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| 12:45 Uhr

Schönewalde
Raiffeisenmarkt macht dicht

Schönewalde. Unverständnis in Schönewalde. Markt nicht rentabel. Gebäude müsste saniert werden.

Der 20. Oktober ist der letzte Verkaufstag im Raiffeisenmarkt in Schönewalde. Das bestätigte der Geschäftsführer der Raiffeisen Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG) eG Herzberg Reno Ullrich der RUNDSCHAU. In Schönewalde stößt die Schließung auf Unverständnis. Als „Schlag ins Gesicht“ hat sie Bürgermeister Michael Stawski auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung bezeichnet. Beim Kürbisfest in der „Radlerklause“ wurden am Wochenende Unterschriften gegen die Schließung gesammelt. „Man kann nicht alles lautlos hinnehmen, sonst stirbt die Region noch mehr. Der Markt ist der am besten frequentierte Laden in der Stadt“, sagt Radlerklause-Inhaber Andreas Schulz.

Reno Ullrich, seit eineinhalb Jahren Chef der Raiffeisen BHG, versteht, dass die Schönewalder den Markt gern behalten möchten. Er habe die unpopuläre Entscheidung aber aus verschiedenen Gründen im Sinne des Unternehmens treffen müssen. Weder er noch der Aufsichtsrat hätten sich das leicht gemacht. Der Markt ist ein alter BHG-Standort noch aus DDR Zeiten. Entgegen anderen Gerüchten in der Stadt trage er sich finanziell nicht. „Wir haben ihn seit Jahren mitgeschleppt“, so der Geschäftsführer. Von den beiden Mitarbeitern ist eine Kollegin im September in den Ruhestand gegangen. Der andere Kollege gehe ab November in Rente. Eine Kollegin hätte man nach Schönewalde umsetzen können, ein Mann habe sich nicht gefunden. Das sei aber nicht der Hauptgrund für die Schließung, so Reno Ullrich. An dem Gebäude, das der BHG gehört, besteht ein großer Investitionsstau. Alles müsste erneuert werden. „Der Markt hat noch eine Schwerkraftheizung. Der Kollege ist am Wochenende und an Feiertagen immer hingefahren, um zu heizen“, sagt Ullrich.

Die Raiffeisen BHG hat eine Insolvenz erfolgreich überstanden. „Auch wir sind gezwungen, betriebswirtschaftlich zu arbeiten“, so Ullrich. Dennoch versuche man eine Lösung zu finden. Vielleicht könne ein Unternehmer vor Ort einen Teil des Sortiments weiter anbieten, sagt er.