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| 02:40 Uhr

Nick bringt Kinder in Bewegung

Nick Kretschmer (r.) inmitten einer Kindergruppe, die er trainiert. Der junge Mann ist sichtlich zufrieden: "Ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte." Und auch Projektbetreuer Jens Runge (l.) ist froh: "Es passt alles toll zusammen."
Nick Kretschmer (r.) inmitten einer Kindergruppe, die er trainiert. Der junge Mann ist sichtlich zufrieden: "Ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte." Und auch Projektbetreuer Jens Runge (l.) ist froh: "Es passt alles toll zusammen." FOTO: sk
Uebigau-Wahrenbrück. Für Nick Kretschmer, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, ist bereits Halbzeit. Seit Oktober ist der junge Mann der, der in der Stadt die Kinder in Bewegung bringt. Sylvia Kunze

Er ist Projektentwickler, Ansprechpartner und Übungsleiter in verschiedenen Sport- und Bewegungsprojekten in den beiden Grundschulen der Stadt, in den Kindertagesstätten der Stadt, in den Schulhorten sowie beim SV Lok Uebigau, von dem der FSJ-Platz bereitgestellt wird.

Profitieren von den Angeboten, die er für die Jungen und Mädchen schafft, können grundsätzlich alle Seiten. Zuerst einmal Nick selbst: "Nach dem Abitur hatte ich noch keinen Plan, wie es weitergehen soll, ob Ausbildung, Studium oder eher duales Studium. Als ich auf die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres aufmerksam wurde, wusste ich sofort, dass das was für mich ist", sagt der 19-Jährige, der seit 15 Jahren aktiv Fußball spielt, zuerst beim SV Lok in seiner Heimatstadt, später dann beim ESV Lok Falkenberg, weil es in Uebigau an ausreichend Nachwuchs für den Spielbetrieb fehlte.

Nick Kretzschmer bringt alles mit, was von einem FSJler erwartet werden kann. "Er ist für uns und die Stadt wie ein Sechser im Lotto: ein top Sportler, sehr interessiert, jung und kann prima mit den Kindern umgehen", schätzt Projektbetreuer Jens Runge ein und lobt: "Nick, Du machst einen tollen Job und setzt genau das um, was wir erreichen wollen!"

Zielstellung des Projekts sei es, so Runge weiter, zusätzliche kostenfreie Sport- und Bewegungsangebote in Form von Einzelprojekten sowie regelmäßigen Sport- und Arbeitsgruppen zu entwickeln — und das von Anfang an nicht nur auf Vereinsebene, sondern für alle Kinder der Stadt.

Im Rahmen seiner Anstellung, für deren Finanzierung der Verein mit der Uemet GmbH einen starken Partner an seiner Seite weiß, hat der junge Mann schon einiges angeschoben. Er leitet zum Beispiel Sportgruppen in den Kitas, steht beim Sportunterricht in den beiden Schulen helfend zur Seite, unterstützte den Herbst-Crosslauf in Wahrenbrück und hilft beim Kinder- und Jugendtraining des Uebigauer Sportvereins. "Selbst unsere Trainer können dabei noch von Nick lernen, denn er erwirbt aktuell selbst eine Trainerlizenz und kann viel neues Wissen weitergeben", freut sich Jens Runge über den Doppeleffekt.

Und ganz wichtig: Der FSJler ist im Dienste der Kinder auch mobil unterwegs. Von seinem Fahrdienst profitieren einzelne Mädchen und Jungen, die die Angebote sonst nicht wahrnehmen könnten und die deshalb zum Training abgeholt und danach wieder nach Hause gebracht werden.

"Es läuft noch besser, als wir uns das anfangs vorgestellt haben", räumt der Projektbetreuer ein. Und auch Nick Kretschmer kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. Er habe keine Probleme gehabt, die Aufgabe sei wie für ihn gemacht. Mit drei jüngeren Brüdern habe er durchaus Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Und wenn es mal doch etwas schwieriger werde, Situationen zu beherrschen, habe er bisher immer auf ein offenes Ohr und Hilfe bauen können.

"Ich kann hier in viele Bereiche hineinschnuppern und finde viel Freiraum mich zu entfalten", freut er sich und bilanziert: "Das ist grundsätzlich ein gutes Jahr, um sich zu finden. Ich kannte das gar nicht, den Kopf frei und Zeit zu haben, um über mich und mein weiteres Leben nachzudenken. Jetzt weiß ich: Ich möchte Lehramt studieren, Sport und Mathematik oder Sport und Geografie", sagt Nick ganz überzeugt. Er möchte auch dann noch am liebsten weiter "am Ball bleiben", aber das werde wohl nur in den Semesterferien gehen, bleibt er realistisch.

Ersatz wird deshalb gesucht, bestätigt Jens Runge. "Wir hoffen auf einen Nachfolger, denn die Kinder- und Jugendarbeit ist uns auch weiterhin sehr wichtig."