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Schadstellen am Deich sollen repariert werden

Nahe des Uebigauer Schöpfwerkes.
Nahe des Uebigauer Schöpfwerkes. FOTO: Klemke
Uebigau. Zwischen Münchner Elsterbrücke und Uebigauer Schöpfwerk sowie flussabwärts kurz vor der Elsterbrücke bei Neudeck sind Reparaturarbeiten am Damm der Schwarzen Elster angekündigt. Genau in diesen Bereichen waren beim Hochwasser 2013 Schadstellen offenkundig geworden. Voraussichtlich im Mai sollen die Arbeiten beginnen. Sylvia Kunze

Aus Sicht des Falkenberger Naturschützers Dieter Lehmann ist es schon schlimm genug, dass an der Schwarzen Elster zwischen Bomsdorf und Neudeck beidseitig intensiv gebaggert wurde und aus dem Fluss immer mehr "ein durch Menschenhand rigoros regulierter Wasserabflusskanal" wird. Nun auch noch das: In den vergangenen Tagen wurden bei München und bei Neudeck "insgesamt 15 landschaftsprägende, zum Teil hundertjährige Eichen und Birken gefällt", hat er nachgezählt. Auch der Uebigauer Naturfreund Klaus Klemke stand fassungslos vor den Baumstümpfen und fragt genau wie Dieter Lehmann, wie es mit der Deichsanierung an der Schwarzen Elster im Uebigauer Bereich weitergeht und ob Ersatzpflanzungen geplant sind.

Dr. Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, signalisiert, dass die Baumfällungen bei München und Neudeck die Vorboten weiterer Arbeiten sind. An beiden Flussabschnitten hatte es während des Hochwassers 2013 massive Probleme gegeben, weshalb sie danach in die Kartierung der Schadstellen eingegangen sind, die es nach und nach zu reparieren gilt. "Zur Beseitigung der Schadstelle muss der Deich neu aufgebaut werden. Der Erhalt der Bäume ist nicht möglich", informiert Schade auf RUNDSCHAU-Anfrage mit Blick auf die erfolgten Abholzungen bei Neudeck und München.

Die Bäume seien selbstverständlich zuvor auf geschützte Lebensräume und Arten untersucht und naturschutzfachlich bewertet worden, versichert er und bekräftigt die Ministeriumshaltung: "Deiche sind in erster Linie Hochwasserschutzanlagen" und "im Hochwasserfall stellen Bäume und deren Wurzeln auf Deichen ein erhebliches Risiko dar". Für die gefällten Exemplare verweist Schade auf Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen durch "die Flächenagentur beim NaturSchutzFonds, mit der es einen Vertrag für die Kleine Elster gibt".

Die Reparaturarbeiten im Bereich München sollen im Frühjahr beginnen, nach aktuellen Abstimmungen im Mai, wenn die Brückenbaumaßnahme abgeschlossen ist. Dann sollen die Baumstümpfe entfernt, die Wurzeln gerodet und der Damm neu aufgebaut werden, so der Pressesprecher. Auch der Bereich Neudeck steht für dieses Jahr auf der Vorhabenliste. Einen Termin für den Baustart gibt es dort aber noch nicht.

Aktuell werde auch noch oberhalb von Wahrenbrück an einer Deichsanierung gearbeitet, die im Sommer beendet sein soll. Außerdem werde die Stadt von anderen, schon umgesetzten Projekten profitieren, denn "beim Hochwasserschutz geht es immer um das Zusammenspiel vieler Maßnahmen. Was am Oberlauf erreicht werden kann, entlastet den unteren Bereich."