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| 12:33 Uhr

Stimmgewaltig
Perfekt umgesetzter Konzerttag

Der Höhepunkt des Tages war das Konzert des Vokalensembles „Niniwe“ in der St. Marien Kirche. Die vier Sängerinnen Winnie Brückner (Sopran) Caroline Krohn( Alt ), Hanne Schellmann (Alt ) und Lena Sundermeyer (Sopran) traten mit einem breiten Spektrum auf.
Der Höhepunkt des Tages war das Konzert des Vokalensembles „Niniwe“ in der St. Marien Kirche. Die vier Sängerinnen Winnie Brückner (Sopran) Caroline Krohn( Alt ), Hanne Schellmann (Alt ) und Lena Sundermeyer (Sopran) traten mit einem breiten Spektrum auf. FOTO: Rico Meißner
Schlieben. Von den Gästen aus der Großstadt gibt es in Schlieben viel Lob für die Helfer, die ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt haben. Das Vokalensemble „Niniwe“ sorgt zum Finale in der Kirche für ein stimmgewaltiges Sommerkonzert. Von Rico Meißner

Sorgfältig gedeckte Tische im Pfarrgarten und zahlreiche Verpflegungsstände, daneben Kremserfahrten, literarische Lesung, Weinverkostung und schließlich ein Konzert in der Kirche. Die Schliebener Organisatoren hatten sich mit viel Sorgfalt fürs Detail auf den „Stimmenzauber am Fichtwald“ am Sonntag im Rahmen der 28. Brandenburgischen Sommerkonzerte vorbereitet.

Als die Anfrage im Frühjahr kam, ob Schlieben Ausrichtungsort sein wolle, habe man gerne zugesagt, blickte Pfarrer Phillip Schuppan zurück. Für letzten Sonntag engagierten sich dann auch die Aktiven der Kirchengemeinde, der Moienmarktverein und angehende Abi­turienten des Herzberger Gymnasiums zur perfekten Umsetzung des Tages. „Es war ein angenehmes Arbeiten und auch die Stadt hat uns sehr unterstützt“, so der Pfarrer.

Die meisten der Gäste waren aus Berlin angereist. Für Leonora Okon aus Bernau etwa ist die Konzertreihe fester Bestandteil. „Wir waren schon in Herzberg, sind immer wieder gerne in Stechau und heute eben in Schlieben.“ Die Betreuung vor Ort sei „phantastisch“. Regine Langner aus Berlin war zum ersten Mal in der Stadt. Während Dr. Jürgen Wolf noch mit der Geschichte des Weinanbaus oben auf dem Weinberg vertraut machte, ehe es die erste Kostprobe gab, charakterisierte sie ihren Eindruck der Stadt so: „Es ist nett. Es ist niedlich, klein und verträumt.“ Die Sommerkonzerte seien für sie auch eine gute Gelegenheit, Künstler zu erleben, die sonst in Großstädten „gar nicht so zur Kenntnis genommen würden“.

Sorgfältig gedeckte Tische im Pfarrgarten luden zum Verweilen ein. Die Schliebener Organisatoren hatten sich mit viel Sorgfalt fürs Detail auf den „Stimmenzauber am Fichtwald“ vorbereitet.
Sorgfältig gedeckte Tische im Pfarrgarten luden zum Verweilen ein. Die Schliebener Organisatoren hatten sich mit viel Sorgfalt fürs Detail auf den „Stimmenzauber am Fichtwald“ vorbereitet. FOTO: Rico Meißner

Auch die Kremserfahrten von Manfred Goy kamen gut an, wenn auch viele der Berliner Besucher sich wunderten, „wie wenig Menschen hier unterwegs seien“.

Zwischen all dem und bei schönem Sommerwetter gab es für interessierte Zuhörer auch noch eine Lesung in der katholischen Kirche. Bei „Gespräche bei hellem Mondschein“ las Anne Sofie Schietzhold aus dem Werk des russischen Autors Wassili Makarowitsch Schukschin.

Der Höhepunkt des Tages war das abschließende Konzert des Vokalensembles „Niniwe“ in der St. Marien Kirche. Die vier Sängerinnen Winnie Brückner (Sopran) Caroline Krohn (Alt), Hanne Schellmann (Alt) und Lena Sundermeyer (Sopran) traten mit einem breiten Spektrum auf. Von Popsongs über Jazz und Klassik bis hin zu Eigenkompositionen war vieles vertreten. So reichte das Repertoire von Liedern von Lana del Rey und Sting, über Werke von Dvorak bis hin zu Händel und Monteverdi. Und alles A-capella. Brückner lobte bei der Begrüßung die gute Akustik der Kirche, da ginge das „Singen fast von allein“. Das Ensemble, das bereits in vielen Orten in Europa von der Schweiz über Spanien bis nach Finnland aufgetreten ist, konnte Schlieben durchaus einiges abgewinnen. „Im Rahmen der Konzertreihe lassen sich immer wieder Kleinode in Brandenburg entdecken,“ meinte Sundermeyer. „Auch wenn es von Ort zu Ort immer unterschiedlich ist, spürt man gerade in kleineren Orten eine deutliche Wertschätzung.“

Insgesamt war die Zahl der Besucher zwar überschaubar, aber das sah Pfarrer Schuppan locker. „Wir hatten schon damit gerechnet, überrannt zu werden“, lächelte er. Letztendlich blieb der Eindruck, dass alle einen fröhlichen, schönen Nachmittag und Frühabend verbrachten. Und der eine oder andere Besucher ließ sich auch gleich noch Kuchen für die Rückkehr nach Berlin einpacken.