| 02:34 Uhr

Projekt "EWerk 20zehn" angelaufen

Alt- und Neubau sind durch einen transparenten Glasgang verbunden. Vor dem Gebäude posiert "Der Diener".
Alt- und Neubau sind durch einen transparenten Glasgang verbunden. Vor dem Gebäude posiert "Der Diener". FOTO: Rudow
Herzberg. Mit der Eröffnung der Villa ElsterWerk wurde am Mittwochabend in Herzberg auch das Projekt Bildungs- und Kultur- werkstatt im ElsterPark gestartet. Spenden über 22 070 Euro sind schon zusammengekommen. Birgit Rudow

Sie ist schon seit einigen Wochen fertig, die Villa ElsterWerk in der Uferstraße in Herzberg. Aber am Mittwoch erst, genau am 27. Jahrestag des Bestehens der Stiftung ElsterWerk, wurde sie offiziell und feierlich eingeweiht. Mit dem Objekt haben die Architekten um Elmar Lange eine alte Villa aus der Gründerzeit saniert und mit einem modernen, recht unspektakulären Anbau verbunden.

Der Komplex ist jetzt Verwaltungssitz der Stiftung ElsterWerk und zum Teil der Elster Werkstätten. Im Gewerbegebiet "An den Steinenden" war es zu eng geworden. "Jetzt können wir unseren gewachsenen Verwaltungsaufgaben besser gerecht werden", so der Vorstand der Stiftung Dr. Frank Hamann.

Der Anbau ist mit robuster unbehandelter sibirischer Lerche verkleidet. Alt- und Neubau sind durch einen transparenten Glasgang verbunden. Dass die Gebäude barrierefrei sind, versteht sich von selbst. Heizung und Kühlung erfolgen mittels Erdspießen. Für den Strom sorgt eine Wärmepumpe, die durch Solarmodule gespeist wird. Der Innenbereich ist nach einem künstlerischen Gesamtkonzept des Künstlers Chris Hinze gestaltet.

Vor dem Gebäude steht eine große blaue Skulptur des Künstlers, die die Bezeichnung "Der Diener" trägt, und die auch schon für Diskussionen gesorgt hat. Sie polarisiert. "Der Diener", so Hamann, diene der Sache, sei ein Symbol für Hingabe, Ideen und Kraft und trage auch eine Waffe, mit der er die Ideen verteidigen kann.

Damit umreißt Frank Hamann Wege und Ergebnisse der 27-jährigen Arbeit der Stiftung, die 2010 aus der Lebenshilfe Elster-Kreis hervorgegangen ist. Sieben moderne Werkstätten in zwei Landkreisen seien entsanden, die 850 behinderten Menschen Ausbildung und Beschäftigung ermöglichen. "Wir halten zu vielen Unternehmen der Region Kooperationsbeziehungen und sind ein anerkannter Partner in der Arbeitswelt", so der Vorstand. Dazu kommen die integrativen Kitas, die Wohnstätten, der soziale Dienst und die Frühförderung. Insgesamt erhalten in dem leistungsfähigen Netz 1000 Hilfebedürftige Unterstützung. "Wir leben Teilhabe", betont der Chef.

Und Frank Hamann wäre nicht Frank Hamann, wenn er die Einweihung des neuen Gebäudes nicht gleich mit der Sensibilisierung der Gäste für ein nächstes großes Ziel der Stiftung ElsterWerk verbunden hätte. Es ist das Projekt "EWerk 20zehn", die Bildungs- und Kulturwerkstatt als dritte Säule des ElsterParks in Herzberg, in dem bereits das BlauHaus und auch das TraumHaus stehen. Der Name "EWerk 20zehn" ist eine Hommage an die 2010 gegründete Stiftung ElsterWerk. Der Inhalt sind attraktive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen, die Erweiterung der Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote und eine Spielstätte für die Theatergruppe der Elster Werkstätten. "Wir möchten ein Zentrum für alle errichten und vor allem ein touristisches Angebot für Menschen mit Handicap schaffen und sie für unsere Region begeistern", so Frank Hamann.

Mit einer kurzen Bewegungs- und Tanzaufführung der 2011 gegründeten Theatergruppe der Elster Werkstätten bekamen die Anwesenden des Abends gleich einen Einblick, worum es der Stiftung mit dem neuen Projekt geht und was es bewirken kann und will.

"Wenn alle mitmachen, könnten wir 2019 eröffnen", appellierte Frank Hamann an seine Gästeschar und meinte die Aufforderung durchaus ernst. Die Besucher zeigten sich großzügig. Mithilfe einer Auktionsspendenaktion für eine weitere Skulptur von Chris Hinze mit dem Titel "Der Wächter" kamen am Abend der Eröffnung der Villa ElsterWerk schon mal 22 070 Euro für das neue Projekt zusammen. Ein guter Start für ein weiteres ehrgeiziges Projekt der Stiftung ElsterWerk.