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Zwergenland
Pläne für Kita-Neubau in Kolochau

Mitten im Dorf hat die jetzige Kita ihr Domizil. Die Bedingungen rundherum sind nahezu ideal, aber die Bedingungen im Inneren des Hauses lassen für Kinder und Erzieherinnen gleichermaßen zu wünschen übrig. Ein Anbau wird deshalb abgelehnt und stattdessen über einen Neubau nachgedacht.
Mitten im Dorf hat die jetzige Kita ihr Domizil. Die Bedingungen rundherum sind nahezu ideal, aber die Bedingungen im Inneren des Hauses lassen für Kinder und Erzieherinnen gleichermaßen zu wünschen übrig. Ein Anbau wird deshalb abgelehnt und stattdessen über einen Neubau nachgedacht. FOTO: Silvia Kunza
Kolochau. Im "Zwergenland" in Kolochau wird's eng. Die Nachfrage ist größer, als Plätze zur Verfügung stehen. Es steht die Frage: Wie soll es weitergehen? Sylvia Kunze

Die Situation spitzt sich im Schliebener Land immer mehr zu: Der Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten kann laut Einschätzung der Amtsverwaltung bald nicht mehr abgesichert werden. "Die vorhandenen Einrichtungen sind voll belegt bzw. arbeiten schon mit Ausnahmegenehmigungen für eine zeitweise Überbelegung", ist aus der Verwaltung zu hören. Und: Es sei deshalb dringend notwendig, neue Kitaplätze zu schaffen.

Eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung könne jedoch nur mit einem Neubau gewährleistet werden, ist man sich einig. Erst recht in Kolochau, wo es aktuell am meisten "brennt". In der dortigen Kita "Zwergenland" können 30 Mädchen und Jungen betreut werden. Eine befristete Kapazitätserweiterung räumt Platz für 34 Steppkes ein. Aber dann seien die räumlichen Bedingungen auch voll ausgeschöpft. "Unsere zumeist kleinen Räume sind alle mit Kindern belegt", schildert Kita-Leiterin Dagmar Weber. Da bleibe nicht mal Platz, um gerade nicht benötigte Utensilien abzustellen. Die müsse man hin- und herschleppen, oftmals auch bis in den Keller tragen.

Das 1966 gebaute zweigeschossige Haus, das 2009 mit einem Anbau vergrößert wurde, platzt aus allen Nähten. Und damit nicht genug. Der Platzbedarf steigt weiter. Eine Prognose ab 2018 zeigt auf, dass die Kitaplätze in Kolochau nicht reichen werden.

Ein weiterer An- oder Umbau kommt für Amtsdirektor Andreas Polz und Bauamtsleiter Harald Kutscher jedoch nicht infrage. Das Gebäude entspreche nicht mehr den Anforderungen an eine kindergerechte Betreuung. "Es macht keinen Sinn, da weiteres Geld reinzustecken", sagt Polz rigoros. Er hat sich deshalb mit Verwaltungsmitarbeitern und Kita-Leiterin Dagmar Weber anderenorts umgesehen, hat neu gebaute Kindertagesstätte besucht und sieht sich nur bestätigt. "Viele kleine Details, die man bei einem Neubau berücksichtigen kann, können das Leben und Arbeiten mit den Kindern sehr viel einfacher machen", sagt er. "Was man allein schon zum Beispiel hinsichtlich der Funktionalität der Räume und der Beleuchtung alles machen kann", gerät der Bauamtsleiter ins Schwärmen, wenn er an die Besuche in Kasel-Golzig zurückdenkt. Dort steht eine neue Kita, die am liebsten in Kolochau nachgebaut werden könnte - nahe der B 87, wo einst die alte Gaststätte stand. Die Funktionsräume zur Straße hin, die Gruppenräume Richtung Süden ausgerichtet und mit direktem Zugang zum Gartenbereich von der Straße weg.

Der Neubau auf der grünen Wiese in Kasel-Golzig hat 2 Millionen Euro gekostet. Eine vom Amtsausschuss befürwortete Planung soll nun zum einen ans Licht bringen, wie viel Geld für das Kolochauer Vorhaben zu veranschlagen ist, und zum anderen helfen, Fördermittelkonditionen abzuklopfen. Erst dann könne man sagen, ob aus der Idee Realität werden kann.