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| 17:22 Uhr

Tierheim Herzberg
Noch immer keine Entscheidung zu Tierheim in Fermerswalde

Herzberg. Entscheidung des OVG steht noch aus. Der Landkreis hat eine mögliche Schließung vorbereitet. Von Birgit Rudow

In das Tierheim Fermerswalde bei Herzberg kehrt keine Ruhe ein. Erst vor wenigen Tagen wieder gab es bei Facebook eine Schilderung der „Katzenfrau“, dass aus deren Sicht nicht ordentlich mit Spenden umgegangen werde. Immer wieder kritisieren Tierfreunde auch, dass das Veterinäramt der Kreisverwaltung nichts unternehme.

Doch auch der Landkreis sieht die Situation im Tierheim durchaus kritisch. 2015 und 2017 hatte er ein Aufnahmestopp für die Einrichtung, die vom Tierschutzverein Elbe-Elster betrieben wird, verhängt, weil Sachkundenachweise nicht erbracht wurden und Verstöße gegen den Impfstatus und tierärztliche Untersuchungen vorlagen. Am 15. August 2017 hat der Kreis die Betreibererlaubnis widerrufen. Der Verein hat daraufhin beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt, den das Gericht abgewiesen hat. Dagegen legte der Verein beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin Beschwerde ein. Entschieden ist darüber bis heute nicht.

„Wir haben beim OVG zweimal um eine baldige Entscheidung gebeten, weil die Zustände im Tierheim Fermerswalde immer kritischer werden. Wir sind in unserer Handlungsweise völlig blockiert“, sagt der Dezernent für Recht, Ordnung und Landwirtschaft des Kreises Dirk Gebhard, in dessen Zuständigkeitsbereich das Veterinäramt fällt, auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Das Veterinäramt würde mindestens einmal, manchmal auch zweimal pro Woche Kontrollen im Tierheim durchführen, sagt er. Überprüft werde, ob alle Tiere noch da sind, wie der Zustand der Tiere ist, ob sie genug bewegt werden und ob Futter vorhanden ist.

Und was sieht das Veterinäramt dort? Die Tiere seien eher zu dick als zu dünn, was auf zu wenig Bewegung und eine falsche Ernährung schließen ließe, sagt Dirk Gebhard. Auch er habe schon von Leberwurstbroten oder Hähnchen gehört, mit denen die Tiere gefüttert werden sollen. Selbst gesehen habe er das aber noch nicht, so der Dezernent. Ebenso wenig sei die Vorsitzende des Tierschutzvereins Almut Meißner den Mitarbeitern des Amtes dort schon einmal begegnet.

Die Kreisverwaltung habe in Bezug auf das Tierheim schwere Bedenken. Es sei sehr frustrierend, dass es an dieser Stelle nicht weitergeht, so Dirk Gebhard. Schließlich müssten die Kommunen, die Verträge mit dem Tierheim haben, wegen des Aufnahmestopps in Fermerswalde für ihre Fundtiere ständig nach anderen Lösungen suchen.

Sollte das Oberverwaltungsgericht Berlin die Beschwerde des Tierschutzvereins ablehnen, werde der Kreis das Heim sofort schließen, sagt der Dezernent. Für eine Unterbringung der Tiere sei schon alles vorbereitet. „Wir haben auch Kontakt zum Deutschen Tierschutzbund aufgenommen“, sagt Gebhard. Doch noch immer steht die Entscheidung des OVG aus. Eine Anfrage der RUNDSCHAU an die Pressestelle des Oberverwaltungsgerichtes wurde mit dem Satz beantwortet, dass „derzeit leider noch nicht absehbar ist, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.“

Sollte das Tierheim geschlossen werden, scheint die Zukunft der Einrichtung im Elbe-Elster-Kreis völlig ungewiss. Die Hoffnung auf eine vereinsinterne Lösung des Tierschutzvereins Elbe-Elster habe er verloren, so Dirk Gebhard. So lange die internen Querelen in dem Tierschutzverein anhalten, sehe er nicht, dass der Verein das Heim führen könne.

Die RUNDSCHAU-Frage, ob die Kreisverwaltung eventuell auf die Tierhilfe Südbrandenburg setzt, die vorhat, ein Tierschutzzentrum zu errichten, verneinte der Dezernent. Der Verein Tierhilfe Südbrandenburg aus Herzberg wolle etwas Neues bauen, was sehr viel Geld kostet. Er wisse nicht, ob das zielführend ist, so Dirk Gebhard. Grundsätzlich halte er den Standort in Fermerswalde für ein Tierheim für sehr gut.