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| 13:55 Uhr

Baugeschehen
Plan für Stadtsanierung fortgeschrieben

Am Markt in Uebigau geht es auf der Sanierungsbaustelle weiter. Die Fassade wird hergerichtet.
Am Markt in Uebigau geht es auf der Sanierungsbaustelle weiter. Die Fassade wird hergerichtet. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Uebigau. Historische Altstadt von Uebigau soll weiter vom Fördermittelprogramm von Bund und Land profitieren können. Von Sylvia Kunze

Die Abgeordneten der Stadt Uebigau-Wahrenbrück haben dem Fortschreiben der städtebaulichen Zielplanung, wie der Sanierungsplan für die historische Uebigauer Altstadt auf Bürodeutsch heißt, mehrheitlich zugestimmt. Sie haben damit den Weg freigemacht, dass die Stadt, die auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Brandenburger Städte mit historischen Stadtkernen ist, weiter vom Bund-Land-Förderprogramm für die Stadtsanierung profitieren kann. Denn ohne Plan keine Fördermittel, hat Bauamtsleiterin Angela Reiniger vor der Beschlussfassung die Konsequenzen eines möglichen Neins deutlichgemacht.

Zu dem ist es aber nicht gekommen, auch wenn einige Abgeordnete seit Jahren immer wieder kritisch auf den großen Finanzposten für die Stadtsanierung schauen und sich stattdessen nun endlich lieber mal mehr Baufortschritt in den anderen Ortsteilen der Stadt wünschen. In der parallel dazu geführten Haushaltsdiskussion hat Kämmerin Cornelia Gmerek mit der Weiterführung der „Kopfpauschale“ immerhin wenn auch meist nur kleinere Aktivitäten in den Ortsteilen versprechen können.

Zur Absicherung des Gesamtbedarfs an Eigenmitteln für die Stadtsanierung, die im Regelfall einen kommunalen Mitleistungsanteil von 20 Prozent fordert, sind in der langfristigen Haushaltsplanung pro Jahr 80 000 Euro zu berücksichtigen. Der Betrag schlägt sich im aktuell ebenfalls mehrheitlich beschlossenen Haushaltsplan der Stadt nieder. Bestenfalls, so deutet Bauamtsleiterin Angela Reiniger an, könne der Mitleistungsanteil der finanzschwachen Stadt auch auf zehn Prozent absinken, was das Land Brandenburg signalisiert habe, aber nicht konkret planbar sei. Das würde Luft verschaffen.

Im bisherigen, bereits über 20-jährigen Sanierungsprozess habe man in der historischen Uebigauer Altstadt viel geschafft, resümiert Angela Reiniger. Insbesondere alle öffentlichen Straßenräume sowie Grün- und Freiflächen im Sanierungsgebiet konnten erneuert und deutlich aufgewertet werden. Das sei immerhin schon ein wichtiger Teilerfolg zum Erreichen der mit Beginn des Sanierungsprozesses festgeschriebenen Ziele.

„In den kommenden Jahren gilt es, sich nun auf die schrittweise Modernisierung und Instandsetzung von denkmalgeschützten und stadtbildprägenden Gebäuden in der Altstadt zu konzentrieren. Nur eine weitere Umsetzung dieses weiteren wichtigen Teilziels des Sanierungsprozesses  kann zu einem erfolgreichen Abschluss führen“, erläutert die Bauamtsleiterin und konkretisiert: „Mit dem derzeit erreichten Stand der Sanierung der Hochbausubstanz ist ein erfolgreicher Abschluss des Sanierungsverfahrens nicht möglich.“ Ein Verharren auf dem derzeitigen Status quo würde womöglich zum Abbruch der Gesamtmaßnahme „Sanierung Altstadt“ und zu Rückforderungen bereits in den Vorjahren verwendeter Fördermittel führen, haben sie und Bürgermeister Andreas Claus gewarnt.

Die weiteren geplanten Maßnahmen, die im fortgeschriebenen Sanierungsplan aufgelistet werden, sind deshalb auch allesamt Hochbaumaßnahmen, heißt: Gebäudesanierungen. Höchste Priorität genießen dabei bereits begonnene und fest geplante Maßnahmen wie die am Markt und in der Torgauer Straße, an denen derzeit gearbeitet wird. Weiterhin erfolgt eine Konzentration auf die städtebauliche Hauptachse Torgauer Straße - Markt - Doberluger Straße, mit Priorität 2 versehen. In Priorität 3 wurden ausschließlich private Vorhaben aufgenommen, deren Umsetzung noch ungewiss ist und die sich in den Randbereichen des Sanierungsgebietes befinden.

Mehr als 30 Vorhaben sind auf der Liste der noch zu erneuernden Gebäude notiert. Darunter auch solche „großen Brocken“ wie Schlossherberge (bereits andiskutiert) und ehemaliger „Roter Hirsch“, für den sich leider immer noch keine Zukunft abzeichnet.

Auch in der Torgauer Straße ist Baufortschritt zu sehen. An anderer Stelle muss aber noch Hand angelegt werden.
Auch in der Torgauer Straße ist Baufortschritt zu sehen. An anderer Stelle muss aber noch Hand angelegt werden. FOTO: LR / Sylvia Kunze