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| 15:05 Uhr

Oktoberfest in München an der Elster
Party-Polizei-Einsatz in München

Oktoberfest in München an der Elster FOTO: VRS
München. Das Oktoberfest in München an der Elster elektrisiert einmal mehr die Massen. Im nächsten Jahr 20. Auflage.

Das Konzept ist so einfach, wie der Name und die Zählweise der Oktoberfeste in München an der Schwarzen Elster. Auch zum 19. hieß es: Was sich bewährt hat, ist gut! Was gut ist, wird nicht verändert! Zumindest bis es eines Tages nicht mehr funktioniert. Über die Jahre schrittweise perfektioniert, hat sich das Oktoberfest in Klein-München zu einer Mega-Sause entfaltet, die, so Hauptveranstalter Mathias Winter aus Uebigau-Wahrenbrück, derzeit keiner wesentlichen Veränderung bedarf. Das mittlerweile alt bewährte Konzept hat von Freitag bis Sonntag wieder Tausende Gäste aus ganz Deutschland auf die in der übrigen Zeit des Jahres beschauliche und eher langweilige Wiese gelockt.

Viele Gäste ködern noch während des bereits begonnenen Abends von sich aus per Facebook, WhatsApp und Co. unternehmungslustige junge Leute aus dem Raum zwischen Dresden, Leipzig, Cottbus und Berlin. Im Durchschnitt gut eine Stunde Fahrzeit ist für viele keine Hürde, um im Gegenzug bis in die frühen Morgenstunden an einem Mega-Event mit garantiert atemberaubender Stimmung teilzuhaben. In einer Hand den Bierkrug, in der anderen das Handy! Mittels tausender Selfies aus dem Festzelt dürfte mittlerweile die ganze Welt am Oktoberfest in Elbe-Elster teilhaben. Noch dazu gab es in diesem Jahr spektakuläre Bilder zu posten.

Einen mehrstündigen Polizeieinsatz! Die Band „Party-Police“ aus Leipzig sorgte mit Captain Jack, Chef Rick, Sergant Pepper, Comander Key und Major Tom zusammen mit Stimmungskanone Nadine Schuster mit Live-Entertainment und gecoverten Songs aus Pop, Dance und Rock der 80er, 90er Jahre und mit aktuellen Charts für das blanke Gegenteil von Ruhe und Ordnung im Revier.

 Wer nicht im Dirndl nach München kommt, ist nicht richtig angezogen. Längst ist die Bayern-Tracht auch an der Elster ein Muss.
Wer nicht im Dirndl nach München kommt, ist nicht richtig angezogen. Längst ist die Bayern-Tracht auch an der Elster ein Muss. FOTO: VRS

Wo wird die Reise in den nächsten Jahren wohl hingehen? Einer, der aus der Vergangenheit in die Zukunft schauen kann ist „DJ-Tosca“ Jörg Schönitz. Er ist von Anfang an seit 2001 dabei. Sozusagen ein Aktivist der ersten Stunde. Wie hat sich das Oktoberfest seit Beginn entwickelt und wie wird sich die Zukunft gestalten? „Mehr, mehr, mehr“, weiß der DJ. Viel zu sagen gibt es da nicht. Ganze Sätze werden bei dem Krach aus den donnernden Lautsprecherboxen ohnehin nicht verstanden.

Ein drittes großes Festzelt dürfte eines Tages die Alternative gegen die gelegentlich auftretende Platznot sein. Immer wieder rappeln sich Schönheiten mit üppigem Dekolleté auf die Bühne, um dem DJ Musikwünsche zu offenbaren. Und was wird gewünscht? „Ballermann. Stimmungsmusik“, meint Jörg Schönitz. Während der erfahrene Disco-Mensch nur sparsam mit automatischem Stimmungszauber wie Polonaise und Annemarie-Polka umgeht, kreieren einige Gäste in der wogenden Menge von sich aus selbst artfremde Titel in eine Polonaise um.

Die Stimmung ist nicht zu bremsen! Wie von Geisterhand beflügelt und vom Herdentrieb angetrieben, tauchen immer wieder entsprechende Kolonnen an verschiedenen Stellen im Festzelt auf. Ein Problem gab es dann aber doch: Den Klimawandel! „Durch die eisigen Temperaturen und die feuchte Witterung, die sich mit Dirndl und Lederhose nicht vertragen, sind bedeutend weniger Gäste mit dem Fahrrad gekommen. Analog dazu gab es eine riesige Flutwelle aus Autos“, meint am späten Abend Wiesn-Wirt Mathias Winter.

 Eine Polonaise geht immer. Spontan finden sich mehrfach an den Abenden Tanzwütige zusammen und kreieren den Stimmungstanz.
Eine Polonaise geht immer. Spontan finden sich mehrfach an den Abenden Tanzwütige zusammen und kreieren den Stimmungstanz. FOTO: VRS

In den vergangenen zwei Jahren seien bei damals noch wärmeren Temperaturen bedeutend mehr Leute aus der Umgebung mit dem Rad gekommen, rechnet Winter vor. Bei Temperaturen um die fünf Grad dürften sich auf dem Parkplatz weit über tausend Fahrzeuge angesammelt haben. Schnell und damit unüberlegt abgestellt, wurde eher Angereisten und damit meist früher Abreisenden der Weg zur Abfahrtsschneise zugeparkt. Viele Autos sorgen bei einem Wiesn-Wirt für ein großes Problem: „Die Leute trinken weniger Bier“, meint der trocken und wortkarg mit heruntergezogenen Mundwinkeln.

Zumindest brauchten die wegen der ultimativen Stimmung auf sommerliche Temperaturen aufgeheizten beiden riesigen Festzelte nicht beheizt zu werden, was in den nächsten Jahren einiges an CO2-Steuer sparen dürfte. Auf jeden Fall nicht gespart werden soll am 20. Jubiläum im nächsten Jahr. „Wir lassen uns ultimative Besonderheiten und Überraschungen einfallen“, lässt Familie Winter durchblicken!

(vrs)