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| 19:50 Uhr

140 Polizisten, drei Hubschrauber nach Fußball-Fan-Auseinandersetzung
Rivalisierende Fußball-Fans im Visier der Ordnungshüter

Auf dem Bahnhof Falkenberg werden von allen etwa 130 Chemie-Leipzig-Fans die Personalien aufgenommen und Fotos gefertigt.
Auf dem Bahnhof Falkenberg werden von allen etwa 130 Chemie-Leipzig-Fans die Personalien aufgenommen und Fotos gefertigt. FOTO: LR / Frank Claus
Falkenberg. Nach Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans von Chemie Leipzig (Oberliga) und Hansa Rostock (3. Liga) am Sonnabend-Vormittag auf dem Hauptbahnhof Leipzig überrascht die Bundespolizei am Abend gegen 17.15 Uhr Chemie-Fans auf der Heimreise beim geplanten Umsteigen auf dem Bahnhof Falkenberg mit weiteren Ermittlungen. 140 Bundespolizisten sind extra dafür in Falkenberg zusammengezogen worden. Bei der Ankunft in Rostock werden die Hansa-Fans ebenfalls kontrolliert. Von Frank Claus

Es ist Sonnabendvormittag auf dem Hauptbahnhof in Leipzig. Die Chemie-Leipzig-Fans sind auf dem Weg zum Oberliga-Auswärtsspiel gegen Luckenwalde. Auf dem Bahnhof treffen sie auf Fans von Hansa Rostock, die dort umsteigen müssen, um zum Drittliga-Punktspiel nach Jena zu kommen. Es kommt nach Polizeiangaben zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Wie ein Polizeisprecher später erklärt, liegt die Vermutung nahe, dass die Leipziger bewusst gewartet hätten, um eine offene Rechnung mit den Rostockern zu begleichen. Es seien teils polizeibekannte Fans, die da mit den Rostockern aneinander geraten seien. Die Polizei habe zwar Aufnahmen fertigen, jedoch nicht komplett weiter ermitteln können.

Der Zugang zum Bahnhof Falkenberg ist abgeriegelt.
Der Zugang zum Bahnhof Falkenberg ist abgeriegelt. FOTO: LR / Frank Claus

Dann fällt die Entscheidung: Die Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch werden weitergeführt – und zwar in Falkenberg und in Rostock. Die Hoheit behält in Absprache mit der für Falkenberg zuständigen Polizeidirektion Berlin die Bundespolizeidirektion Leipzig, die am Morgen auch die Ermittlungen begann.

Polizeieinsatz Bahnhof Falkenberg - Ermittlungen gegen Chemie Leipzig Fans
Polizeieinsatz Bahnhof Falkenberg - Ermittlungen gegen Chemie Leipzig Fans FOTO: LR / Frank Claus

Während die Leipziger in Luckenwalde 5:0 unterliegen und die Rostocker in Jena zu einem 1:1 kommen, laufen bei der Polizei die Vorbereitungen auf Hochtouren. Als die Leipziger nach 17 Uhr auf dem Bahnhof Falkenberg aus dem Zug aus Richtung Luckenwalde steigen, werden sie von einem 140-köpfigen Polizeiaufgebot „begrüßt“. Das Großaufgebot ist mit drei Hubschraubern, die auf dem Sportplatz landen, nach Falkenberg verlegt worden, „weil die Beamten von teils weiter herkommen“, wie es heißt. In Falkenberg hat sich das riesige Polizeiaufgebot – mit mehreren Mannschaftswagen wird der Zugang zum Bahnhof abgesperrt – längst herumgesprochen. Zahlreiche Schaulustige beobachten die Polizeiarbeit von der höher liegenden Terrasse der Bahnhofsgaststätte. Der Polizeieinsatz ist das Gesprächsthema, wird auch in sozialen Medien geteilt. Mutmaßungen, wonach die Leipziger „einen Zug zerlegt hätten“, bestätigt die Polizei nicht.

Insgesamt drei Hubschrauber landen auf dem Sportplatz Falkenberg und bringen zusätzlich zu den Polizisten, die mit Fahrzeugen anrücken, Bundespolizisten zum Einsatz.
Insgesamt drei Hubschrauber landen auf dem Sportplatz Falkenberg und bringen zusätzlich zu den Polizisten, die mit Fahrzeugen anrücken, Bundespolizisten zum Einsatz. FOTO: LR / Feuerwehr Falkenberg

 „Die Überraschung ist uns gelungen“, sagt Christian Meinhold, Pressesprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion Pirna, angesichts des geballt aufgebauten Kontrolldrucks. Vor der Weiterreise werden etwa 130 Chemie-Leipzig-Fans erkennungsdienstlich behandelt. Personalien werden aufgenommen, Fotos angefertigt.

Der Großeinsatz dauert bis etwa 19 Uhr. Danach werden die Leipzig-Fans von Bundespolizisten bis in die Messestadt begleitet. „Die gleichen Überprüfungen haben in Rostock stattgefunden“, erklärt Christian Meinhold. Die Ermittlungen dauern weiter an.