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| 01:02 Uhr

Rosen für die rastlose Reni

Irene Eigendorf nahm am Mittwoch zahlreiche Blumen und Glückwünsche von ihren Mitstreitern entgegen. Jeder Gratulant hatte eine Rose mitgebracht.
Irene Eigendorf nahm am Mittwoch zahlreiche Blumen und Glückwünsche von ihren Mitstreitern entgegen. Jeder Gratulant hatte eine Rose mitgebracht. FOTO: Foto: Sven Gückel
Körba.. Die Überraschung stand Irene Eigendorf schier ins Gesicht geschrieben. Mit einem Strauß voller Rosen empfingen sie am Mittwoch die 38 Mitglieder des Seniorenclubs Körba zur monatlichen Kaffeerunde, dankten ihr so für 25 Jahre uneigennütziges Engagement als Clubvorsitzende. Von Sven Gückel

Auf den Tag genau vor einem Vierteljahrhundert hatte sie die Leitung des damals noch unter dem Mantel der Volkssolidarität agierenden Clubs übernommen. Auslöser in jener Zeit waren die „Hilferufe“ von agilen Einwohnern des Ortes, die einen gemeinsamen Treffpunkt wünschten. Trotz eigener beruflicher Belastungen und der vier Kinder im Haus gab es für „Reni“ , wie sie im Ort gerufen wird, kein langes Überlegen. „Den Entschluss habe ich bis heute nie bereut“ , gab sie gegenüber der RUNDSCHAU zu. Gleichwohl sie sich doch manchmal wünscht, als nun aktive Rentnerin auch einmal die Beine unter den Tisch stecken zu dürfen. Doch dafür räumt sie sich selbst keine Gelegenheit ein. Fortwährend organisiert sie für ihre Mitglieder Veranstaltungen, plant Tagesreisen mit dem Bus oder sucht Kontakte zu anderen Clubs. „Ohne sie würden wir wohl auf Vieles verzichten müssen“ , zeigt sich daraufhin Christel Weisbrodt im Namen aller anwesenden Senioren dankbar. Radtouren in das Körbaer Umland, gemeinsame Spaziergänge am See, Besuche im Kino-Café Dahme oder Busfahrten in die Sächsische Schweiz, nach Berlin oder, wie in diesem Jahr geplant, zur F-60 nach Lichterfeld entstammen alle ihrem Gedankengut. Auch die Gründung des Frauenchors Körba-Schöna-Kolpien kam auf ihre Initiative hin zustande. Das Zepter gibt sie bei ihrer Arbeit nur selten aus der Hand. Vielmehr versteht sie es, eventuelle Zweif-ler immer wieder für ihre Ideen zu begeistern und sie letztlich auch mit dem Ergebnis zu überzeugen.
Seit der ersten Stunde an ihrer Seite befindet sich Otto Knuppe. Der 82-Jährige gehörte einst zu den Gründungsmitgliedern des Clubs. Das älteste Mitglied ist er aber bei weitem nicht. Dieser Titel steht Marie Watzke zu. Mit ihren 95 Jahren nimmt sie zwar nicht mehr regelmäßig am Clubleben teil, fühlt sich aber dennoch zugehörig zur Truppe. „Wir versuchen sie weitestgehend mit einzuschließen, indem wir ihr beispielsweise nach unseren Kaffeerunden etwas Kuchen vorbei bringen und mit ihr erzählen“ , ergänzt Irene Eigendorf.
Als letzter Gratulant stand der Clubchefin am Mittwoch ihr Gatte Manfred mit einer Rose gegenüber. Als ehemaliger Bürgermeister von Körba gehörte er ab 1981 automatisch zum Vorstand des Seniorenclubs. So zumindest verlangt es dessen Satzung.
Viel Zeit zum Hochlebenlassen ließ Irene Eigendorf ihren Clubmitgliedern aber nicht. Das Frühlingsfest wurde besprochen, zu dem sich die Körbaer jedes Jahr mit Gästen aus Lebusa, Knippelsdorf und Freileben treffen.