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Neues Leben für den Backsteinbau?

Das ehemalige und seit einigen Jahren leer stehende Schulgebäude könnte als Ausweich-Quartier dienen. Aber lässt es sich dafür ertüchtigen?
Das ehemalige und seit einigen Jahren leer stehende Schulgebäude könnte als Ausweich-Quartier dienen. Aber lässt es sich dafür ertüchtigen? FOTO: sk
Falkenberg. In Falkenberger Kindertagesstätten anstehende Sanierungsvorhaben lassen die Verantwortlichen im Vorfeld schon mächtig schwitzen, weil für die Bauzeit ein Ausweich-Quartier für die Mädchen und Jungen gefunden werden muss. Doch ein solches für an die 100 Kinder zu finden, ist nicht mal eben erledigt. Sylvia Kunze

Die Ausgangslage: Die Stadt Falkenberg hat für die Jahre 2016 und 2017 umfangreiche Zuschüsse aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz erhalten, unter anderen auch für die energetische Sanierung des Gebäudes der Kindertagsstätte "Sonnenblume" in der Karl-Marx-Straße und die energetische Sanierung des Gebäudes des Hortes in der Friedrichstraße. Darüber hinaus sind Fördermittel aus dem Leader-Programm für den Umbau der Kindertagesstätte "Schmetterling" in der Rothsteinslache avisiert.

Spätestens mit dem Baubeginn in der Kita in der Karl-Marx-Straße ab voraussichtlich Mai wird es eng. "Alle Kinder müssen während der Bauphase raus", berichtet Bürgermeister Herold Quick. "Da müssen zum Beispiel Elektro- und Heizungsleitungen erneuert werden. Das können wir nicht bei Betrieb der Einrichtung machen lassen", begründet Bauamtsleiterin Gundula Manigk. Aber wohin mit etwa 100 Kita-Kindern?

Das geht gar nicht: Eine naheliegende Idee, sie in den Hort zu schicken und die Hortkinder vorübergehend in der Schule zu betreuen, kann gleich wieder verworfen werden. "Im Hort wird aktuell selbst gebaut. Das geht eigentlich nicht", sagen die Stadtverantwortlichen, auch mit Verweis darauf, dass dort ebenfalls im Zuge der Sanierung für etwa vier Wochen keine Kinderbetreuung stattfinden kann. Man gehe davon aus, diese Zeit in die Sommerferien schieben zu können, wenn der Hort ohnehin traditionell am Kiebitz-See gastiert, so die Bauamtschefin weiter.

Relativ einig sind sich Abgeordnete und Rathausteam nach ersten Diskussionen, dass eine Containerlösung nicht infrage komme. Statt Geld zu "verbrennen", nach einem Überschlag sind 110 000 Euro für Miete und Einrichtung ermittelt, wolle man lieber nach innerstädtischen Lösungen suchen.

Mögliche Varianten: Eine für die Kita in Großrössen ohnehin schon ins Auge gefasste Vergrößerung könnte vorgezogen werden. Aber: Das wäre keine Lösung für alle Kinder, und ein Fahrdienst müsste außerdem organisiert werden.

Deshalb scheint es immer wahrscheinlicher, das das ehemalige und seit einigen Jahren leer stehende Schulgebäude in der Rathenau-Straße als Ausweich-Quartier dienen könnte. "Wir schauen sehr intensiv auf die untere Etage", berichtet Quick. Es scheine machbar, auch finanziell, lässt Manigk anklingen, denn einige Umbauarbeiten wären schon nötig, um die ehemaligen Klassenräume im Backsteinbau inmitten der Stadt für die vorübergehende Betreuung der Steppkes ins Auge fassen zu können. "Wir müssten das kommunale Gebäude ohnehin irgendwann in naher Zukunft anfassen", ergänzt der Bürgermeister.

Das könnte dann auch gleich noch Ausweich-Quartier während der Bauarbeiten in der "Schmetterling"-Kita sein. Und außerdem reife der Gedanke, später die Bibliothek dort einziehen zu lassen.

Wie die Entscheidung ausfällt, will das Stadtoberhaupt am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung informieren.