ein“, berichtet Jessica Kessel, Tourismusverantwortliche im Schliebener Land. Außerdem, ergänzt sie, soll der Speicher mit der Ausstellung der historischen Gerätschaften überarbeitet werden. Die Bundesfreiwilligendienst-Leistenden sollen sich der Arbeit annehmen.

Die Bauernstube, so die Idee, soll eine Übernachtungsstätte werden. Thema: „Schlafen, wie im 19. Jahrhundert“ — „mit Nachttopf und Kerze und allem, was dazu gehört“, umreißt Jessica Kessel den Plan und hofft perspektivisch auf genügend Abenteuerlustige, die so eine Nacht einmal erleben wollen. Parallel dazu ist von einem Jugendcamp im Dachboden des Hauptgebäudes die Rede.

Stadt für Gäste attraktiv machen

Hinter allen Überlegungen steht immer auch die Frage, verrät die Tourismusfrau, wie es gelingen kann, Gäste nach Schlieben zu locken — bestenfalls ein wenig länger. Denn: „Gäste in Schlieben für mehr als einen Tag zu halten, ist eine echte Herausforderung“, weiß die Schliebener Bürgermeisterin Cornelia Schülzchen. Im Drandorfhof werde kein Personal vorgehalten, um Übernachtungsgäste mit Essen zu versorgen. Sie sind auf sich allein gestellt. Einkehrmöglichkeiten gibt es nur wenige. Das verleitet nicht gerade zum Bleiben.

Dabei scheint sich der Besucherstrom doch so langsam zu entwickeln. „Wir registrieren zunehmend mehr Fahrradtouristen und Wanderer, die eine Nacht bleiben und dann weiterziehen“, hat Jessica Kessel beobachtet.

Einige Investitionen auf dem Plan

Für sie wie für alle anderen, die den Schliebener Drandorfhof ansteuern und besuchen wollen, optimale Bedingungen zu schaffen, bleibt städtisches Großprojekt. Jährliche Instandhaltungen und Pflegemaßnahmen gesellen sich zu den nötigen, größeren Investitionen. Zu denen zählt das Errichten einer neuen Küche mit Gastro-Geschirrspüler, die Reparatur der Lüfter im Schafstall, die Modernisierung der Ferienwohnungen und so ganz nebenbei bräuchte auch die Tourist-Info selbst ein moderneres und ansprechenderes Gesicht.

„Wir müssen sehen, wie wir das alles finanziell stemmen können“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Schülzchen. Aktuell befasse man sich mit der Haushaltsplanung für 2019. Wie viele Mittel dabei der Drandorfhof abbekommen kann, bleibe noch abzuwarten, bis der Entwurf auf dem Tisch liege, von den Abgeordneten diskutiert und danach beschlossen werde.