Durch das Personalamt der Bundeswehr vorgegeben, übernahm Oberstleutnant Franz Sauerborn das Kommando der Einsatzgruppe verlegefähig von Oberstleutnant Bernhard Merfort, der diesen Dienstposten erst seit einem Jahr begleitete. Die Qualifikationen des gebürtigen Berliners werden künftig in der Streitkräftebasis am Standort Köln-Wahn gefordert sein.
Als stets zuverlässigen Stabsoffizier lobte Wiegand seinen bisherigen Unterstellten. Spontaneität, aber auch die Weitsicht eines Organisators hätten seinen Führungsstil geprägt. Dabei konnte der Oberst „mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass Merfort beständig um die Belange seiner Soldaten bemüht war“ . Probleme wurden durch ihn schnell und unkonventionell gelöst. Nicht zuletzt war das ein Grund für die gute Motivation der ihm unterstellten Truppe. In Zeiten tiefgreifender Umwandlungen, wie sie die Bundeswehr gerade durchlebt, ein unschätzbares Juwel. Denn gerade dem Einsatzführungsbereich 3 fällt gegenwärtig innerhalb der Bundeswehr eine Schlüsselrolle zu. Von den heute noch acht existierenden Luftverteidigungsgefechtsständen werden bis 2006 vier aufgelöst. Die Verbleibenden werden mit neuer Technik aufgerüstet, um mit neuer Qualität arbeiten zu können. Der Einsatzführungsbereich 3 wird in diesem Zuge der einzige innerhalb der Luftwaffe sein, der einen weltweit verlegefähigen Gefechtsstand zur taktischen Führung von Luftstreitkräften in seinen Reihen hat. Diese mobile Einheit zu führen, wird künftig die Aufgabe von Oberstleutnant Sauerborn sein.
Doch auch der Gefechtsstand in Schönewalde widerfährt derzeit umfangreiche Erneuerungen. Technische Modernisierungen bilden den Grundstock für eine Pilotfunktion, welche künftig durch das Gefechtsführungssystem GIADS II vorgenommen wird. Spezialisten eines deutsch-amerikanischen Konsortiums nahmen dafür in den vergangenen Wochen die Installationen vor. Die neue Struktur wird den Einsatzführungsbereich zugleich der Berliner 3. Luftwaffendivision unterstellen. Zugleich werden die Radarstellungen im gesamten Osten Deutschlands künftig von Schönewalde aus geführt. Viel Arbeit also für Oberstleutnant Sauerborn, der bereits das dritte Mal in seiner Laufbahn unter Wiegand dient.
Bauchschmerzen bereiten Oberst Wiegand unterdessen die Sparzwänge innerhalb der Bundeswehr. Leere Kassen lassen nur schwerlich den nötigen Spielraum zu, um die erforderliche teure High-Tech-Ausrüstung, wie mobile Radar- und Fernmeldegeräte sowie verlegefähige Gefechtsführungssysteme zu erwerben. Sein Appell ging daher an die bei der Kommandoübergabe anwesenden Politiker, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um mögliche Unwägbarkeiten aus dem Weg zu räumen.
Aktuell ging Oberst Wiegand auch auf die Sparpläne der Bundesregierung bezüglich der Streitmacht ein. Die Verlegung des Ausbildungsregimentes trage nach seinen Worten vornehmlich der Raumnot am Standort Rechnung. Damit sollen Verzögerungen beim Ausbau der Infrastruktur für den Vollwuchs des Einsatzführungsbereiches 3 und des Hubschraubertransportgeschwaders NH 90 vermieden werden.