Seine Geschichten bezeichnet er zum Teil als komisch, manchmal absurd und traurig wirkend: "Sie erinnern an Sozialismus, Wende und den Übergang." Es sind Geschichten aus dem Alltag im Osten Deutschlands und aus der ebenfalls, wie er sie nennt verschwundenen Sowjetunion. "Eine handelt in Falkenberg und ist etwas ernster, sie erzählt von der Rückkehr meines Vaters aus der Gefangenschaft", so der Autor. Nicht nur der Text, sondern auch die Karikaturen stammen aus seiner Feder. Und gewidmet hat er das Erstlingswerk seinem Bruder. Walter Stallinger beteuerte, dass die Geschichten alle erlebt wurden. Sie seien am besten bei Tee und Russisch Brot genießbar. Aber nicht deshalb hieße das Buch so. Der ehemalige Lehrer für Deutsch, Russisch und Englisch begründet seine Wahl so: "Russisch Brot ist sehr brüchig. Die Tüte enthält oft nur halbe Stücke, so wie meine Geschichten, die nicht alle beendet sind und zum Nachdenken anregen." Untermalt mit passender Musik las er während einer kleinen Kaffeestunde in der Galerie der Herzberger Stadtbibliothek, zu der es natürlich auch Russisch Brot gab, in seinem Buch. Rund 20 Gäste, unter ihnen viele Landfrauen, folgten der Einladung. Erschienen ist das Buch im Engelsdorfer Verlag. Der zweite Band liegt als Manuskript vor, heißt "Russisch-Weiß-Blau-Rot" und enthält literarisch verarbeitete Geschichten von Trassenbauern. Am 18. November liest Walter Stallinger um 19 Uhr in der Falkenberger Bibliothek aus seinem Buch.