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| 12:56 Uhr

Ein Dorf in Bewegung
Seifenkistenbauer in Aktion

Diese Seifenkiste ist definitiv zu schön, um im Strohhaufen zu landen. Sebastian Rzepka hat sie für seinen Stiefsohn gebaut.
Diese Seifenkiste ist definitiv zu schön, um im Strohhaufen zu landen. Sebastian Rzepka hat sie für seinen Stiefsohn gebaut. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Freileben. Freileben, das jüngste Dorf der Region, plant zum Jubiläum im September einen besonderen Spaß. So mancher Tüftler wird sehr kreativ. Aber nicht nur dafür sind gute Ideen gefragt. Von Sylvia Kunze

Sommerpause? Temperaturmäßig vielleicht. Arbeitstechnisch nein. Jedenfalls nicht in Freileben. Und in umliegenden Orten. Da sind nämlich Hobbyschrauber dabei, an ihren Seifenkisten zu arbeiten. So wie Sebastian Rzepka in Hohenbucko. Das von ihm für seinen Stiefsohn gebaute Fahrzeug kann sich durchaus schon sehen lassen. Ein letzter Pinselstrich, dann ist die Bemalung fertig. Auf den ersten Blick scheint die Seifenkiste schon fahrbereit zu sein. „Ich weiß noch nicht, ob ich das Lenkrad so lasse“, beäugt der Hobbybastler sein Werk. „Und außerdem muss noch eine Bremse rein“, benennt er wohl eines der wichtigsten Details am Selbstbauvehikel. Man weiß ja nie.

Aber keine Frage. Natürlich wird an die Sicherheit der Fahrer gedacht, die am 2. September bei einem Wertungslauf vom Mittel-Deutschland-Cup und bei einem Rennen der Hobbystarter der Region durch Freileben düsen werden. Etwa 30 Profis werden erwartet, zu denen sich nach jetzigen Planungen etwa 15 Mutige aus der Region gesellen, aber selbstverständlich in getrennter Wertung starten. Vormittags um 10 Uhr soll der Spaß beginnen. Start ist oben auf dem Grunichsberg, das Ziel mitten im Dorf. Bis dahin passieren die Fahrer eine etwa 800 Meter lange Strecke mit zwei scharfen 90-Grad-Kurven. „An allen sicherheitsrelevanten Stellen wird abgesichert“, verspricht Bürgermeister Marcus Klee. Er rechnet, dass 40 Strohballen nötig sind, um die gefährlichen Punkte zu entschärfen.

Die Gemeinde als Veranstalter des etwas anderen sportlich-spaßigen Vergleichs kann dabei auf viele Helfer bauen. Wie Klee berichtet, wird zum Beispiel die Tierzucht Lebusa das Stroh liefern und danach wieder abholen. Die Feuerwehr steht für die Absicherung bereit. Der Kartverein stellt die Rennleitung. Zwei Traktoren schleppen die Fahrzeuge die Anhöhe hinauf. „Und dann wäre es ja nicht schlecht, wenn ganz viele Zuschauer entlang der Strecke das Geschehen verfolgen“, lädt der Freilebener schon jetzt herzlich ein. Sitzgelegenheiten sollte man dabei am besten selbst mitbringen, „dann kann man besser genießen“, so Klee. Denn das Rennen zieht sich. Erst gegen 17 Uhr wird aktuell mit der Siegerehrung gerechnet.

Sie setzt sozusagen den Schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches Wochenende im Zeichen des 70-jährigen Bestehens des Dorfes, das an diesem ersten Septemberwochenende gefeiert wird und schon am Samstag mit einem bunten Programm beginnt, mit dessen Vorbereitungen man in die Endphase geht. Wie Annett Zimmermann und Gudrun Arndt berichten, dürfen sich die Gäste auf abwechslungsreiche Stunden freuen. „Viele sind schon sehr gespannt“, weiß Annett Zimmermann. Sie ist überzeugt: „Am Samstagnachmittag werden ganz viele Freilebener auf den Beinen sein.“

Die Eröffnung des Nachmittags übernimmt die Freilebener Junior-Spaßgesellschaft, die schon eifrig probt. Der Körbaer Chor bereitet sich auf einen Auftritt vor. Gudrun Arndt wälzt seit Wochen historische Unterlagen, um über den Aufbau des Dorfes zu berichten. „Meine Mutti hat einst die Chronik geschrieben und mir viel erzählt“, berichtet sie von der größten „Fundgrube“ für ihre Recherchen. „Ich habe das alles noch einmal aufgearbeitet und für meinen Vortrag gekürzt. In 70 Jahren kommt doch eine Menge zusammen“, sagt sie. Ihr Vortrag wird mit ganz vielen Bildern angereichert, die dabei gezeigt werden. Nicht selten stehen sich dann alte und neue Ansichten gegenüber.

Am Abend spielt die Kleeblatt-Band zum Tanz auf, und die Freilebener Spaßgesellschaft wird ihren großen Auftritt haben. Das Programm ist extra auf das Jubiläum zugeschnitten und steht unter dem Motto: „Freileben, du bist so jung, du bist so schön, drum lass uns feiern geh’n!“. Mehr soll dazu aber noch nicht verraten werden. Bürgermeister Marcus Klee und all die Fleißigen, die schon so lange mit den Vorbereitungen beschäftigt sind, hoffen jetzt, dass das „Lass uns feiern geh’n!“ von ganz vielen angenommen wird.