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| 15:08 Uhr

Herzberger Puppenspiel
Puppenspieler mit Leib und Seele

Oliver Meritz und seine Frau Jenny sind mit ihren Puppen den Kindern ganz nah. Seit 20 Jahren gastiert ihre Puppenbühne „Rabatz“ in der Region.
Oliver Meritz und seine Frau Jenny sind mit ihren Puppen den Kindern ganz nah. Seit 20 Jahren gastiert ihre Puppenbühne „Rabatz“ in der Region. FOTO: Andreas Staindl
Herzberg. Seit 20 Jahren sind Jenny und Oliver Meritz mit ihrer Bühne „Rabatz“ auf Tour. Von Birgit Rudow

Kommenden Montag ist wieder Puppentheaterzeit im Herzberger Bürgerzentrum. Am Nachmittag öffnet die Puppenbühne „Rabatz“ dort ihren Vorhang zu dem Märchen „Frau Holle“.

Seit 20 Jahren tourt das Herzberger Puppentheater durch die Lande. Von September bis Dezember ist es meist in Berlin unterwegs. Anschließend geht es nach Südbrandenburg und in Teile  Sachsen-Anhalts und Sachsens wie Wittenberg, Riesa oder Torgau. „Freiberg in Sachsen ist das Weiteste“, sagt Jenny Meritz. Denn nach der Vorstellung geht es immer zurück nach Hause, nach Herzberg. Das kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem bei mehreren Vorstellungen in der Woche. Auch die Verteilung der Plakate und die Werbung zum Beispiel in Kindertagesstätten übernehmen die Puppenspieler selbst. Aber bereut haben Jenny und Oliver Meritz ihren Beruf noch nicht eine Minute. „Wir lieben ihn. Es ist schön zu sehen, wie die Kinder sich in das Spiel vertiefen und mitgehen“, sagt Jenny Meritz.

Die 42-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Mann Oliver haben das Puppenspiel im Blut. Jenny Meritz stammt aus Gundelfingen in Bayern. Schon ihr Urgroßvater hat Handpuppen und Marionetten besessen. „Für mich war es immer etwas ganz besonderes, wenn mein Opa mich zu seinen Vorstellungen mitgenommen hat“, erklärt sie, woher die Leidenschaft zum Puppenspiel rührt.

Als sie zu Oliver nach Herzberg gezogen  ist, hat sie einige Schätze des Großvaters mitgebracht, wie die aus Holz geschnitzten Hohensteiner Kasperpuppen. Oliver Meritz ist in Staßfurt geboren, aber schon als Kind mit den Eltern nach Herzberg gezogen. Sein Großvater Kurt hat einst ein Varieté mit Marionetten betrieben. Nachdem Jenny und Oliver Meritz geheiratet hatten, haben sie sich ihre eigene Puppenbühne „Rabatz“ aufgebaut. „Wir hätten es in einer großen Stadt sicher einfacher haben können, aber wir leben gern in Herzberg“, sagt Jenny Meritz.

Um den beruflichen Nachwuchs brauchen sich die beiden keine Sorgen zu machen. Alle drei Töchter Alysca (fast 18), Angel (14) und Giselle (7) möchten  in die Fußstapfen der Eltern treten und Puppenspielerinnen werden. Die Kinder kommen, wenn es geht, zu den Vorführungen mit. „Wir geben ihnen kleine Rollen, damit sie die  Angst verlieren, vor vielen Menschen zu spielen. Manchmal kommen Fragen oder Reaktionen aus dem Publikum, auf die die Puppe reagieren muss. Das lernen sie“, so Jenny Meritz.

Mit „Rumpelstilzchen“ haben die Herzberger jetzt ein neues Märchen in ihr Programm aufgenommen. Es einzustudieren hat nicht lange gedauert. „Den Text sollte man natürlich können. Aber wir müssen auch die Abläufe üben, damit wir wissen, welche Puppe auf welcher Hand sitzt und wer wann dran ist“, sagt Jenny Meritz. Zum Üben wird die Bühne dann auch zu Hause aufgebaut. Die Meritz’ lieben Grimms Märchen. „Wir erzählen sie klassisch, so wie sie die Gebrüder Grimm erdacht haben und wie sie mein Großvater für die Puppenbühne aufgeschrieben hat“, sagt die Puppenspielerin.

Die Aufführung von „Frau Holle“ am Montag, 19. März,  in Herzberg beginnt um 16.30 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Weitere Rabatz-Vorstellungen finden am 8. April in Torgau, am 10. April in Jüterbog, am 11. April in Falkenberg und am 15. April in Finsterwalde statt.

www.rabatz-puppenbühne.de