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| 11:15 Uhr

Eine Pflanze mit vielen Fragezeichen
Portulak kam explosionsartig und hält Gärtner auf Trab

 Portulak findet sich in diesem Jahr in fast jedem Garten.
Portulak findet sich in diesem Jahr in fast jedem Garten. FOTO: LR / Annette Schol
Herzberg. Viele Hobbygärtner haben Sorgen mit einer ganz besonderen Pflanze. Herzbergs Stadtgärtner klärt über das neue „Unkraut“ aus Südamerika auf, das sich gerade rasant vermehrt. Von Birgit Rudow

Herzbergs Stadtgärtner Reinhard Straach erinnert sich an eine Artikelserie vergangener Jahre in der Herzberger Rundschau unter dem Titel „Mit dem Stadtgärtner unterwegs“, in der in loser Folge über Interessantes vor allem aus der heimischen Pflanzenwelt informiert wurde.

Fragezeichen bei Hobbygärtnern

„Ich habe mal wieder über eine Pflanze zu berichten, zu der ich in den vergangenen Wochen zig Anfragen aus der Bevölkerung erhalten habe“, meinte er bei einem Besuch in der Redaktion. Er spricht vom gemeinen Portulak, der sich vor allem in diesem Jahr in den Gärten der Region ausbreitet und bei den Hobbygärtnern viele Fragezeichen aufwirft.

 Portulak findet sich in diesem Jahr in fast jedem Garten.
Portulak findet sich in diesem Jahr in fast jedem Garten. FOTO: LR / Rudow

Pflanze stammt aus Süd- und Südostamerika

„Fast jeder hat dieses Jahr mit der Pflanze Bekanntschaft gemacht. Das war früher eher weniger der Fall, deshalb fragen die Leute ständig bei mir nach“, so Reinhard Straach und rät dazu, sie einfach auszureißen.

Bei der Pflanze handelt es sich um einen Vertreter der aus Süd- und Südostamerika stammenden Portulakgewächse, mit dem botanischen Namen Portulaca oleracea, auch gemeiner oder Gemüseportulak genannt, erklärt er. Viele würden aus dieser Gruppe das Portulakröschen kennen, eine Blume mit intensivem Farbenspiel.

Angepasst an Hitze und Trockenheit

Sie alle zählen zu den Halbsukkulenten und sind angepasst an Hitze und Trockenheit. „Selbst, wenn man sie rauszieht, bleiben sie noch lange unverdörrt aufgrund ihrer wasserspeichernden Blatt- und Stielmasse, so Reinhard Straach. Der gemeine Gemüseportulak sei seit Jahrhunderten als Salatgemüse mit sehr vielen und wertvollen Vitaminen geschätzt, sagt er.

Hat sich explosionsartig vermehrt

„Wegen des permanent heißen und trockenen Wetters ist die Pflanze nicht nur auf dem Weg nach Norden. Sie hat sich in den Sommermonaten dieses Jahres explosionsartig auch bei uns vermehrt. Das ist kein Wunder, denn jede Pflanze produziert mehrere Tausend Samen, die bis zu 14 Jahre keimfähig bleiben“, so der Gärtner. Man brauche nicht lange zu suchen, um sie zu finden: Auf Wegen, in Blumen- und Gemüsebeeten, in Steinritzen oder im Rasen – überall ist Portulak.