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Ob traurig oder freudig: Erinnern ist angesagt

Vor 25 Jahren startete die umfassende Sanierung der Schönewalder Mühle, und vor zehn Jahren wurde die Brücke in Mühlberg gebaut, deren Einweihung 2008 folgte.
Vor 25 Jahren startete die umfassende Sanierung der Schönewalder Mühle, und vor zehn Jahren wurde die Brücke in Mühlberg gebaut, deren Einweihung 2008 folgte. FOTO: dmu
Elbe-Elster-Kreis. Im Jahr 2017 dürfte in der Elbe-Elster-Region das Reformationsjubiläum das Ereignis schlechthin sein. Schließlich ist die Lutherstadt Wittenberg nur einen Katzensprung entfernt. Doch 2017 hat noch weitaus mehr Jubiläen im Land zwischen Elbe und Elster zu bieten. amz1

In Mühlberg jährt sich die große Schlacht von 1547 zum bereits 470. Mal. Damals trafen unweit des Elbestädtchens katholische und protestantische Truppen aufeinander und lieferten sich mit über 3000 Toten ein blutiges Gemetzel.

Darüber hinaus jähren sich 2017 weitere Tragödien in der Region. Noch relativ frisch in der Erinnerung der Einheimischen dürften die Ereignisse des 18./19. Januar 2007 sein. Damals raste Orkan Kyrill mit weit über 200 Stundenkilometern über Europa. Besonders betroffen im Elbe-Elster-Land war ein Streifen von Elsterwerda über Plessa nach Lauchhammer und Schwarzheide entlang der Schwarzen Elster. Sehr hart hatte es das 380-Einwohner-Dörfchen Kahla getroffen. Dort gab es kaum ein Grundstück, das unbeschädigt geblieben war. Auch die Kirche wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen. Glücklicherweise waren keine Toten und Schwerverletzten zu beklagen. Später wurde in Erinnerung an die Katastrophe ein Gedenkstein aufgestellt.

20 Jahre ins Land gegangen sind seit der verheerenden Tragödie im Bahnhof Elsterwerda. Am 20. November 1997 rollte ein mit Treibstoff beladener Güterzug zu schnell in den Bahnhof und entgleiste dort. Die darauf folgende Explosion sowie das Feuer forderten zwei Menschenleben, darunter den Elsterwerdaer Stadtbrandmeister, sowie acht Verletzte. Zudem wurden große Teile des Bahnhofes zerstört. Bereits im September 1997 hatte es im Gewerbegebiet Elsterwerda-West einen Großbrand gegeben.

Vor nunmehr zehn Jahren erfolgte die Umgestaltung des Elsterwerdaer Marktplatzes. Das neugestaltete Ensemble inklusive des Elsterbrunnens wurde im Dezember 2007 eingeweiht.

Vor 135 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Firma Reiss in Liebenwerda. Anno 1882 hatte der Vermesser Robert Reiss in der späteren Kurstadt ein Geschäft für Vermessungsinstrumente eröffnet. Zehn Jahre ist es her, dass auch in Bad Liebenwerda der Marktplatz saniert wurde. In diesem Zuge erfuhr auch der dortige Barbarabrunnen eine Verjüngungskur.

90 Jahre zählt die katholische Pfarrkirche "Corpus Christi" in Herzberg. Der Verein "Freunde des Tiergeheges Grochwitzer Park" wurde vor 20 Jahren gegründet. Vor 25 Jahren, konkret in der Nacht vom 13. auf den 14. März 1992, richtete ein großer Brand im Schloss Grochwitz massive Schäden an. Als Ursache wurde Brandstiftung ermittelt.

Vor 25 Jahren begann die umfassende Sanierung der Paltrock-Windmühle in Schönewalde, die 1995 vollendet war. Und bis vor 45 Jahren wurde dort noch Mehl gemahlen. Bis heute wird Getreide geschrotet.

Ein Vierteljahrhundert ist es her, als in Schlieben wieder der Weinbau begann. Auf der Südseite des Langen Berges werden seitdem unter anderem die Sorten "Bacchus" und Müller-Thurgau" angebaut.

Vor 70 Jahren begann das Abteufen des Schachtes Kirchhain I auf dem Weinberg westlich des Ortes. Dort sollte fortan Steinkohle gefördert werden. Dieses Ansinnen wurde später aus Rentabilitätsgründen wieder verworfen. Dann übernahm die NVA das Gelände. Und vor zehn Jahren zog dort das Fallschirmjäger-Bataillon 373 der Bundeswehr ab.

Vor anderthalb Jahrzehnten begann die Wiederbelebung der alten Bahnstrecke von Finsterwalde nach Crinitz dank der Aktivitäten des Vereins Niederlausitzer Museumseisenbahn. Mehrere, durchweg mit Herzblut rekonstruierte Loks und Waggons befördern seitdem die Gäste von der Sängerstadt ins Töpferdorf. Im April 2017 jährt sich die Gründung des Vereins "Finsterwalder-Sänger-Fest" zum 25. Mal. Er gilt als Hauptorganisator einer der größten Veranstaltungen der Niederlausitz, die in geraden Jahren Ende August stattfinden.

Im Juni 1992 wurde die Abraumförderbrücke F 60 im Tagebau Klettwitz-Nord außer Betrieb genommen. Am 18. Dezember desselben Jahres erfolgte die Beendigung der Kohleförderung. 25 Jahre später präsentiert sich der Stahlkoloss als überregional bekanntes Besucherbergwerk. Und aus dem eigentlichen Tagebau ist der Bergheide See hervorgegangen.

Darüber hinaus jährt sich im Jahr 2017 auch in der Elbe-Elster-Region die Verwaltungsreform des Sommers 1952. Vor 65 Jahren wurden nicht nur die alten Länder auf dem Gebiet der DDR aufgelöst, sondern auch die Landkreise. So gingen aus den Kreisen Schweinitz, Liebenwerda und Luckau die neuen, wesentlich kleineren Kreise Herzberg, Bad Liebenwerda und Finsterwalde hervor.