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| 18:15 Uhr

Der letzte Tag
Personalnot: Bowlingscheune in Großrössen schließt

Großrössen. Pächter Marcel Wille hat ein halbes Jahr mit sich gerungen, bis er sich zu diesem Schritt entschied. Von Sylvia Kunze

Am heutigen Donnerstag bricht der letzte Tag der Großrössener Bowlingscheune an. Ab morgen bleiben Bowlingbahn und Gaststätte geschlossen. Das familiär geführte Unternehmen sei immer mehr an seine Grenzen gestoßen, resümiert Pächter Marcel Wille. „Meine Mutter und meine Schwiegermutter, die geholfen haben, wenn es nötig war, sind im Rentenalter. Eine fest angestellte Kraft schafft das nicht allein. Aber für eine zweite Kraft reicht es wirtschaftlich nicht“, berichtet Wille. Den sehr schwankenden Betrieb habe er über die Jahre mit flexibel einsetzbaren Stundenkräften abgesichert. „Das Hauptgeschäft läuft in den kühleren Monaten. Im Sommer war schon immer relative Flaute. Da habe ich mich mit Aufträgen bei Dorffesten und Caterings über Wasser gehalten. Und die meiste Nachfrage ist generell an den Wochenenden. Die Woche über sind Gäste eher rar“, beschreibt er das Auf und Ab der zurückliegenden 15 Jahre.

„Ich finde keine Leute, die hier arbeiten wollen.“ Die Arbeitszeiten seien nicht attraktiv und dann reiche es nur für den Mindestlohn. Selbst Schüler und Studenten, auf die er bisher habe bauen können, seien nicht mehr an derartiger Beschäftigung interessiert.

Ob es eine Zukunft für die Bowlingscheune gibt? Marcel Wille will das nicht ausschließen, kann es aber weder mit einem klaren „Ja“ noch „Nein“ beantworten. Die Immobilie stehe zum Verkauf, berichtet er. Es hätten sich schon Interessenten vor Ort umgesehen. Entscheidungen für die Zukunft des Gebäudes seien aber noch nicht gefallen. Es liege dann am Käufer, was daraus werde.