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Pfingsten 1. Lebusaer Reitertag

Lebusa. Die Pferdesportgemeinschaft Lebusa hat die Einladungen für den 1. Trainingstag der Vereine verschickt. Sylvia Kunze

Er soll am Pfingstmontag stattfinden, sorgt aber schon jetzt bei Reitfreunden in der Region für allerlei Gesprächsstoff. In erster Linie deshalb, weil der Vorgängerverein ein Stück Lebusaer Reitsportgeschichte geschrieben hat. Die großen Turniere, die er alljährlich ausgerichtet hat, waren weithin bekannt. Zur 30. Veranstaltung dieser Art 1997 gab es eine drei Tage dauernde Leistungsschau. So mancher ältere Pferdefreund kann sich daran noch heute erinnern.

"Das ist nun schon 20 Jahre her. Es wird Zeit, dass wir wieder mal was machen", sagt Eckhard Weis, stellvertretender Vorsitzender des heutigen Vereins. Er, der selbst schon seit vielen Jahren Turniere bestreitet, kann sich gut in insbesondere jene Vereinsmitglieder hineindenken, die aktuell ihrem ersten Wettstreit entgegenfiebern. "Der Trainingstag ist längst nicht so hoch angebunden wie die damaligen Lebusaer Turniere. Er soll vor allem unserem Reitnachwuchs die Möglichkeit geben, sich zu betätigen, Erfahrungen zu sammeln und eventuell sogar nach erfolgreichem Ritt auf dem Siegertreppchen zu stehen", benennt Weis einen wichtigen Aspekt, warum der Tag organisiert wird.

40 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Der Hauptteil sind Kinder und Jugendliche - aus der Region und einige wenige auch aus dem weiteren Umland. "Für die meisten unserer Reiter ist das einfach ein schönes Hobby, ein toller Freizeitausgleich. Der Umgang mit den Pferden steht an erster Stelle. Der Wettbewerb und der Sport kommen eher nur an zweiter Stelle", beobachtet der Trainer.

Er baut auf den sportlichen Ehrgeiz, der vermutlich in jedem Einzelnen schlummert und schaut "sicher spannenden Wettbewerben" entgegen. Acht Prüfungen sind ausgeschrieben: Dressur Klasse E, Dressur Klasse A, Einfacher Reiterwettbewerb, Führzügelwettbewerb, Kreuzspringwettbewerb, Springwettbewerb Klasse E (Fehler und Stil), Springwettbewerb Klasse E (Fehler und Zeit), Springprüfung Klasse A. Das alles über den Tag verteilt, sorgt für ein durchaus ehrgeiziges Programm.

Aber bevor überhaupt der erste Start absolviert werden kann, ist noch eine Menge zu tun - obwohl schon die ersten Arbeitseinsätze absolviert sind. "Wir wollen den Platz schließlich in einen guten Zustand versetzen", kündigt Eckhard Weis an. Und da gehört einiges dazu: zum Beispiel Rasen mähen, Richterturm herrichten, Hindernisse streichen, Dressurviereck aufbauen.

Unterstützung erhält der Verein dabei vom Schliebener Bauhof. "Und das klappt gut", freut sich Bürgermeister Marcus Klee. "Es ist uns als Gemeinde wichtig, dass der Reitertag zu einem Erfolg wird - schon allein deshalb, weil über so viele Jahre in der Hinsicht nichts mehr passiert ist. Umso mehr stehen wir dahinter, wenn die Reiter sagen: Kommt, lasst es uns wieder anschieben!", sagt Klee. Perspektivisch hofft er auf noch mehr Kooperation zwischen der Gemeinde und dem Verein - in beiden Richtungen. "Das kann allen nur weiterhelfen", ist er überzeugt und drückt für das Gelingen des Reitertages beide Daumen.

Zum Thema:
Der einstige Reitsportverein Lebusa ging nach der politischen Wende im Land aus der Sektion Reiten der damaligen "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST) hervor. Bis 1997 wurden große Turniere ausgetragen. Eng mit der damaligen Turniergeschichte verbunden sind Namen wie Brüchner, Brockmeier, Ehrenberger, Caspar, Schaar, Weiß und Donndorf. Kurz darauf löste sich der Verein auf. Der neue Verein mit dem Namen Pferdesportgemeinschaft Lebusa wurde 2004 aus der Taufe gehoben. Er wagt nun auch einen sportlichen Neuanfang, wenn auch auf deutlich kleinerem Niveau.