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Rettungswache Nr. vier ist in Arbeit

Statt Grundstein setzen galt es gestern, im Neubau der Herzberger Rettungswache eine Hülse zu versenken.
Statt Grundstein setzen galt es gestern, im Neubau der Herzberger Rettungswache eine Hülse zu versenken. FOTO: sk
Herzberg. Zwei Millionen Euro will sich der Landkreis Elbe-Elster den Bau der neuen Rettungswache in Herzberg kosten lassen. Im Büdinger Bogen 31, gleich hinter der Aral-Tankstelle, war am gestrigen Donnerstag Grundsteinlegungstermin. Sylvia Kunze

Aber weil schon seit dem 3. Mai gebaut wird und der Gebäudekomplex bereits deutliche Konturen annimmt, wurde eben mal kein symbolischer Grundstein mehr gesetzt, sondern eine Hülse in eine der Mauern eingelassen. Die enthält nach alter Sitte Zeitdokumente für die Nachwelt.

Im Hier und Jetzt lebend ist den Verantwortlichen des Landkreises und des Eigenbetriebes Rettungsdienst schon seit Längerem klar gewesen, dass sich an der Rettungswachen-Situation in Herzberg etwas ändern muss. "Wir wollen die Einsatzzeiten einhalten und die Hilfsfristen gewährleisten", bekräftigt Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Und weil im Notfall jede Sekunde zählt, war man sich bewusst, dass da aktuell in der Kreisstadt einiges zu verbessern wäre. "Im Einsatzfall erst die Treppe runter, dann über den Hof - das kostet alles unnötige Zeit", skizziert Sebastian Weiss, Werkleiter des kreislichen Eigenbetriebes Rettungsdienst.

Deshalb sind sich Heinrich-Jaschinski und Weiss einig, dass man mit dem Neubau ebenso in optimale Bedingungen für die derzeit im Herzberger Bereich 46 Beschäftigten wie in die Rettung von Menschenleben investiere. "Hier wird was für die Zukunft gemacht. Hier entsteht eine moderne Rettungswache", bekräftigt Weiss.

Er sieht in der Investition "ein klares Bekenntnis des Landkreises zum Rettungsdienst" und weiß um die vielen Vorbereitungen, die nötig waren, bis das Bauprojekt an den Start gehen konnte. Allein die Suche nach dem optimalen Standort habe gedauert. Es habe mehrere Überlegungen gegeben. Letztlich ist Weiss mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Im entstehenden Gebäudekomplex im Büdinger Bogen wird es neben den Aufenthalts- und Sanitärräumen auch Platz für eine kleine Küche, für Rückzugsmöglichkeiten der Beschäftigten, für einen Schulungsraum sowie für fünf Fahrzeugstellplätze und eine Waschgarage mit angeschlossener Desinfektion geben. "Wer die jetzigen Bedingungen vor Ort im Nixweg kennt, weiß, welcher Gewinn das hier für alle ist", sagt der Werkleiter mit Blick über den entstehenden neuen Komplex.

Die Diensthabenden der Herzberger Rettungswache lassen sich deshalb auch nicht lange bitten, beim Versenken der Hülse zumindest symbolisch mit zuzufassen. Sie freuen sich schon auf ihr "neues zweites Zuhause", ist den Gesprächen zu entnehmen. Weiss bekräftigt das und verweist auf die viele Zeit, die die Rettungsdienstler in den Wachen verbringen. Investitionen, wie es sie in den Vorjahren bereits in Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain und Uebigau gegeben hat und auch nach Herzberg noch weiter geben soll, zum Beispiel in Bad Liebenwerda, seien deshalb unerlässlich - nicht nur der Fahrzeuge wegen, die immer größer werden und kaum noch Platz in den Garagen haben.