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| 01:00 Uhr

Preissteigerungen für Wasser und Abwasser absehbar

Herzberg.. Das, was Mario Kestin, im Januar 2005 zumindest schon für den Trinkwasserbereich angekündigt hat, ist jetzt offensichtlich nicht mehr von der Hand zu weisen: Gegenüber der RUNDSCHAU äußerte der Chef des Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes (HWAZ) zu Jahresbeginn, dass der Verband „mit Sicherheit nicht an einer Preiserhöhung vorbei kommen wird.“ Ende der 90er Jahre wurde dieser sogar zweimal gesenkt und liegt zurzeit bei 1,22 Euro/Kubikmeter plus Mehrwertsteuer. Dieser ist nicht mehr zu halten, und ähnliches trifft auch für das Abwasser zu, dessen Kubikmeterpreis zurzeit noch bei 4,07 Euro plus Mehrwertsteuer liegt. Von Gabi Zahn

In der Verbandsversammlung informierte Kestin die Vertreter der Kommunen vor wenigen Tagen über die Entwicklung der Situation im Trink- und auch im Abwasserbereich, aus deren Kalkulation eindeutig ein Defizit hervorgeht. Wie sich das auf die Entwicklung der Gebühren auswirkt, soll in den nächsten Versammlungen thematisiert werden. Diese finden am 28. November und am 19. Dezember statt.

Zahlen erst in zwei Wochen
Aus der HWAZ-Verwaltung waren dazu trotz Nachfrage leider keine konkreten Dinge oder gar Zahlen zu erfahren. Pressesprecher Thomas Bachmann dazu: „Wir wollen der nächsten Verbandsversammlung nicht vorgreifen und die Bevölkerung nicht verunsichern.“
Herold Quick, Vertreter der Stadt Falkenberg und Mitglied im Vorstand des HWAZ, macht zumindest kein Geheimnis aus seiner Sichtweise der Problematik: „Die Zahlen sind kalkuliert und nicht erfunden worden. Das ist nachweisbar und zwingt zum Handeln.“ Allerdings, so sagte er deutlich, gehe es darum zu erörtern, wie der Ausgleich des Defizits vonstatten gehen soll, damit die Belastungen für die Kunden überschaubar bleiben. Herold Quick: „Für mich steht schon jetzt fest, dass eine Erhöhung nur im verträglichen Rahmen möglich ist.“
Zum einen haben die Energiepreis-Spirale, die Ökosteuer und letztendlich auch der um 400 Prozent gestiegene Grundwasser-Entnahmepreis, den der HWAZ an das Land zahlen muss, die Ausgaben-Seite immens erhöht. Zum anderen wird erkennbar, dass sich der in den vergangenen Jahren gesunkene Trinkwasser-Verbrauch nicht mehr maßgeblich erhöht, so dass es dort weniger Einnahmen gibt, die Betriebskosten deshalb aber nicht geringer werden, vielleicht sogar ansteigen.

Beste Lösung finden
Aus diesem Dilemma müssen die Ver-bandsmitglieder nun einen Weg heraus finden. Das Kommunalabgabengesetz des Landes Brandenburg gibt dafür verschiedene Möglichkeiten vor: erstens die Umlage auf die Bürger, zweitens die Umlage auf die Kommunen und drittens die Möglichkeit des Verbandes, einen Kredit aufzunehmen. Auch eine Kombination dieser Varianten ist möglich.
Und, wie HWAZ-Pressesprecher Thomas Bachmann gestern wichtig war zu vermitteln: „Auch die Arbeitsverteilung des Verbandes kann noch einmal auf den Prüfstand kommen, um möglicherweise Kosten einzusparen, obwohl gerade in diesem Bereich schon sehr viel getan wurde.“