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Probezeit zum Nulltarif

Falkenberg.. Mit dem Absolvieren eines zweiwöchigen Praktikums während der Schulzeit sollen Schüler der der neunten Klasse rechtzeitig die Chance erhalten, sich in der Berufswelt etwas tiefgründiger umzuschauen. Sofern keine Eigeninitiative in den Ferien ergriffen wird, bleibt es zumindest für Absolventen der Oberschulen oft die einzige Gelegenheit, Traum und Realität in puncto Jobsuche zu korrigieren. Die Abiturienten erhalten diese Möglichkeit noch einmal in der elften Klasse. Von Sven Gückel

Für Susan Schmidt aus Kölsa stand bereits frühzeitig fest, dass sie ihr Praktikum in einer Bibliothek absolvieren möchte. Rechtzeitig hat sich die Gymnasiastin deshalb bei älteren Mitschülern umgehört, welche Einrichtung diesbezüglich eine gute Adresse wäre. Die Wahl der 14 Jährigen fiel letztlich auf die Stadtbibliothek Falkenberg. „Mein Ziel ist es, einen Beruf zu ergreifen, in dem die Sprache eine wichtige Rolle spielt. Zudem gehört das Lesen zu meinen großen Hobbys“ , begründete sie ihre Entscheidung.
Unter Anleitung von Bibliothekarin Ines Foller erlernt Susan fortan die wichtigsten Regeln der Buchpflege, der Regalordnung und des Bestellsystems oder druckt gezielt Internetseiten aus. Darüber hinaus wird die Schülerin aktiv an Vorlesungen, unter anderem in der Astrid-Lindgren-Schule, teilnehmen. Mit dem bisher Erlebten ist Susan vollends zufrieden. „Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“ , zieht sie ein erstes Resümee. Dabei ist sie schon zufrieden, überhaupt einen Praktikumsplatz hier gefunden zu haben. Das nur schwach ausgeprägte Gefüge von Industrie- und Handwerksbetrieben lässt es nicht mehr zu, dass jeder Schüler eine Stelle zugewiesen bekommt. Ganz zu schweigen davon, dass alle Wünsche berücksichtigt werden können. Die Zahl derer, die sich deshalb eine Stelle in anderen Städten suchen, nimmt stetig zu. „Mitschüler von mir sind zum Teil bis nach Hamburg gereist“ , weiß Susan Schmidt zu berichten. Dafür bedarf es allerdings, ebenso wie für einen selbst zu finanzierenden Auslandsaufenthalt, immer der Zustimmung der Schule.
Höhepunkt und Abschluss der Praktikumszeit wird für alle Schüler die Erstellung einer Arbeitsmappe sein. Diese wird letztlich im Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik bewertet. Der Arbeitsgang, den die Absolventen dabei ausführlich zu beschreiben haben, wird sich in der Bibliothek auf die Abfolge vom Bucheinkauf bis hin zum Einsortieren ins Regal befassen.
Nach sechs Praktikanten im vergangenen Jahr, konnte Ines Foller 2005 drei Bewerbern die Möglichkeit des unentgeltlichen Arbeitens einräumen. Zwei Interessenten hätten sich jetzt schon für den nächsten Durchgang angemeldet, so die Bibliothekarin. Susan Schmidt ist sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. „Meine künftige Berufsfindung wird dies auf jeden Fall positiv beeinflussen.“