„Mit unserem Fest möchten wir Jung und Alt etwas bieten“ , beschreibt Ortsbürgermeister Friedhelm Brockel die Überlegungen der Organisatoren. Und das Programm, welches die Gemeinde und der Mühlenverein gemeinsam vorbereitet hatte, kam bestens an. Schon am Freitagabend kamen etwa 50 Gäste, um den Ausführungen von Ortschronist Hans-Dieter Lehmann zu lauschen. Jede Menge Dias hatte er dabei und wusste zudem wie immer viele Geschichten zu erzählen. Die Kinder fanden es hingegen toll, am Lagerfeuer Stockkuchen zu backen und suchten unterwegs bei der Nachtwanderung verschiedene Sternbilder am Himmel.
Abwechslungsreich und immer wieder recht sportlich ging es am Samstag zu. Wie zum Beispiel beim Fahrradparcours der Verkehrswacht. Doch bevor der absolviert werden konnte, wurde das Zweirad auf Verkehrssicherheit geprüft. 25 Kinder und Erwachsene nahmen das Angebot an. Einige von ihnen, wie der siebenjährige Gerd Jahn, wagten sich danach auch in den aufgebauten Parcours. Als um 14 Uhr der Startschuss für den 5. Mühlenlauf fiel, hatten sich 24 Nordic Worker und 32 Läufer in die Liste eingetragen. Vor den Erwachsenen lagen drei Kilometer Strecke: um das Vorwerk herum, zwischen den Teichen entlang und durch den Wald. Die Kinder, unter ihnen auch die beiden Dreijährigen Sascha Rutjaka und Maria Vietzke, rannten einen Kilometer. „Bei unserem Volkslauf gibt es keinen Sieger oder Verlierer, denn die Bewegung steht im Vordergrund“ , so Olaf Pratsch, der mit Ehefrau Petra und Ingo Brockel alles vorbereitete. Wie Pratsches, die sich mit ihren Töchtern Nicole und Nadine in das Starterfeld einreihten, rannten auch die Familien Mielke und Rudjaka mit. Renate Görsch und Monika Pohler kamen dazu extra aus Dahme angefahren. Im Ziel angekommen, gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und einen kleinen Preis.
Wer sich dann schon darauf freute, einen Mahlgang in der alten Bockwindmühle mitzuerleben, der wurde leider enttäuscht. Denn nicht der leiseste Windhauch kam auf, um die Mühlenflügel in Bewegung zu setzen. „Am Donnerstag und Freitag, als die Vorbereitungen für das Fest liefen, haben wir prima mahlen und dabei alle Schmierstellen bewegen und neu fetten können“ , erzählte Friedhelm Brockel, der mit dem Zustand der Mühle in Anbetracht ihres hohen Alters ganz zufrieden ist. In den nächsten Jahren müsste sie allerdings mal wieder einen neuen Farbanstrich bekommen.
Die Besucher des Mühlenfestes staunten nicht schlecht, wie schmuck die Organisatoren das Umfeld der Traditionsfachwerkscheune herausgeputzt hatten. Federführend wäre da Sabine Hoffmann zu nennen, die im Vorstand des Mühlenvereins mitarbeitet. Dessen Mitglieder zeigten sich erstmals in einem neuen roten T-Shirt mit großem Mühlenlogo.
Am Sonntag trafen sich alle zum traditionellen Frühschoppen. Die Kinder bauten einen Trödelmarkt auf. Und mutige Männer versuchten sich beim Holzbeschlagen. Eckhard Matthias hatte die Idee dazu. Viel Musik, eine Modenschau und Showeinlagen brachten Stimmung und bereicherten das Programm.