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| 02:34 Uhr

Regionales auf der Speisekarte

Das BlauHaus ist jüngstes Mitglied der Aktion "Regionale Speisekarte" in Elbe-Elster. In der Speisekarte erfährt der Gast, worum es sich dabei handelt. Sabine Münster von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Küchenchef Nico Piesenack und ElsterPark-Leiter Robert Haenzel arbeiten eng zusammen.
Das BlauHaus ist jüngstes Mitglied der Aktion "Regionale Speisekarte" in Elbe-Elster. In der Speisekarte erfährt der Gast, worum es sich dabei handelt. Sabine Münster von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Küchenchef Nico Piesenack und ElsterPark-Leiter Robert Haenzel arbeiten eng zusammen. FOTO: Rudow
Herzberg. Die Begegnungsstätte BlauHaus im ElsterPark in Herzberg ist die 14. gastronomische Einrichtung in Elbe Elster, die sich der Aktion "Regionale Speisekarte" angeschlossen hat. Birgit Rudow

Fleisch von der Fleischerei Baer in Fermerswalde, Pasta aus Falkenberg, Gemüse vom eigenen Öko-Landbau der Elsterwerkstätten - das alles findet sich auf der neuen Speisekarte des BlauHauses. Und das nicht einfach mal so. Das Haus bietet Gerichte an, für die mindestens 70 Prozent der verwendeten Lebensmittel aus Betrieben der Region in einem Umkreis von 50 Kilometern kommen. Das nämlich ist Bedingung für die Teilnahme an der Aktion "Regionale Speisekarte", bei der Gaststätten in Elbe-Elster ganzjährig und saisonal wechselnd regionale Küche aus heimischen Produkten anbieten. Die "Regionale Speisekarte" ist eine Gemeinschaftsaktion des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, der Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft und des Tourismusverbandes Elbe-Elster. Die Teilnehmer an der Aktion treffen sich zwei Mal im Jahr, um gemeinschaftlich Aktionen und Marketingaktivitäten festzulegen, erläutert Sabine Münster von der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Vor allem beim Marketing könnten die Initiatoren den Gaststätten helfen, sagt sie.

Mit dem BlauHaus ist seit Mai auch die erste gastronomische Einrichtung aus dem Bereich Herzberg mit dabei. Für das BlauHaus, das auch zuvor schon regionale Produkte verarbeitet hat, gab es dafür drei Gründe, sagt ElsterPark-Leiter Robert Haenzel. Erstens sei die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit der Aktion an ihn herangetreten, zweitens wollte das BlauHaus seine Speisekarte sowieso gerade ändern, und drittens hat das Haus mit dem Schliebener Nico Piesenack seit kurzem einen neuen Küchenchef, der seine Ideen gleich mit einbringen konnte. Der wichtigste Aspekt aber ist der Kunde, für den Regionalität eine große Rolle spielt. "Viele Gäste staunen, wie viele Produkte aus unserer Region kommen und in welch guter Qualität. Wir haben bisher ein durchweg positives Feedback erhalten", sagt Robert Haenzel.

Das BlauHaus mit seiner Besonderheit einer Beherbergung im ElsterPark, die es mitversorgt, hat nicht wie andere Gaststätten eine separate regionale Speisekarte herausgegeben, sondern das Thema komplett durch die gesamte Karte gezogen, so Haenzel. Bevor die neue Karte erstellt wurde, hat er sich mit Nico Piesenack 15 Lieferanten und deren regionalen Produkte vor Ort angesehen. "Das war ein Kraftakt. Aber wir wollten wissen, was die Hersteller anbieten und uns danach richten und nicht erst die Karte erstellen und dann sehen, wo wir die Produkte dafür herbekommen", sagt Robert Haenzel. In der Karte kann der Gast verfolgen, wo die Zutaten für sein Gericht hergestellt wurden. Es gibt auch Informationen zu den Anbietern und zur "Regionalen Speisekarte" allgemein.

Robert Haenzel verschweigt auch Schwierigkeiten nicht, die auch andere Gaststätten haben, wie eine ganzjährige Versorgung mit Gemüse in der Region. "Das ist ein Knackpunkt. Regionale Hersteller bieten zwar Salat, Tomaten oder Gurken an, aber es ist schwierig, jemanden im Umkreis von 50 Kilometern zu finden, der das in der erforderlichen Menge kontinuierlich das ganze Jahr über kann", sagt er. Auch die Logistik ist für die Gaststätten mit Regionaler Speisekarte noch ein Problem. Hersteller würden kleine Mengen nicht liefern und den Gaststätten fehlten Zeit und Personal, sie zu holen, ganz davon abgesehen, ob sich das rechnet, so Haenzel.

Sabine Münster hofft, den Gaststätten im Rahmen einer Vertriebsorganisation über das "Land aufschwung"-Projekt bei logistischen Problemen künftig entgegenkommen zu können. Das würde auch Robert Haenzel begrüßen, der von der "Regionalen Speisekarte" dennoch vollauf überzeugt ist.