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| 18:03 Uhr

Vollmondrunde in Herzberg
Rettet die (Frühlings-)Nächte vor zu viel Lichterfülle

Beleuchtung des Dahmer Rathauses – mit dem bloßen Auge sind nur wenige Sterne erkennbar.
Beleuchtung des Dahmer Rathauses – mit dem bloßen Auge sind nur wenige Sterne erkennbar. FOTO: jr / lr
Herzberg. Am 24. April findet die nächste Vollmondrunde der Herzberger Sternfreunde statt. Es geht um zu viel Licht in der Nacht.

Am 24. April laden  die Herzberger Sternfreunde um 19 Uhr wieder zur Vollmondrunde ins Planetarium ein.  In dieser Vollmondrunde werden die negativen Auswirkungen der nächtlichen Lichterfülle diskutiert, die nicht nur für die Sterngucker und Astronomen ein immanentes Problem darstellen, so Jochen Rose vom Planetarium. Es leidet darunter die gesamte Natur und nicht zuletzt der Mensch selbst in sehr vielfältiger Weise: Insekten- und Vogelsterben, Schlafstörungen bei Menschen und Tieren, Heimatverlust durch Abbaggerung, Anstieg der Treibhausgase und Klimafolgen, kommunale und private Kostensteigerungen und vieles, vieles mehr, erläutert er.

Gleichzeitig werde aber gezeigt, welche Alternativen bestehen und was jeder selbst gegen diese Art Umweltverschmutzung tun kann. Doch die Sterne sind hier nur ein Symbol für die vielen anderen menschenverschuldeten Umweltschäden.

Nach den kalten und teilweise recht klaren Wintertagen und -nächten beginnt die längere Beobachtung des Sternenhimmels wieder mehr Freude zu machen, so Rose. Im Westen sind in der Abenddämmerung noch einige typische Wintersternbilder wie der Orion oder die Zwillinge zu erkennen. Am auffälligsten jedoch ist die sehr helle Venus zwischen dem Siebengestirn, den Plejaden, und dem rötlich leuchtenden Hauptstern des Stiers, dem Aldebaran. Durch die Erddrehung nähert sich das Frühlingsdreieck bestehend aus den Hauptsternen Regulus, Arktur und Spica mehr und mehr seiner höchsten Stellung über dem Südpunkt. Auch Wega und Deneb aus dem Sommerdreieck sind bereits am Osthorizont zu entdecken, während der Dritte, Atair, erst um Mitternacht erscheint. Ein Fernglas, das wohl fast jeder besitzt, zeigt bereits eine Vielzahl von Sternen mehr – selbst in der Stadt. Damit lassen sich Nebelflecken und Sterngruppierungen, Doppelsterne und Galaxien sowie viele andere Himmelserscheinungen besser sehen, erläutert er.

„Besonders wegen der unseligen künstlichen Aufhellung des Himmels durch übermäßige Straßenbeleuchtung, unsinnige Werbung, unqualifiziertes Anstrahlen von Bauwerken und vieles mehr können wir ständig immer weniger Sterne mit dem bloßen Auge oder mit den Teleskopen der Sternwarte erkennen. Nicht einmal die Hälfte aller Europäer kann die Milchstraße überhaupt sehen. Konnte man vor 30 Jahren noch in Herzberg und anderen Kleinstädten wie Dahme, Jüterbog oder Luckau in jeder klaren Nacht das matte Leuchten des Milchstraßenbandes erblicken, ist es heute nur mit spezieller Aufnahmetechnik möglich, sie darzustellen. Ein Beispiel ist die sehr schöne Panorama-Aufnahme unseres Vereinsmitgliedes Alexander Feder, die als Postkarte und Poster ‚Milchstraße über Herzberg’ am Verkaufsstand des Planetariums und im Tourismuspunkt in der Kirche St. Marien zu erwerben ist“,  so Jochen Rose.

(red/ru)