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| 14:24 Uhr

Drei Tage Pferdesport
700 Starts im Pferdemekka

Bei vielen Prüfungen gab es hochklassigen Pferdesport bei den 15. Schappiner Pferdesporttagen zu sehen. Die Reiter, hier Lisa Pelikowsky auf „Little Lauser“ vom RFV Alt Zeschdorf, schätzen die hohe Qualität der Anlage, die starke Organisation und die gute Atmosphäre.
Bei vielen Prüfungen gab es hochklassigen Pferdesport bei den 15. Schappiner Pferdesporttagen zu sehen. Die Reiter, hier Lisa Pelikowsky auf „Little Lauser“ vom RFV Alt Zeschdorf, schätzen die hohe Qualität der Anlage, die starke Organisation und die gute Atmosphäre. FOTO: Veit Rösler
Herzberg. Insgesamt 256 Sportler aus Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen boten bei den 15. Schappiner Pferdesporttagen Reitsport vom Feinsten. Von Veit Rösler

370 Pferde, 700 Starts – am Wochenende herrschte Hochbetrieb auf der Reitanlage „Am Schappin“ zwischen Herzberg und Kolochau. Wer sich für Pferde, Reiten und Pferdesport interessiert, konnte hier ausgiebig Pferde-, Stall- und Wettkampfatmosphäre schnuppern. Nachdem seit 17 Jahren nicht nur 15 hochkarätige Wettkämpfe in den Springprüfungen und im Dressurreiten durchgeführt, sondern auch noch jedes Jahr fünf Youngster-Turniere für die Nachwuchspferde veranstaltet werden, war der Wettkampf am Wochenende auch gleich noch das 100. Turnier in der Geschichte des jüngeren Schappiner Pferdesports.

Wie kommen diese Zahlen zustande und warum kommen so viele Reiter mit ihren Tieren zu diesen Wettkämpfen von so weit her? Eine die es wissen muss, ist in der Schappiner Meldestelle Erika Biedermann aus dem Kreis Meißen: „Die Teilnehmer schätzen die extrem guten Bedingungen der Reitplätze. Sowohl von den Anreise- und Lagerplätzen, über die Vorbereitungsplätze, bis hin zu den Turnierplätzen werden hier richtig gute Bedingungen geboten. Dazu eine ansprechende Rahmenversorgung für Ross und Reiter. Daneben schätzen die Teilnehmer hinter den Kulissen den Erfahrungsaustausch mit den bundesweit anreisenden Fachleuten. Hier stimmt die Chemie“, meint die 79-Jährige. Seit über 50 Jahren ist die heute rüstige Rentnerin im Raum Sachsen/Brandenburg in die Organisation von Pferdesportveranstaltungen eingebunden und dementsprechend als Fachfrau hoch geschätzt. Mit weiteren acht Kampfrichtern aus dem gesamten Bundesgebiet bildete Erika Biedermann eine effektive und schnell agierende Mannschaft in Anbetracht der enormen Datenflut.

Reitturnier im Gestüt „Am Schappin“ FOTO: Veit Rösler

Neben seinen 30 Mitgliedern erhält der Schappiner Verein bei der Vorbereitung und Durchführung auch noch Unterstützung von der Feuerwehr, dem Heimatverein und dem Weinbauverein aus Schlieben, zählt Hauptorganisator Matthias Schulze auf. Der Falkenservice Falkenberg beteiligte sich nicht nur mit Wettkämpfern, er kümmerte sich auch noch um die Absicherung des Festgeländes. Die Feuerwehr Schlieben hatte zum Beispiel die regelmäßige Wässerung der Turnier- und Vorbereitungsplätze zur Staubbekämpfung übernommen.

Die Schappiner nehmen selber bundesweit regelmäßig mit zwei Reitern und mit fünf bis acht Pferden an Wettkämpfen teil. Das dabei gewonnene Erfahrungspotenzial ist ein wichtiges Standbein für die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Am Wochenende wurde der Veranstalter von den Reitern Martin Jurisch, Maxi Locher, Claudia Günther und Sarah Ramuschkat vertreten, die mit verschiedenen Pferden in den unterschiedlichen Disziplinen regelmäßig auf Trophäenjagd gehen.

Ab dem Jahr 1998 wurden am Schappin die ersten Pferde gezüchtet und im Jahr 2000 die Liegenschaft erworben. Der Schappin, mit 106 Metern die höchste Erhebung der Region, gab dem Gestüt und dem Verein ab der Jahrtausendwende seinen Namen. Der Landwirtschaftsbetrieb Gestüt am Schappin hat sich auf die Züchtung von Sportpferden spezialisiert. Hier stehen zwischen zehn bis zwölf Mutterstuten in den Ställen. Nach der etwa elfmonatigen Tragezeit und der Geburt werden die jungen Tiere drei bis vier Jahre aufgezogen und anschließend zwei bis drei Jahre im Sport geritten.

Klar das hierbei das züchterische und sportliche Geschick der kompletten Mannschaft in den Ställen den Erfolg bestimmt. Mit sechs Jahren sind die Tiere mit den entsprechenden Youngster-Turnieren und Aufbauprüfungen zwei bis drei Jahre im Sport gelaufen. Danach werden sie international Pferdesportlern angeboten. Sportpferde vom Gestüt am Schappin treten in ganz Europa und inzwischen auch in Amerika erfolgreich zu Wettkämpfen an. Seit Gründung sind aus dem Gestüt 130 Pferde, die im internationalen Sport laufen, hervorgegangen.

Sara Ramuschkat auf „Glanzlicht FS“ (l.) und Claudia Günther auf „Störtebeker FS“ holten für den Verein und das Gestüt mehrere vordere Plätze.
Sara Ramuschkat auf „Glanzlicht FS“ (l.) und Claudia Günther auf „Störtebeker FS“ holten für den Verein und das Gestüt mehrere vordere Plätze. FOTO: Veit Rösler