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| 02:39 Uhr

Schickt Kanzlerkandidat Schulz Amtsinhaberin Merkel in Rente?

Elbe-Elster-Kreis. Schickt der bisherige Europapolitiker Martin Schulz und jetzige SPD-Kanzlerkandidat die Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) in Rente? Und bekommen es die Christdemokraten jetzt mit der Angst zu tun? Die RUNDSCHAU hat sich in der Region umgehört: Stefan Wagenmann (55), SPD-Kreisvorstand Falkenberg: "Martin Schulz ist ein ebenbürtiger Gegner für Merkel, mit ihm kann die SPD etwas gewinnen. Es kam zwar überraschend, dass er auch gleich noch als Parteivorsitzender vorgestellt wurde, aber es ist ja schön, dass die SPD noch überraschen kann (lacht). Es fragte Steven Wiesner.

Er ist ein Mann mit klarer Kante und Durchsetzungsvermögen. Seine Nominierung stimmt mich optimistisch."

Marco Hammer (43), SPD-Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung Herzberg: "Ich hätte nicht auf ihn getippt, aber es fühlt sich erstmal gut an. Martin Schulz hat eine reelle Chance, aber er muss auch entsprechend vermarktet werden. Innerpolitisch stand und steht er noch nicht so im Fokus wie Sigmar Gabriel oder Frank-Walter Steinmeier. Das kann auch ein Vorteil sein, aber der Mann muss jetzt richtig platziert werden. Ich denke, die SPD muss sich auch mit ihm ganz schön strecken."

Alexander Piske (30), Kreistagsabgeordneter und stellvertretender SPD-Kreisvorstand Finsterwalde: "Seine Kandidatur schlägt ein wie eine Bombe. Er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er hat Europa ein Gesicht gegeben, er ist das sozialdemokratische Aushängeschild von Europa und er kann Merkel Paroli bieten. Natürlich muss er als Parteivorsitzender erstmal klarstellen, welche Linie er vorgibt. Aber erstmal jubeln alle."

Lutz Kilian (55), SPD-Kreisvorstand Doberlug-Kirchhain: "Es hat mich gefreut, dass Martin Schulz nominiert wurde und ich ziehe gleichzeitig auch den Hut vor Sigmar Gabriel, dass er so verantwortungsbewusst gehandelt und seinen Rückzug erklärt hat. Martin Schulz hat bessere Chancen als Sigmar Gabriel und auch weitaus bessere Chancen als Peer Steinbrück vor vier Jahren. Er ist ein integrer Politiker und hat in Brüssel einen Spitzenjob gemacht."

Sandra Nauck (42), SPD-Kreisvorstand Herzberg und Fraktionsvorsitzende in der Herzberger Stadtverordnetenversammlung: "Seine Aufstellung hat mich hocherfreut, denn die Wählbarkeit der SPD wurde dadurch erheblich gesteigert. Sein großes Plus ist seine Unverbrauchtheit. Er hat außenpolitisch viel erreicht und nährt damit die Hoffnung, auch innenpolitisch etwas bewegen zu können."

Rudolf Scheibe (71), ehemaliger SPD-Fraktionsvorsitzender in Elsterwerda: "Wie groß die Chancen von Martin Schulz sind, muss man abwarten. Er ist sicher redegewandt und gut ausgebildet und hat größere Chancen als Gabriel. Die SPD hatte aber auch mit Peer Steinbrück vor vier Jahren einen guten Kanzlerkandidaten, der leider von den Medien niedergeschrieben wurde. Hier ist Martin Schulz noch nicht so leicht angreifbar."

Rainer Genilke (48), Landtagsabgeordneter Elbe-Elster und CDU-Kreisvorstand Finsterwalde: "Angst hat doch kein Mensch mehr, egal wen die da vorne hinstellen. In meinen Augen hat Schulz die Flüchtlingskontingente in Europa nicht hinbekommen und er war auch für die Eurobonds und wollte damit eine Schuldenübernahme anderer Länder für Deutschland, was sich in keiner Weise mit meinen Vorstellungen deckt. Von daher sehe ich diese Personalie relativ gelassen. Es hat sich für uns nichts geändert. Die CDU hat immer noch die besseren Konzepte."

Thomas Boxhorn (47), CDU-Kreisvorstand Doberlug-Kirchhain: "Wir haben die Personalie Schulz zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht. Wir wollen uns mit uns beschäftigen und nicht in andere Lager schauen. Schließlich geben wir weiterhin den Ton an und es gibt sowohl innerhalb der CDU als auch außerhalb keine Alternative zu Angela Merkel."