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| 15:27 Uhr

Heimatgeschichte
Neues über die Wagner-Geschwister

Dr. Gert Wille hat das neue Buch des Freundeskreises Zliuuini in Schlieben vorgestellt. Es berichtet über das Leben der Wagner-Geschwister.
Dr. Gert Wille hat das neue Buch des Freundeskreises Zliuuini in Schlieben vorgestellt. Es berichtet über das Leben der Wagner-Geschwister. FOTO: Dieter Müller
Schlieben. Freundeskreis Zliuuini hat die Fakten zusammengetragen und in einem Buch veröffentlicht. Von Sylvia Kunze

Heimatkundliches hat einen guten Stand und ist gefragt. Nicht anders kann man das große Besucherinteresse deuten, auf das die Buchvorstellung des Freundeskreises Zliuuini am Dienstagabend in Schlieben gestoßen ist. Im Drandorfhof war kaum noch ein freier Platz zu sehen, als Dr. Gert Wille das neuste Werk der Zliuuini-Heimatfreunde vorstellte, das sich mit den Wagner-Geschwistern beschäftigt.

Warum die Arbeit der Zliuuini-Freunde so großen Anklang findet? Dr. Gert Wille versucht es mit folgender Erklärung: „Wir arbeiten die Themen fachlich seriös auf. Jede Aussage belegen wir mit einer Quellenangabe.“ Das sei in der Geschichtsaufarbeitung längst nicht immer so. Geschichtsfreunde neigen aus seiner Erfahrung gern zu Übertreibungen und Legendenbildungen. Davon hebe sich der Freundeskreis deutlich ab.

Und warum eigentlich die Wagner-Geschwister, eine Straße in Schlieben ist nach Dr. Wagner benannt, als Projekt? Auch darauf hat Wille eine einleuchtende Erklärung: „Weil da seit Jahren keine neuen Erkenntnisse mehr dazugekommen sind. Alle Heimatfreunde der vergangenen hundert Jahre haben immer wieder das Gleiche geschrieben.“

Also haben sich die Heimatfreunde um Dr. Gert Wille, der für das Schreiben der Bücher zuständig ist, ans Werk gemacht. Jeder hat seine Aufgaben abzuarbeiten, dann wird zusammengetragen. „Wir haben uns diesmal sehr auf Schriftstücke Dr. Wagners gestützt und lassen diese für sich sprechen. Wir lassen praktisch ihn selbst erzählen“, so Wille. Fündig werde man immer wieder im Internet, in der sächsischen Staats- und Landesbibliothek, in Bibliotheken anderer Universitäten und in Kirchenbüchern.

Die einzelnen Projekte unterliegen einem straffen Zeitregime. Die eigene Vorgabe des Freundeskreises: „Alle zwei Jahre möchten wir ein neues Buch herausgeben“, ist zu hören. Sozusagen auch, um vor Ort im Gespräch zu bleiben. Aus diesem Grund gibt es auch beinahe jeden Monat eine Arbeitsberatung, „straff geführt“, wie Wille verrät.

Heißt also: Ende 2019 müsste das nächste Projekt druckreif sein. Welches das ist, wird noch nicht konkret verraten. Es soll sich um eine Sammlung heimatkundlicher Informationen handeln, seriös, aber dennoch ein wenig spaßig. Doch: Für den Fall, dass man bis dahin nicht fertig werde, halte man eine Sammlung alter Kriminalfälle, bereits druckfertig, in der Hinterhand. Da wird aber auch gar nichts dem Zufall überlassen.

Zufall sei es höchstens, so Wille weiter, wenn man bei anderen Heimatfreunden vor Ort auf ergänzendes Material zu den eigenen Recherchen stoße. Man kennt sich schließlich und sucht auch immer wieder das Gespräch. Größere Zusammenarbeiten seien aber nicht die Regel, nur temporäre für bestimmte Projekte. Vielleicht will es ja der Zufall, dass die Zliuuini-Leute zum Beispiel doch noch auf die Noten für den Schliebener Schützenmarsch stoßen. Die seien leider verschollen, berichtet Wille, der sich für den gelungenen Abend auch bei den Helfern bedankt: dem Schliebener Frauenchor, der musikalisch umrahmt hat, und das Amt Schlieben bei der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung.