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| 14:00 Uhr

Aktuell in der Diskussion
Personalnot bei der Feuerwehr

Ausrüstung und gut gefülltes Gerätehaus machen erst einen Sinn, wenn ausreichend Aktive ihren Dienst versehen.
Ausrüstung und gut gefülltes Gerätehaus machen erst einen Sinn, wenn ausreichend Aktive ihren Dienst versehen. FOTO: Kzenon/shutterstock.com
Uebigau-Wahrenbrück. Stadt Uebigau-Wahrenbrück will in Zinsdorf die Notbremse ziehen. Von Sylvia Kunze

Es ist seit Jahren erklärtes Ziel der Stadtverantwortlichen in Uebigau-Wahrenbrück, in jedem Ortsteil, in dem Kameraden und Kameradinnen ihren Mann beziehungsweise ihre Frau stehen, die Feuerwehr zu erhalten. Daran ist bisher auch nicht gerüttelt worden. Und man will auch in Zukunft an dem Vorhaben festhalten, bekräftigt Bürgermeister Andreas Claus. Selbst in den Absprachen zur Bildung der Kurstadtregion-Verbandsgemeinde mit den Nachbarstädten Bad Liebenwerda, Falkenberg und Mühlberg spiele dieser Aspekt bereits eine Rolle, versichert er und schiebt nach, dass man sich im Vier­erverbund da einig sei. Aber das ändere nichts an der Situation, die nun schon über mehrere Jahre in der Ortsfeuerwehr in Zinsdorf andauere und die fordere, dass man Konsequenzen ziehen müsse.

Konkret sieht es so aus, dass es in Zinsdorf nur noch einen Kameraden gibt. Das Dilemma begann aber schon einige Jahre früher. Wie der Bürgermeister in der Sitzung des städtischen Hauptausschusses skizziert, ist das Problem schon seit mehreren Jahren offenkundig. Mit Blick auf die allgemeine Weisung, dass die Mindeststärke einer Feuerwehr aus einer Staffel mit sechs Personen besteht, wobei empfohlen wird, alle Funktionen bestenfalls sogar doppelt zu besetzen, erfüllt die Zinsdorfer Wehr mindestens schon seit Ende 2014 diese Vorgabe nicht mehr. Damals wurden nur noch vier Aktive gezählt. Mehr sind es seitdem nicht geworden, trotz Appellen in Einwohnerversammlungen im Dorf sowie Jahreshauptversammlungen der Feuerwehr, muss Claus bedrückt konstatieren.

„Man möchte am liebsten über so etwas nicht reden, aber wir kommen nicht umhin“, sagt er mit Blick auf die nun zur Debatte stehende Schließung der freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Zinsdorf. Die sei nicht allein wegen des Personaldefizits unumgänglich, sondern auch aufgrund nicht absolvierter Dienste und Ausbildung. „Wir haben uns den Entschluss nicht leichtgemacht, aber es geht nicht mehr“, begründet das Stadtoberhaupt die Sitzungsvorlage, über die in der Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche am Mittwoch, 14. November, abgestimmt werden soll. Alle vorgeschalteten Ausschüsse sahen gar keine andere Alternative, als den Vorschlag der Verwaltung zu akzeptieren und damit das Kapitel Feuerwehr in Zinsdorf zu schließen.

Eine weitere Schließung steht in Bahnsdorf an. Aber mit weniger negativem (Personal)Hintergrund, denn parallel dazu sollen die Wehren Bahnsdorf und Neudeck offiziell am Standort zusammengeführt werden. Seitdem die Neudecker 2011 ein neues Feuerwehrfahrzeug erhielten, ist dieses Zusammengehen bereits Stück für Stück gelebt worden, weshalb die Verwaltungsvorlage nur mehr einen formalen Akt darstellt. Die Kameraden haben sich längst für das Zusammengehen ausgesprochen und bilden seitdem eine gemeinsame Wehr.

Kirsten Winzer-Kircheis, die sich im Rathaus der Stadt Uebigau-Wahrenbrück um das Sachgebiet Brandschutz kümmert, kann darüber hinaus „Entwarnung“ geben. Der Bestand der aktiven Kameraden im Stadtgebiet ist seit Jahren relativ stabil. Aktuell liegt die Zahl bei 245. Lediglich in den Ortsteilen Bönitz und Kauxdorf, neu dann auch Zinsdorf und Bahnsdorf, gibt es keine freiwilligen Feuerwehren.  In den anderen 15 Ortsteilen baue man auf einen festen Bestand der Freiwilligen.