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Nicht Vorstellbares ist Realität geworden

Helmut Hoffmann (r.), Geschäftsführer der Uesa GmbH, im Gespräch mit seinem langjährigen Freund Viktor Afanasjew (2.v.l.). Beide fachsimpeln über die vielen Veränderungen am Standort.
Helmut Hoffmann (r.), Geschäftsführer der Uesa GmbH, im Gespräch mit seinem langjährigen Freund Viktor Afanasjew (2.v.l.). Beide fachsimpeln über die vielen Veränderungen am Standort. FOTO: Kunze
Lönnewitz. Im Gewerbegebiet Falkenberg-Lönnewitz ist gestern der landesweite Konversionssommer eröffnet worden. Viele Gäste aus Politik und Gesellschaft hatten sich dazu eingefunden. Sylvia Kunze

Die Auftaktveranstaltung hat in der von der Uebigauer Uesa GmbH im Vorjahr erworbenen alten Werft, die in den zurückliegenden Monaten zu einer Produktionshalle umgebaut wurde, stattgefunden. Und da waren die Gäste dann schon mittendrin im Thema Konversion: also der Umnutzung ehemals militärisch genutzter Flächen für zivile Zwecke. An einst erinnerten sie nur Bilder und wenige Bereiche in der sanierten Halle, die Firmenchef Helmut Hoffmann mit Absicht in ihrem alten Zustand belassen hat. An einer Stelle ist zum Beispiel noch ein Teil der alten Hallentore zu sehen. An einer anderen Stelle prangt ein Graffiti an der Wand und erinnert an die Geschichte des Gebäudes.

Einer, der sich gut an das Damals erinnert und die Veränderungen vor Ort mit großer Anerkennung quittiert, ist Victor Afanasjew. Der Senior mit dem wachen Verstand ist ohne Zweifel der am gestrigen Tag am weitgereisteste Gast der Eröffnung des Brandenburger Konversionssommers 2017. Und ein Prominenter dazu. Der Held der Sowjetunion war vier Mal als Astronaut im Weltall, hat dort 555 Tage verbracht und davon 38 Stunden im freien All gearbeitet. Doch bevor es für ihn so hoch hinaus ging, war Afanasjew als Pilot in Lönnewitz stationiert. Im Jahr 2000 führte ihn eher nur ein Zufall an seine einstige Wirkungsstätte in Lönnewitz zurück. Seitdem ist er immer wiedergekommen, der Freunde wegen, die er hier gefunden hat. Freunde wie Rainer Jäntsch vom Fliegerclub "Die Falken" und Helmut Hoffmann, der Uesa-Chef. "Ich habe mir nicht vorstellen können, was hier alles entstanden ist", zollt der Gast, der heute nahe Moskau lebt, den Akteuren vor Ort großen Respekt. "Ich glaube, dass Helmut Hoffmann eine unglaublich großartige Leistung vollbracht hat. Dank ihm und der jungen Generation ist etwas entstanden, was sich sehen lassen kann", lobt Afanasjew.

Auch andere Gäste ziehen positive Bilanz. Da ist zum Beispiel die Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski, die die Veranstaltungsreihe offiziell eröffnet und bilanziert: "Im Gegensatz zu Investitionen auf der grünen Wiese ist Konversion nachhaltig, umweltschonend und ein Gewinn für das Land und seine Bürger." Die gastgebende Liegenschaft bezeichnet sie als beispielhaft im Prozess der Umwandlung. Die Uesa GmbH erweitere vor Ort die Produktion, sichere bestehende und schaffe neue Arbeitsplätze.

Auch Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Boden Gesellschaft, die die Konversionsflächen vermarktet, sieht in der Werftnachnutzung ein bestes Beispiel für Konversion. Noch dazu zeige es, "wie schnell es gehen kann, wenn die richtigen Leute es anpacken".

Hoffmann hat den Umzug der Produktion, die hier Platz finden soll, für nächste Woche angekündigt. Heute wird die Halle erst einmal noch für das alljährliche Sommerfest des mittelständischen Unternehmens benötigt. Mit Feiern geht es auch am Wochenende weiter. Der Fliegerclub lädt Samstag ab 13 Uhr und Sonntag ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Es locken das Fliegerlager, Rundflüge und mehr. Samstagabend ist Party.