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| 16:55 Uhr

Evangelische Kirchengemeinde
Pfarrerin soll Herzberg verlassen

Herzberg. Personalchef der EKM hat Gemeinden informiert. Superintendent schätzt Zusammenarbeit zwischen Pfarrerin und Gemeindeleitung als kompliziert ein.

Herzbergs Pfarrerin Anika Scheinemann-Kohler soll nur noch bis zum Sommer in der Gemeinde bleiben. Das hat die Personalleitung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) entschieden.

Wie der zuständige Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda Christof Enders informiert, hat der Personalchef der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Michael Lehmann die evangelischen Kirchengemeinden im Pfarrbereich Herzberg am vergangenen Freitagabend besucht. Zum Pfarrbereich gehören die Gemeinden Herzberg, Alt Herzberg, Mahdel, Friedrichsluga, Buckau und Frauenhorst. „Michael Lehmann hat die Versammelten über den zukünftigen Dienst der zuständigen Pfarrerin Anika Scheinemann-Kohler informiert. Die Pfarrerin ist momentan im sogenannten Entsendungsdienst, eine Probezeit von drei Jahren. Dieser Probedienst wird nicht, wie beabsichtigt, in naher Zeit abgeschlossen. Er wird stattdessen um ein Jahr verlängert und an einem anderen Ort fortgesetzt“, so Christof Enders.

Wie er berichtet, waren viele Gemeindeglieder zu der Andacht am Freitag nach Alt Herzberg gekommen. Sie hätten ihr Unverständnis geäußert und betont, wie sehr sie mit dem Dienst von Pfarrerin Scheinemann einverstanden seien, so der Superintendent. (Wie die RUNDSCHAU erfuhr, soll es aber auch vor allem aus der Gemeinde Herzberg Widerstand gegen die Pfarrerin gegeben haben.)

Christof  Enders
Christof  Enders FOTO: Manfred Feller / LR

Michael Lehmann hat seine Entscheidung damit begründet, dass der Entsendungsdienst eine Probezeit ist. Hier gehe es vor allem um die grundsätzliche Entscheidung, ob eine Pfarrperson für den Pfarrberuf geeignet ist. Das müsse klar sein, weil die Landeskirche die Person dann in eine lebenslange Anstellung übernehmen möchte. Um so eine Entscheidung zu treffen, so Lehmann, brauche es einen Pfarrbereich, der grundsätzlich geordnet und konfliktfrei ist.

Christof Enders selbst hat darauf hingewiesen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Pfarrerin und Gemeindeleitung schon lange als kompliziert erwiesen habe. Viele Gespräche und Lösungsversuche seien seither unternommen worden. Sie hätten die Situation leider nicht verbessert, sagte er. Michael Lehmann betonte, dass diese für Herzberg schwere Entscheidung auch im Interesse der Pfarrerin notwendig sei, so Christof Enders.

Für den Wechsel sei die Zeit der Sommerferien vorgesehen. Die Kirchengemeinden in und um Herzberg würden nun vor der Aufgabe stehen, die Pfarrstelle neu auszuschreiben. Der Kirchenkreis habe hier seine Unterstützung zugesagt.