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Schalung für die Neudecker Brücke

Die Stirnwände des Mittelbogens der Brücke bei Neudeck sind verschalt. Ab Montag soll dort der Beton gegossen werden.
Die Stirnwände des Mittelbogens der Brücke bei Neudeck sind verschalt. Ab Montag soll dort der Beton gegossen werden. FOTO: Kunze
Neudeck. Die Arbeit an der unter Denkmalschutz stehenden Brücke über die Schwarze Elster bleibt knifflig – und damit auch der Zeitverzug von etwa sechs Wochen. Sylvia Kunze

Schalung anbringen, Beton gießen, fertig. Das sind Arbeitsgänge, die beim Brückenbau zwar nicht unbedingt nebenbei bewältigt werden, in der Regel aber vom technologischen Ablauf auch keine "hohe Kunst" darstellen. An der unter Denkmalschutz stehenden Brücke über die Schwarze Elster zwischen Neudeck und Kleinrössen sieht das jedoch anders aus.

"Das ist die reinste Fummelarbeit", beschreibt Bauüberwacher Steffen Kulka vom Landesbetrieb für Straßen, was seit Wochen passiert. Er ist vor Ort, um sich die Arbeit anzusehen. "Sehr sauber, sehr akkurat ausgeführt", lobt er. Der Mittelbogen der Stirnwand ist inzwischen fertiggestellt. Hier ist die Schalung komplett fertiggestellt. Ab Montag soll betoniert werden. Nach dem Ausschalen geht es mit dem Schalen und Betonieren der äußeren Randbögen weiter.

"Dort zum Beispiel", zeigt Kulka auf ein Detail inmitten der Stahlstreben, "dort haben die Arbeiter sich richtig was einfallen lassen, damit die alte Optik der Brücke erhalten bleibt." Kulka zeigt auf einen Holzkasten im Stahlgeflecht, fast filigran gefertigt. Er wird dafür sorgen, dass im frischen Beton ein "Muster" bleibt. Eins nach dem Vorbild der alten Brücke.

Von der ist vor Beginn der Sanierung ein genaues Bild erstellt worden. "Wir haben sie praktisch gescannt, damit wir nah am Original arbeiten können", berichtet der Bauüberwacher und zeigt auf die Unterseite der drei Brückenbögen. Dort wolle man Probeflächen vorbereiten, damit die Denkmalschützer entscheiden können, ob nach der Verpressung der Risse die jetzige Unteransicht noch der des Altbauwerkes entspricht oder ob weitere Arbeiten nötig werden.

Bereits fertig geworden sind auch die Auflageflächen auf den drei Brückenbögen für die versteifenden Querträger. Sie sehen wie Treppen aus.

Die sechs Wochen Bauverzug, die bereits bei der umfangreichen Verpressung der Risse entstanden sind, können wohl nicht mehr aufgeholt werden. Kulka und alle anderen Bauverantwortlichen hoffen auf milde Herbst- und Wintertemperaturen, damit keine Baupause eingelegt werden muss. Solange es keinen Frost gebe, könnten selbst Betonarbeiten weiter ausgeführt werden, heißt es. Eine Fertigstellung noch in diesem Jahr, wie sie bei Baubeginn avisiert worden war, wird trotzdem immer unwahrscheinlicher. Zum Glück kann der Verkehr über die Behelfsbrücke rollen, sodass der Bauverzug für keine größeren Einschränkungen sorgt.