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Sturm Xavier
Schäden halten sich in Grenzen

Der Sturm "Xavier" hat in den Wäldern der Region zahlreiche Bäume entwurzelt. Die Revierförster bitten die privaten Waldbesitzer, die Wege auf ihren Flächen frei zu räumen.
Der Sturm "Xavier" hat in den Wäldern der Region zahlreiche Bäume entwurzelt. Die Revierförster bitten die privaten Waldbesitzer, die Wege auf ihren Flächen frei zu räumen. FOTO: Fotolia/Kwarner
Herzberg. Förster inspizieren ihre Bereiche nach "Xavier". Der Schaden ist geringer als nach dem Sommer- sturm. Waldbesitzer sollen Wege freimachen. Birgit Rudow

Der Sturm "Xavier" ist fast eine Woche her. Die Feuerwehren in Elbe-Elster waren vor allem im Altkreis Herzberg im Dauereinsatz. Sie mussten umgefallene Bäume und herabgefallene Äste von den Straßen räumen. Zugpendler spüren die Auswirkungen des Unwetters auf der Bahnstrecke Cottbus-Berlin noch bis heute.

Und wie sieht es in unseren Wäldern aus? Was hat "Xavier" hier angerichtet? Einen genauen Überblick gibt es darüber noch nicht. "Jeder Eigentümer muss seine Fläche begutachten. Die Schäden sind ganz unterschiedlich. Das kommt darauf an, ob es sich um Jung- oder Altbestände handelt. Bei den vom Sturm im Sommer vorgeschädigten Flächen ist ‚Xavier' in die Lücken rein. Es hat aber bisher noch keine Anträge auf Kahlschlag wegen des Sturmereignisses gegeben. Die können Waldbesitzer stellen, wenn augenscheinlich mindestens zwei Hektar betroffen sind", erläutert Uwe Lewandowski, Leiter der Oberförsterei Hohenleipisch, der zur Zeit auch für den Bereich Herzberg zuständig ist. Bisher seien keine größeren Schäden bekannt, sagte auch Gisbert Herold von der Landeswaldoberförsterei Doberlug.

Die Revierförster haben in den vergangenen Tagen ihre Bereiche gründlich in Augenschein genommen. "Ich bin mittlerweile fast alles abgefahren. Vereinzelt sind Kronenbrüche zu verzeichnen, ab und an auch ein Wurf. Aber die Schäden sind nicht zu vergleichen mit denen, die der Sturm am 22. Juni angerichtet hat", sagt der Revierleiter Fermerswalde Klaus Mann. Darüber ist er heilfroh, denn in seinem Revier sind noch gar nicht alle Schäden vom Sommer behoben, weil die Arbeiten zurückgestellt wurden, um in noch schlimmer betroffenen Bereichen zu helfen.

In Grenzen halten sich diesmal auch die Schäden im Falkenberger Revier, doch ganz ungeschoren ist man auch hier nicht weggekommen. "Vor allem, wo der Sturm vom Sommer im Stadtwald Löcher hinterlassen hat, sind jetzt noch ein paar Baumwürfe hinzugekommen", sagt Revierförsterin Doris Reimann. Ansonsten hat Sturm "Xavier" vor allem an den Waldrändern und in der Nähe von Windrädern, zum Beispiel bei Rehfeld, zugeschlagen. Doris Reimann bittet die privaten Waldbesitzer, unbedingt auf ihren Flächen zu schauen, ob die Wege frei oder durch umgestürzte Bäume versperrt sind. Dann sollten sie dafür sorgen, dass die Waldwege freigeräumt werden, sagt sie.

Bei Schönewaldes Revierförsterin Kati Protsch hat am gestrigen Dienstag oft das Telefon geklingelt. "Die Waldbesitzer haben sich am Wochenende umgeschaut. Es ist gut, dass sie sich kümmern", sagt sie. Und sie haben natürlich jede Menge Fragen an die Försterin. Die Schäden seien nicht großflächig, so Kati Protsch. Es seien vereinzelt Bäume umgefallen, auch an Stellen, an denen man das gar nicht für möglich gehalten habe. "Mal sind es auf den Flächen zehn, mal 20 und mal 30 Bäume. Und meistens die besten Exemplare mit den größten Kronen, auch Laubbäume", sagt sie. "Für die meisten Waldbesitzer ist es schwierig, das Holz selbst aufzuarbeiten. Und für Brennholz ist es einfach zu schade. Der Herbst und der Winter sind die Hauptschlagzeit für die Forstunternehmen. Die Auftragsbücher sind auch ohne den Windbruch voll. Die Mengen, die jetzt nach dem Sturm in den Wäldern anfallen, sind für die großen Forstunternehmen zu gering und für die Waldbesitzer zur Selbstaufarbeitung zu groß", so die Försterin. Sie versucht jetzt, in ihrem Revier Mengen zu sammeln, um sie zur Aufarbeitung anzubieten. "Aber das wird schwierig", meint sie.

Auch Kati Protsch bitte die Waldbesitzer, die Wege freizumachen. Mit dem Auto käme sie an einigen Stellen kaum durch. Spaziergängern und Pilzsuchern rät Kati Protsch, im Wald Vorsicht walten zu lassen und den Blick öfter auch mal nach oben zu wenden. "Es können noch Kronen hängen, und einige Bäume stehen schräg. Die müssen auch noch raus", sagt sie.