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Nicht jedes Lagerfeuer ist erlaubt

Gegen ein kleines Lagerfeuer ist nichts einzuwenden. Alle großen Feuer bedürfen einer Genehmigung.
Gegen ein kleines Lagerfeuer ist nichts einzuwenden. Alle großen Feuer bedürfen einer Genehmigung. FOTO: LR
Uebigau-Wahrenbrück. Erst am vergangenen Wochenende sind Kameraden der Feuerwehr mit dem Einsatzbefehl "Unklare Rauchentwicklung" ausgerückt. Der zuerst vermutete Brand entpuppte sich vor Ort als Lagerfeuer. Sylvia Kunze

Die Rundschau hat bei Roland Schrey, Leiter des städtischen Hauptamtes, nachgefragt, was in Sachen Lagerfeuer erlaubt und was nicht erlaubt ist und vor allem was passiert, wenn die Feuerwehr vorfährt.

Er bestätigt die Wahrnehmung, dass jetzt im Herbst wieder eine Hoch-Zeit für Feuer jedweder Art ist. Doch längst nicht jedes sei erlaubt.

Daumen hoch heißt es lediglich für das klassische Lagerfeuer. Das gestattet der Gesetzgeber, wenn es die Größe von einem Meter mal einem Meter nicht überschreitet und wenn naturbelassenes trockenes Astwerk, Holz oder Scheitholz verbrannt werden. Gegen dieses sei nichts einzuwenden, bekräftigt Schrey.

Missfallen hingegen erregen solche Art von Feuer im Freien, die die vom Gesetzgeber erlaubte Größe deutlich übersteigen und/oder bei denen vermehrt auch jetzt wieder im Herbst pflanzliche Abfälle aus Haushalten und Gärten verbrannt werden. Man solle dabei doch bedenken, dass man dabei die Allgemeinheit und die Umwelt belästige und schlimmstenfalls gefährde und letztlich damit gegen geltendes Recht verstoße. Wer ein derartiges Feuer entzünde, müsse mit einer Anzeige rechnen. Im Einzelfall drohe eine Geldbuße bis zu 5000 Euro, heißt es in einer Mitteilung des städtischen Ordnungsamtes.

Und damit nicht genug: Die Kosten für einen eventuell erfolgten Feuerwehreinsatz aufgrund des Verbrennens von pflanzlichen Gartenabfällen und anderen Sachen, welche nicht naturbelassenes trockenes Astwerk, Holz oder Scheitholz sind, werden vollumfänglich dem Verursacher auferlegt, heißt es in der Mitteilung des Ordnungsamtes weiter.

Der Hauptamtsleiter weiß: "Es kommt schon ein paar Mal im Jahr vor, dass wir uns mit derartigen Vorfällen auseinandersetzen müssen." Sein Tipp: "Alles in Maßen, gegen drei Scheite Holz sagt keiner was."

Bleiben noch die Brauchtumsfeuer, die allerorts immer wieder lodern. Aktuell dürfen es die Halloweenfeuer sein. Aber im Verlauf des Jahres kommen einige andere Gelegenheiten hinzu, bei denen gern Lagerfeuer entzündet werden, die den beschriebenen Meter mal Meter überschreiten. "Sie bedürfen zuvor einer Genehmigung durch die örtliche Ordnungsbehörde, die in ihrem Ermessen steht", macht Roland Schrey den Handlungsbedarf für Gastgeber von derartigen Brauchtumsfeuern deutlich.