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| 02:41 Uhr

Praktika im Viertelstundentakt

Beim Zusammenschrauben der Metallwürfel waren Präzision und Schnelligkeit gefordert.
Beim Zusammenschrauben der Metallwürfel waren Präzision und Schnelligkeit gefordert. FOTO: Rico Meißner/rmr1
Herzberg/Doberlug-Kirchhain. Egal, ob Bankkaufmann, Altenpfleger, KFZ-Mechatroniker oder Verwaltungsfachangestellter. Mehr als 200 Schüler der Johannes-Clajus-Schule in Herzberg und der Evangelischen Oberschule Doberlug-Kirchhain haben kürzlich den ersten und zweiten Berufsparcours in der Region absolviert. Rico Meißner / rmr1

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Schülerakademie Elbe-Elster e.V.

"Das Ziel ist das Zusammenführen von Firmen und Schülern", erläutert Karin Ressel. Sie hat das Konzept vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Der Parcours versteht sich dabei als Ergänzung zu einer gängigen Berufsmesse. "Die Mädchen und Jungen sollen sich an jedem Stand praktisch ausprobieren, um einen kleinen Vorgeschmack auf die jeweilige berufliche Tätigkeit zu bekommen. Es geht nicht darum, einfach nur Prospekte einzusammeln oder Werbegeschenke abzugreifen."

Und so war jeweils pro Firma ein "Mini-Praktikum" von einer Viertelstunde angesetzt. Egal ob Verbände anlegen, elektrische Spannungen berechnen oder Metallbauteile zusammenschrauben. "Die Firmen haben dabei auch die Möglichkeit, sich potenzielle Kandidaten für Praktika oder Ausbildung anzusehen und einzuschätzen, ob sie geeignet sein könnten." Dennoch, und darauf weist Karin Ressel die Schüler bei der Begrüßung hin, sollten sie auf jeden Fall auch sehr viel Eigeninitiative zeigen und direkt auf die Unternehmen zugehen. Auch die Firmen müssen sich gut vorbereiten. Immerhin sollen sie eine praktische Tätigkeit zur Verfügung stellen, die ihren Berufsstand in einer Viertelstunde umreißt.

Sowohl der Herzberger Schulleiter Ernst Becker als auch seine Kollegin aus Doberlug-Kirchhain, Franziska Murr, sind mit der Vorbereitung und Durchführung sehr zufrieden. "Gerade das praktische Austesten ist eine hervorragende Sache", findet Murr. Auch Becker sieht in dem Parcours eine "sehr gute Geschichte." "Man merkt deutlich, dass die Schüler mit Spaß und Interesse bei der Sache sind." Beide Schulleiter können sich eine Wiederholung der Veranstaltung nicht nur vorstellen, sondern würden sie sich auch wünschen.

Allein in Herzberg kam es zu einer relativ hohen Kontaktquote zwischen Unternehmen und Schülern. "Wir hatten am Ende je nach Firma zwischen fünf und 35 Interessenten", bilanziert Ressel. Weiter geht es nun mit Praktika, Schnuppertagen oder sogar schon Ausbildungsverträgen.

Als einziges kleineres Manko machten alle Beteiligten die Anzahl der teilnehmenden Firmen aus. Mit fünf beziehungsweise sechs Teilnehmern dieses Mal ist für den nächsten Berufsparcours definitiv noch viel Luft nach oben.